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Niedersachsen: Ertragseinbußen bei Raps erwartet

von , am
03.08.2015

Am vergangenen Wochenende konnte die Rapsernte in Niedersachsen fortgesetzt werden, nachdem sie aufgrund der Witterung zunächst pausierte. Die Erträge liegen deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Die diesjährigen Rapserträge in Niedersachsen werden ersten Einschätzungen zufolge rund 13 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. © Imago/Pictureteam
Die diesjährigen Rapserträge in Niedersachsen werden ersten Einschätzungen zufolge bei etwa 3,7 t/ha und damit rund 13 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. Das teilte das Landvolk Niedersachsen mit und bezieht sich auf Ergebnisse des Statistischen Landesamtes in Niedersachsen. Im Vorjahr ernteten die Landwirte noch 4,23 t/ha Raps.
 
Rapsernte etwa ein Fünftel kleiner als im Vorjahr
 
Raps wurde in Niedersachsen zur Ernte 2015 auf 120.600 ha angebaut. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anbaufläche um 5,7 Prozent gesunken. Das Statistische Landesamt geht von einer um 17,2 Prozent geringeren Rapsernte aus. Statt 537.700 t wie im Vorjahr erwarten die Statistiker in diesem Jahr nur 445.200 t Raps in Niedersachsen. Gründe für die Mindererträge sind das kühle Frühjahr und die Frühsommertrockenheit. Die geringere Anbaufläche ist bedingt durch den hohen Schädlingsdruck. Wie das Landvolk weiter angibt, waren die jungen Pflanzen im Frühjahr auf einigen Flächen so stark geschädigt, dass die Bestände umgebrochen werden mussten.
 
Die bundesweite Rapsernte wurde zuletzt vom Deutschen Raiffeisenverband auf insgesamt etwa 5 Mio. t geschätzt. Das wäre etwa ein Fünftel weniger als im Jahr zuvor. Im EU-Haupterzeugungsland Frankreich schrumpft die Rapsernte laut Angaben des Landvolks um schätzungsweise 8 Prozent auf 5,1 Mio. t.
 
Preise könnten weiter steigen
 
Derzeit hoffen die Rapsanbauer in Niedersachsen auf steigende Preise. Die deutschen Ölmühlen haben im vergangenen Jahr 9,5 Mio. t Rapssaat verarbeitet, wovon 6,5 Mio. t aus heimischer Produktion stammten. Wegen der Reform der EU-Biokraftstoffpolitik wird der Bedarf der Ölmühlen weiterhin hoch bleiben. Für die Biodieselproduktion wurden in Europa im vergangenen Jahr 15 Mio. t Rapssaat zu 6,1 Mio. t Rapsöl verarbeitet. Die Rapsvorräte sind beinahe aufgebraucht und die Verarbeitungsunternehmen warten auf die neue Ernte. Wie das Landvolk weiter mitteilt, geht die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) davon aus, dass diese Faktoren den Rapspreis weiter stützen.
 
 
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