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Noch höhere Ertragsprognosen für Weizen und Raps

von , am
27.05.2015

In den meisten Ländern der Europäischen Union waren die Witterungsverhältnisse im Mai sowohl für das Wachstum der Winterkulturen als auch für die Sommerkulturen sehr gut.

© landpixel
 
In den meisten Ländern der Europäischen Union waren die Witterungsverhältnisse im Mai sowohl für das Wachstum der Winterkulturen als auch für die Sommerkulturen sehr gut. Die Ertragserwartungen für die kommende Ernte 2015 liegen deshalb weiterhin bei allen Haupt-Kulturen über dem langjährigen Durchschnitt und haben sich im Vergleich zum April  bei Winterweizen, Raps sowie bei Sommergerste weiter verbessert. Zu diesen Einschätzungen kommt Ende Mai die Crop-Monitoring-Agentur der EU-Kommission (MARS). Besonders kräftig wurden die Ertragsschätzungen wegen der nahezu optimalen Witterungsverhältnisse in Frankreich nach oben korrigiert.
 
Sehr gute Ertragsprogosen für Deutschland
Für Deutschland wurden die Ertragsschätzungen nach der starken Aufwärtskorrektur der Erträge im Vormonat (April), im Mai beim Weizen unverändert gelassen und bei Raps weiter nach oben gesetzt. Für die Wintergerste ging die Ertragsprognose leicht nach unten. Zu wenig Niederschlag hat es nach Einschätzung von MARS im Mai im Osten Spaniens, in Italien, in Ungarn im Süden der Slowakei sowie in einigen Regionen Tschechiens gegeben. Gleichzeitig berichtete MARS für den Mai über deutlich über dem Durchschnitt liegende Niederschläge in Süddeutschland (Bayern) und allmählich zunehmende Niederschlagsdefizite in den meisten anderen Bundesländern und Regionen (außer in Mecklenburg). Hinzu kommen temperarturbedingte Entwicklungsunterschiede der Pflanzen zwischen Süd- und Norddeutschland. Dennoch war die Wasserversorgung der Pflanzen in Deutschland im Mai nach Einschätzung von MARS noch zufriedenstellend.
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Weichweizen: Noch höhere Ertragsprogose für Frankreich
Die Ertragsschätzungen bei Weichweizen für die EU 28  liegen in der Mai-Prognose von MARS bei 5,93 t/ha und damit nur noch 2,4 % unter dem sehr hohen Vorjahreswert (6,07), jedoch 4,8 % über dem langjährigen Mittel (5,66). Gegenüber der Schätzung von April (5,89) hat MARS die Ertragserwartung noch einmal um 0,7 % nach oben gesetzt. Für Deutschland rechnen die Experten von MARS derzeit mit einem Durchschnittsertrag von 8,05 t/ha. Damit bliebt die Prognose rund 6,8 % unter den die Rekorderträgen aus dem letzten Jahr (8,64), liegen jedoch 5,4 % höher als im langjährigen Mittel (7,64). Gegenüber der Ertragsschätzung von April (8,06) hat MARS die Ertragserwartung für Deutschland im Mai unverändert gelassen.
Den französischen Ertragsdurchschnitt erwartet MARS im Mai bei 7,54 t/ha und damit 0,8 % höher als im letzten Jahr (7,48) und 5,4 % über dem langjährigen Mittelwert (7,15). Gegenüber der Ertragsschätzung von April (7,38) hat MARS die Ertragserwartung für Frankreich um 2,2 % nach oben gesetzt.
Im Vereinigten Königreich erwartet MARS im Mai im Vergleich zur April-Prognose  0,7 % höhere Erträge von 8,14 t/ha. Im Vergleich zum Rekordergebnis aus dem Vorjahr (8,62) wären dies allerdings noch etwa 5,5 % niedrigere Erträge. Im langjährigen Vergleich (7,64) würden die britischen Weizen-Erträge 2015 jedoch 6,6 % höher sein.

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Raps: Deutsche und französische Erträge nach oben korrigiert
Bei Raps liegen die derzeitigen Ertragsschätzungen von MARS mit 3,42 t/ha rund 4,8 % unter den sehr hohen Erträgen des Vorjahres (3,59), jedoch 9,4 % höher als im langjährigen Mittel (3,13). Gegenüber der Schätzung von April (3,35) hat MARS die Ertragserwartung nochmals um 2,0 % nach oben gesetzt.
Die aktuelle Ertragsprognose für Deutschland verfehlt mit 4,40 dt/ha den sehr guten Vorjahrswert von 4,48 t/ha nur noch um 1,8 % und liegt gleichzeitig 15,8 % über dem langjährigen Mittel (3,80). Gegenüber der Schätzung von April (4,27) hat MARS die Ertragserwartung für Deutschland noch einmal um 3,0 % nach oben geschraubt.
Frankreichs Ertragsschätzung ist mit 3,55 t/ha 3,8 % höher als zur Aprilschätzung (3,42) und etwa 4,1 % niedriger als 2014 (3,70).
Für das Vereinigte Königreich prognostiziert MARS mit 3,63 t/ha 2,2 % niedrigere Erträge wie 2014 (3,71) und 3,9 % höhere Erträge als im langjährigen Mittel (3,49).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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