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Rapsschrot: Wachsende Bedeutung als Tierfutter

von , am
08.04.2015

Die große Bedeutung von Rapsextraktionsschrot für die Tierfütterung bestätigt ein neuer Monitoring-Bericht der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (LLFG) Sachsen-Anhalt. Die Preise für Rapsschrot sind aktuell stabil.

Die große Bedeutung von Rapsextraktionsschrot für die Tierfütterung bestätigt ein neuer Monitoring-Bericht der LLFG Sachsen-Anhalt. © proteinmarkt.de
Jedes Jahr werden in Deutschland etwa vier Millionen Tonnen Rapsextraktionsschrot verfüttert. Der Eiweißgehalt lag laut dem LLFG-Bericht 2014 bei rund 34 Prozent. Damit stellt Rapsschrot vor allem für die Rinderfütterung eine gute Alternative zu Sojaschrot dar. Der Energiegehalt wird auf 6,4 Megajoule Nettoenergielaktation (MJ NEL) für Rinder und 10 MJ NEL für Schweine beziffert.
 
Rapsschrot auch in der Schweinefütterung
 
Der Bericht basiert auf umfassenden Fütterungsversuchen. Diese belegen, dass Milchkuhrationen im Hochleistungsbereich auch ohne Sojaextraktionsschrot machbar sind. Im Bereich der Schweinefütterung haben die Untersuchungen gezeigt, dass bis zu 15 Prozent Rapsextraktionsschrot in der Mastschweineration eingesetzt werden können.
 
Problematisch für den Einsatz von Rapsschrot in der Tierfütterung ist der Inhaltsstoff Glucosinolat. Dieser lag laut LLFG-Bericht 2014 mit 8,8 mmol/kg im Durchschnitt zwar leicht höher als in den Vorjahren, im Gegensatz dazu wurden aber keine extremen Ausreißer nach oben gefunden. Um niedrige Glucosinolatgehalte im Schrot zu erhalten, sollte beim Anbau auf eine Rapssorte mit höchstens 18 mmol/kg Glucosinolat zurückgegriffen werden.
 
Anbaufläche gesunken, Preise unverändert
 
Gegenüber der Ernte 2014 ist die Anbaufläche von Raps zur Ernte 2015 in Deutschland um 5,2 Prozent auf 1,32 Mio. ha gesunken. Die Nachfrage nach Rapsextraktionsschrot in der Fütterung ist in den vergangenen Jahren hingegen gestiegen. Während 2005 nur etwa 1,49 Mio. t Rapsschrot im Mischfutter verwendet wurden, waren es 2012 rund 2,26 Mio. t und damit knapp 51 Prozent mehr als 2005.
 
Die Notierungen für Rapsschrot lagen am 7. April am Export-Hafen in Hamburg bei 240 Euro/t. Das ist 1 Euro niedriger als die Woche zuvor (241 Euro/t) und deutlich unter der letzten Preisspitze Ende Januar (248 Euro/t). Im vorigen Jahr kostete Rapsschrot in Hamburg zu diesem Termin etwa 288 Euro/t und damit 48 Euro mehr als 2015. Rapsschrot der neuen Ernte (August 2015) wurde in Hamburg mit 219,50 Euro/t notiert und liegt damit nur 50 Ct höher als in der vorigen Woche (219 Euro/t).
 
Hier finden Sie den kompletten Monitoring-Bericht der LLFG.
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