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Russische Winterkulturen in sehr schwachem Zustand

von , am
27.02.2015

Die Winterkulturen befinden sich in Russland offenbar in sehr schwachen Zustand. Das meldete das russische Landwirtschaftsministerium im Februar.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Winterkulturen befinden sich in Russland in sehr schwachen Zustand. Das meldete das russische Landwirtschaftsministerium im Februar und stufte den Zustand der Winterkulturen auf 21 Prozent der Aussaatflächen als schlecht oder sehr schlecht ein. Nach Angaben des Ministeriums wurden in Russland auf insgesamt 16,8 Mio. ha Winterkulturen ausgesät. Davon kamen beim Crop-Monitoring des Ministeriums im Februar etwa 3,5 Mio. ha (21 Prozent) in die beiden schlechtesten Kategorien oder die Pflanzen waren gar nicht erst aufgelaufen. Ursache für den schlechten Zustand der Winterkulturen war ein erheblicher Niederschlagsmangel während der Aussaat im Herbst  sowie zuletzt in einigen Regionen Auswinterungsschäden. Besonders betroffen waren nach Ministeriumsangaben die Regionen Zentralrussland, Südrussland und das Wolgagebiet, aus denen zusammen rund 70 % aller russischen Getreide-Exporte kommen.
 
Aussaatfläche war 1,6 Mio. ha größer als im Vorjahr
Allerdings war die Aussaatfläche von Winterkulturen für die Ernte 2015 zunächst deutlich größer als im Jahr zuvor. Während die russischen Landwirte im Herbst 2014 (für die Ernte 2015) immerhin auf 16,8 Mio. ha Winterkulturen aussäten, wurden wegen der starken Regenfälle im Herbst 2013 (für die Ernte 2014) nur auf 15,2 Mio. ha Winterkulturen gesät. Damit war die Aussaatfläche an Winterkulturen für die Ernte 2015 rund 1,6 Mio. ha oder knapp 11 % größer. Von der für die Ernte 2015 bestellten Fläche wurde nach vorläufigen Angaben des russischen Landwirtschaftsministeriums auf 14,3 Mio. ha oder rund 60 % der Fläche Winterweizen gesät, auf Roggen entfallen 1,7 Mio. ha oder gut 10 % der Aussaatfläche, auf Wintergerste nur knapp 390.000 ha oder 2 % auf Triticale etwa 430.000 ha oder knapp 3 %. Winterraps wurde auf knapp 220.000 ha oder 1,3 % der Flächen bestellt.
 
Ausgleich durch Sommerkulturen möglich
Üblicherweise steuert der Sommerweizen in Russland etwa die Hälfte Weizenfläche (und gut ein Drittel der Ernte) bei unddie Aussaatfläche  kann je nach Situation und Entwicklung beim Winterweizen relativ stark schwanken. In den letzten 5 Jahren lag die die Aussaatfläche (nicht Erntefläche) beim Sommerweizen zwischen 12,7 Mio. ha und 14,8 Mio. ha. Bei Gerste entfallen 95 % der Fläche auf Sommergeste, so dass Flächenausfälle bei Wintergerste hier schnell kompensiert werden können. In den letzten 5 Jahren lag die die Aussaatfläche (nicht Erntefläche) bei Sommergerste zwischen 7,5 Mio. ha und 8,6 Mio. ha und bei Wintergerste durchweg unter 0,5 Mio. ha.
 
Aussaat von Sommergetreide und Ölsaaten wächst
Die Aussaatfläche für Sommerkulturen erwartet das russische Landwirtschaftsministerium derzeit relativ stabil zum Vorjahr bei 51,85 Mio. ha. Davon sollen auf 31,04 Mio. ha Getreide, Ölsaaten und Hülsenfrüchte bestellt werden und damit auf einer 2,2 % größeren Fläche. Die Maisfläche erwartet das Ministerium bei 2,8 Mio. ha und damit knapp 70.000 ha größer als im letzten Jahr. Hülsenfrüchte sollen auf 1,66 Mio. ha ausgesät werdenund  damit ebenfalls auf einer größeren Fläche. Die Aussaatfläche von Sojabohnen lag im letzten Jahr (2014) bei 1,88 Mio. ha und war damit 0,66 Mio. ha bzw. fast 60 % größer im Jahr zuvor. Die Aussaatfläche von Sonnenblumen (der wichtigsten Ölfrucht) lag 2014 bei 6,25 Mio. ha und war damit um 0,25 Mio. ha zurückgegangen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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