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Russland: Große Ernte bei Weizen und Gerste, starker Export

von , am
18.08.2014

In Russland übertreffen die Erntemengen bei Weizen und Gerste deutlich die Ergebnisse aus dem Vorjahr.

Der Weizen liegt an der CBoT deutlich unter dem Vorjahresniveau. © Yvonne Jpunkt/aboutpixel.de
In Russland übertreffen die Erntemengen bei Weizen und Gerste deutlich die Ergebnisse aus dem Vorjahr. Auch der russische Weizenexport startet mit Rekordwerten in das neue Wirtschaftsjahr und bleibt auch im August sehr dynamisch. Gleichzeitig berichten sowohl russische Stellen als auch internationale Analysten über Proteingehalte beim Weizen die niedriger sind als im letzten Jahr. Außerdem sind auch am russischen Binnenmarkt die Weizenpreise seit Ende Juni je nach Qualität (Proteingehalt) zwischen 14 % und 22 % gefallen.
 
Erntemengen deutlich größer als 2013
Erträge und Erntemengen bei Weizen und Gerste waren bis Mitte August jedoch deutlich höher als 2013. Das bestätigen die aktuellen Daten des russischen Landwirtschaftsministeriums aus der laufenden Ernte. Bis zum 14. August waren mehr als 60 Mio. t Getreide (Bunkergewicht) von rund 19,6 Mio. ha geerntet. Im letzten Jahr waren zu diesem Termin 49,4 Mio. t Getreide geerntet. Damit war die Erntemenge zum Monatswechsel rund 22 % größer als im letzten Jahr. Die Erntefläche entspricht bislang 42 % der insgesamt geplanten Erntefläche von insgesamt (Sommer- und Winterkulturen) 46,6 Mio. ha. Der bisherige Durchschnittertrag lag bei 3,17 t/ha und war damit 20 % höher als im Jahr 2013 mit 2,64 t/ha.
 
Weizenernte wird immer größer
Weizen (Winter- und Sommerweizen)  haben die russischen Landwirte bis zum 14. August etwa 48,3 Mio. t (Bunkergewicht) von 12,3 Mio. ha geerntet und damit von 48,5 % der geplanten Fläche (25,4 Mio. ha). Im letzten Jahr (2013) hatten die russischen Landwirte zu diesem Termin erst 34,7 Mio. t Weizen von 11,6 Mio. ha geerntet. Der bisherige Durchschnittertrag lag bei 3,56 t/ha und war damit 19 % höher als im Jahr 2013 mit 3,0 t/ha. Gleichzeitig war die Erntemenge rund 39 % bzw. 13,3 Mio. t größer als im letzten Jahr zu diesem Termin. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat die russische Weizenernte wegen der hohen Erträge letzte Woche von zuvor 53,0 Mio. t auf jetzt 59,0 Mio. t nach oben korrigiert und auch die russische Exportprognose korrigierte das USDA von zuvor 19,5 Mio. t auf 22,5 Mio. t nach oben. Im letzten Jahr (2013) ernteten die Russen 52 Mio. t Weizen und exportierten 18,5 Mio. t.
 
Gerstenernte kräftig nach oben korrigiert
Gerste ernteten die russischen Landwirte nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums bis zum 14. August rund 12 Mio. t von 4,3 Mio. ha. Das entspricht etwa von 45,3 % der geplanten Erntefläche von etwa 9,5 Mio. ha. Im letzten Jahr hatten die russischen Landwirte zu diesem Termin lediglich 8,4 Mio. t Gerste geerntet. Bislang erreicht der Durchschnittertrag 2,8 t/ha und ist damit 27 % höher als 2013 (2,21 t/ha). Gleichzeitig war die Erntemenge rund 43 % bzw. 3,3 Mio. t größer als im letzten Jahr. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat die russische Gerstenernte wegen der hohen Erträge letzte Woche von zuvor 16,5 Mio. t auf jetzt 18,5 Mio. t nach oben korrigiert und die russische Exportprognose korrigierte das USDA von zuvor 3,5 Mio. t auf 3,8 Mio. t nach oben. Im letzten Jahr (2013) ernteten die Russen 15,4 Mio. t Gerste und exportierten 2,7 Mio. t.
 
Exporte beginnen sehr stark
Im Juli 2014 erreichten die russischen Getreideexporte zu Beginn des neuen Wirtschaftsjahres einen Umfang von 3,12 Mio. t und  damit einen neuen Rekordwert für diesen Monat. (Im sehr guten Juli 2013 lag die Ausfuhrmenge bei 2,52 Mio. t). Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von 24 %. Für den August 2014 erwarten russische Stellen derzeit sogar Getreideausfuhren von 3,5 bis 3,6 Mio. t und würden auch damit über dem Vorjahreswert von 3,48 Mio. t liegen. Im Juli 2014 exportierten die Russen rund 2,67 Mio. t Weizen und 0,387 Mio. t Gerste. Das USDA rechnet für das Gesamtjahr mit Weizenexporten von etwa 22,5 Mio. t Weizen nach 18,5 Mio. t im letzten Jahr.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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