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Russland plant Exportzölle für Mais, Gerste und Roggen

von , am
26.02.2015

Russland plant offenbar die baldige Einführung von Exportzöllen für Mais, Gerste und Roggen.

© B. Schweiger
 
Russland plant offenbar die baldige Einführung von Exportzöllen für Mais, Gerste und Roggen, nachdem mit Wirkung vom 1ten Februar bereits Exportzölle bei Weizen von 15 % bzw. mindestens 35 Euro je t eingeführt wurden. Eine endgültige Entscheidung ist allerdings noch nicht getroffen, berichtete der Leiter der Antimonopol-Behörde Igor Artemiev. Zunächst will man jedoch die Entwicklung der Getreideexporte im Februar abwarten und erst dann eine Entscheidung fällen. Nach Aussagen von Artemiev hat die Einführung der Exportzölle beim Weizen noch einmal zu einer deutlichen Zunahme der (zollfreien) Ausfuhren bei Gerste, Mais und Roggen geführt. Diese Entwicklung gefährdet nach seiner Einschätzung die Futterversorgung am russischen Markt und treibt die Preise für Futtergetreide nach oben.
 
Rubelabwertung hat Wettbewerbsfähigkeit erhöht
In diesem Wirtschaftsjahr sind die russischen Exporte von Getreide deutlich höher als ein Jahr zuvor. Hierzu hat neben der sehr guten russischen Getreideernte offenbar auch die kräftige Abwertung des russischen Rubels beitragen, was dass russische Getreide am Weltmarkt deutlich verbilligte und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber andern Anbietern kräftig erhöhte. Seit dem Februar 2014 hat der Wert des Rubels gegenüber dem Dollar bis Februar 2015 seinen Wert fast halbiert. Bekam man vor einem Jahr noch 36 Rubel für einen Dollar sind es derzeit  bereits 62 Rubel.
 
Getreideexporte 30 % höher als im Vorjahr
Bis zum 18 Februar 2014 wurden nach russischen Angaben rund 23,9 Mio. t Getreide exportiert und damit 31 Prozent mehr als im letzten Jahr zu diesem Termin (16,5 Mio. t). Von den bisherigen Gesamtausfuhren waren 18,68 Mio. t Weizen, 3,56 Mio. Gerste und 1,34 Mio. t Mais. Nach der Regulierung der russischen Weizenexporte liegen die Erwartungen an die russischen Getreideexporte im gesamten Wirtschaftsjahr 2014/15 bei etwa  bei 27 Mio. t. Davon entfallen etwa 20 Mio. t auf Weizen, 2,5 Mio. t auf Mais und mehr als 4 Mio. t auf Gerste. Zieht man die bereits exportierten Mengen ab, bleiben  für den Rest des Wirtschaftsjahres bis Juni  noch Ausfuhren von 1,3 Mio. t Weizen, 0,8 Mio. t Gerste und 1,2 Mio. t Mais-  also in Relation zu den Gesamtexporten keine allzu großen Mengen mehr.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter markt
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