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Russische Getreideernte wird größer als erwartet

von , am
21.04.2015

Vor dem Hintergrund des derzeitigen Zustandes der Winterkulturen sowie der zügig laufenden Aussaat von Sommergetreide, schätzten die Analysten von ProZerno die neue russische Weizenernte (Sommer- und Winterweizen) auf 58,1 Mio. t und damit nur 1,8 Mio. t kleiner als die sehr gute Ernte 2014.

© Mafied/aboutpixel.de
 
Die russische Getreideernte 2015 könnte eine Größenordnung von etwa 100,4 Mio. t erreichen, schätzten die Experten der russischen Analystenfirma ProZerno. Mit ihrer Prognose liegen die Analysten in etwa auf einer Linie mit der letzten Schätzung des russischen Landwirtschaftsministeriums von ebenfalls rund 100 Mio. t. Im Vergleich zur Ernte 2014 wäre dies ein Produktionsrückgang von knapp 5 % und damit weniger als bislang von vielen internationalen Beobachtern auch wegen der bisher als relativ umfangreich eingestuften Auswinterungsschäden geschätzt wurde. Das russische Landwirtschaftsministerium hat die erwarteten Auswinterungs-Schäden Mitte April auf nur noch 10 % bis 12 % der Aussaatfläche bei Wintergetreide von insgesamt 16,8 Mio. ha reduziert. Im Januar 2015 war man noch von Auswinterungsverlusten von rund 20 % der Aussaatfläche ausgegangenen.
 
Weizenernte fast groß wie 2014
Vor dem Hintergrund des derzeitigen Zustandes der Winterkulturen sowie der zügig laufenden Aussaat von Sommergetreide, schätzten die Analysten von ProZerno die neue russische Weizenernte (Sommer- und Winterweizen) jetzt auf 58,1 Mio. t und damit nur 1,8 Mio. t kleiner als die sehr gute Ernte 2014 von 59,7 Mio. t. Internationale Schätzungen hatten die russische Weizenernte 2015 zuvor bei etwa 54 Mio. t bis 56 Mio. t gesehen.. Die Aussaatfläche von Winterweizen (für die Ernte 2015) lag nach den Angaben des russischen Landwirtschaftsministeriums im Herbst 2014 bei 14,3 Mio. ha und war damit größer als im Jahr zuvor. Im Jahr 2014 betrug die Gesamterntefläche bei Weizen  (Sommer- und Winterweizen) 23,64 Mio. ha. Vor zwei Jahren (2013) hatten die russischen Landwirte 52,1 Mio. t Weizen von insgesamt 23,4 Mio. ha geerntet.
 
Kleinere Gerstenernte, weniger Mais
Die neue russische Gerstenernte 2015 veranschlagen die Analysten von ProZerno auf 17,6 Mio. t. Im letzten Jahr (2014) ernteten die russischen Landwirte immerhin 20,4 Mio. t  Gerste von 8,8 Mio. ha und damit etwa 2,8 Mio. t Gerste mehr. Vor zwei Jahren (2013) ernteten die russischen Landwirte  nur 15,4 Mio.t Gerste von 8,0 Mio. ha. Der Anteil von Wintergerste liegt in Russland allerdings nur bei 5 % der gesamten Gerstenfläche. Bei Weizen wächst hingegen etwa auf der die Hälfte der gesamten  Weizenfläche auch Winterweizen (und steuert zwei Drittel zur Produktion bei). Die neue russische Maisernte veranschlagt man derzeit auf 10,9 Mio. t nach 11,3 Mio. t im letzten Jahr und 11,6 Mio. t vor zwei Jahren. Die Anbaufläche bei Mais lag 2014 bei 4,4 Mio. ha. Außerdem erwartet ProZerno eine russische Roggenernte von 3,1 Mio. t nach 3,28 Mio. t im Jahr 2014.
 
Weizenexporte derzeit bei 20 Mio. t
Nach Aussagen des russischen Landwirtschafts-Ministeriums werden die seit Februar geltenden Exportzölle für Weizen ab dem 1. Juli wieder abgeschafft, jedoch auch nicht früher, wie russische Exporteure und Wirtschaftsverbände fordern. Bis zu 13 April hatten die Russen insgesamt 26,6 Mio. t Getreide exportiert und damit 23,7 % mehr als im Jahr zuvor mit 21,5 Mio. t. Die Ausfuhrmenge bei Weizen lag bei 19,6 Mio. t und war damit 3,7 Mio. t höher als im letzten Jahr zu diesem Termin (15,9 Mio. t). Die Exporte von Gerste wurden mit 4,5 Mio. t angegeben und lagen damit 2,4 Mio. t über dem Vorjahrwert von 2,1 Mio. t. Bei der Maisausfuhr meldeten die russischen Stellen einen Wert von 2,1 Mio. t gegenüber 3,2 Mio. t im Jahr zuvor.
 
Weizenexporte seit Februar deutlich schwächer
Seit der Einführung der Exportzölle bei Weizen von Februar  bis Mitte April haben die Russen 3,3 Mio. Getreide exportiert und damit weniger als im letzten Jahr zum gleichen Termin mit 3,94 Mio. t. Die Weizenexporte lagen von Februar bis April bei 1,1 Mio. t und blieben damit sehr deutlich unter dem Vorjahrwert von 2,7 Mio. t. Dagegen erreichten die Gerstenausfuhren von Februar bis Mitte April eine Größenordnung von 1,2 Mio. t und übertrafen das Vorjahresergebnis von 0,8 Mio. t deutlich und auch die Maisexporte lagen mit 0,8 Mio. t höher als als im letzten Jahr mit 0,13 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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