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Russland: Getreideexport geht zurück

von , am
05.02.2015

Trotz zuletzt gestiegener Ernteerwartungen schwächen sich die russischen Getreideexporte ab. Schuld daran ist der Ausfuhrzoll, der seit dem 1. Februar 2015 für Weizen gilt.

Trotz zuletzt gestiegener Ernteerwartungen schwächen sich die russischen Getreide-Exporte weiter ab. Schuld sind vor allem die Exportzölle, die seit 1. Februar 2015 gelten. © kapuk/Fotolia
Bereits seit Mitte Dezember 2014 hat sich das Tempo der russischen Exporte deutlich abgeschwächt. Wie der Auslandsdienst FAS des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums in einem aktuellen Bericht mitteilt, werden die russischen Getreideexporte trotz gestiegener Ernteerwartungen bis Juli 2015 voraussichtlich weiter sinken.
 
Genaue Erntemenge noch unsicher
Die erwartete Getreidemenge für das Wirtschaftsjahr 2014/15 wurde in dem FAS-Bericht um 2 Mio. t auf 104 Mio. t nach oben korrigiert. Insgesamt werden Mengen von 59 Mio. t Weizen, 20 Mio. t Gerste, 11 Mio. t Mais und 14 Mio. t anderes Getreide sowie Hülsenfrüchte veranschlagt. Die Anbaufläche für Getreide - überwiegend Winterweizen - beträgt laut Angaben des russischen Agrarministeriums 16,44 Mio. ha. Allerdings betonen die Experten, dass es noch zu früh ist, um den Zustand des Wintergetreides endgültig zu beurteilen. Noch im November 2014 war das Pflanzenwachstum insbesondere in den zentralen und Wolga-Regionen aufgrund zu niedriger Bodenfeuchte verzögert. Hinzu kommt, dass niedrige Temperaturen und Kahlfröste zur Schwächung der Pflanzen beigetragen haben.
 
Rückenwind durch schwachen Rubel
Der fallende Rubel hatte den Ausfuhren in der zweiten Hälfte des Jahres 2014 Rückenwind verschafft. Von Juli bis Dezember 2014 hat Russland 21,3 Mio. t Getreide exportiert - so viel, wie nie zuvor. Aufgrund der ab 1. Februar 2015 geltenden Exportzölle für Weizen und anderer administrativer Maßnahmen rechnen die USDA-Experten für das Wirtschaftsjahr 2014/15 insgesamt aber mit einem Rückgang der Ausfuhren von 30 Mio. t auf 27, 4 Mio. t. Für Weizen wird ein Minus von 2,5 Mio. t auf 19, 5 Mio. t erwartet, für Gerste beziffern die Experten einen Rückgang von 0,1 Mio. t auf 4,4 Mio. t.
 
Hohe Getreidevorräte
Aufgrund des Exportzolls für Weizen schließen russische Marktexperten mittlerweile einen Rekordstand der Übergangsvorräte an Getreide bis zum Ende des laufenden Wirtschaftsjahres nicht aus. Das staatliche Agrartransportunternehmen RusAgroTrans beziffert die voraussichtliche Lagermenge für Ende Juni 2015 auf 17,5 bis 18 Mio. t. Zuletzt war im Jahr 2010/11 ein Rekordniveau von 17,3 Mio. t verzeichnet worden. Zu diesem Zeitpunkt hatte die russische Regierung einen Exportstopp verhängt.
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