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Rheinland-Pfalz: Nur durchschnittliche Getreide- und Rapserträge

von , am
04.08.2015

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit in den vergangenen Wochen sind die Erträge von Getreide und Raps in Rheinland-Pfalz nur mittelmäßig. Weizen überzeugt allerdings mit einer guten Qualität.

© imago/blickwinkel
Die Erträge von Getreide und Raps in Rheinland-Pfalz sind durchschnittlich. Auf schwereren Böden mit hoher Wasserhaltefähigkeit sind die Ertragseinbußen wesentlich geringer als auf leichten, sandigen Böden. Das teilte der Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau (BWV), Michael Horper, beim diesjährigen Erntegespräch mit.
 
Horper zufolge war 2015 insgesamt viel zu trocken. Der Juni erreichte in Rheinland-Pfalz mit einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 58 l/qm nur knapp 70 Prozent des langjährigen Durchschnittswertes. Insgesamt hätten die nicht ausreichenden Niederschlagsmengen zu deutlichen Ertragsdepressionen geführt, die keine hohen Erträge zuließen.
 
Gerstenertrag und Weizenqualität überraschen
 
Positiv überrascht zeigte sich Horper von der Wintergerste, die sowohl mengenmäßig als auch qualitativ ein zufriedenstellendes Ergebnis lieferte. Dies liege vor allem daran, dass diese Kultur am meisten von der Winterfeuchtigkeit profitiert habe, erläuterte der BWV-Präsident. Wintergerste wurde in Rheinland-Pfalz auf knapp 37.000 ha angebaut und lag somit 5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Braugerstenfläche blieb mit rund 42.000 ha konstant. Bei der Analyse der ersten Druschergebnisse wurden niedrige Eiweißgehalte bei der Gerste festgestellt. Durch den Regen der letzten Tage könnten sich die Werte aber noch erhöhen. Der BWV-Präsident erklärte, dass zwar viele Weizenschläge reif aussehen würden, die Totreife aber häufig noch nicht erreicht sei. Überraschend gut seien die Qualitätseigenschaften des bisher geernteten Weizens. Winterweizen ist mit einer Anbaufläche von 120.000 ha die mit Abstand bedeutendste Marktfrucht in Rheinland-Pfalz.
 
Ertragseinbußen bei Raps und Mais
 
"Deutliche Ertragseinbußen sind beim Raps zu verzeichnen. Wo es allerdings noch zufriedenstellende Niederschlagsmengen gab, konnten Erträge über 4 t/ha erzielt werden", betonte Horper. Die Ölgehalte befänden sich aber auf einem niedrigeren Niveau als im vergangenen Jahr. Mit 44.000 ha hat die Rapsfläche im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent abgenommen.
 
Wie BWV-Präsident Horper weiter mitteilte, ist die aktuelle Situation beim Mais äußerst kritisch. Es fehle an Wasser. Aufgrund der aktuell geringen Größe der Maispflanzen müsse auch von einem geringeren Kolbenertrag ausgegangen werden. Ein niederschlagsreicherer Spätsommer könne aber den Wachstumsrückstand noch etwas kompensieren. Realistisch sei ein gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent geringerer Maisertrag.
 
Problematische Ertragssituation bei Grünland
 
Problematisch sieht Horper die Ertragssituation im Grünland. Ertrag und Qualität des ersten Schnitts bis Anfang Mai seien sehr gut gewesen. Die darauf folgende Trockenheit habe allerdings zu Ertragsdepressionen geführt, sodass insgesamt von einem Gesamtmasseverlust von 20 bis 25 Prozent ausgegangen werden müsse. Das überlagerte Futter des hervorragenden Ertragsjahres 2014 ermögliche aber vielen Betrieben, diesen Ertragsrückgang auszugleichen.
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