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Russland: Sehr große Getreideernte, stockende Aussaat

von , am
21.09.2015

Die bisher abgeerntete Fläche entspricht 74,2 % der insgesamt für 2015 geplanten Erntefläche von 74,0 Mio. ha.

© Mühlhausen/landpixel
 
In Russland waren bis zum 17. September auf 8,3 Mio. ha Winterkulturen für die Ernte 2016 gepflanzt. Das entspricht etwa 48,8 % der für den Anbau von Winterkulturen für Ernte 2016 geplanten Fläche von etwa 17,0 Mio. ha. Im vorigen Jahr waren zum gleichen Termin bereits 9,1 Mio. ha bestellt und damit 0,8 Mio. ha oder knapp 10 % mehr. Vor allem im Süden Russlands wird die Aussaat von Wintergetreide durch sehr trockenes Wetter verzögert und das Zeitfenster für eine optimale Aussaat wird immer kleiner und die Aussaat könnte sich sogar bis zum Frühjahr verzögern.
 
Ernte kommt allmählich zum Ende
Bis zum 17. September hatten die russischen Landwirte etwa 86,1 Mio. t Getreide und Ölsaaten (Bunkergewicht) von 34,9 Mio. ha geerntet. Im vorigen Jahr (2014) waren zum gleichen Termin 88,2 Mio. t Getreide und Ölsaaten von etwa 33,7 Mio. ha geerntet. Die bisher abgeerntete Fläche entspricht 74,2 % der insgesamt für 2015 geplanten Erntefläche von 74,0 Mio. ha. Die Weizen- und Gerstenernte 2015 war bis zum 17. September zu etwa 80 abgeschlossen, die Maisernte zu 17 %, die Rapsernte zu 42 %, die Ernte von Sonnenblumen zu 12 % und die Sojaernte zu 24 %.
 
Weizenernte wird größer als 60 Mio. t
Weizen haben die russischen Landwirte bis zum 17. September etwa 57,0 Mio. t (Bunkergewicht) von etwa 21,4 Mio. ha geerntet und damit von 79,5 % der vom russischen Landwirtschaftsministerium als Plangröße angegebenen Erntefläche von 26,9 Mio. ha. Der bisherige Durchschnittsertrag beim Weizen lag bei 2,3 t/ha. Das USDA hat die russische Weizenernte im September auf 61,0 Mio.t geschätzt und damit 1,0 Mio. t höher als noch im August (60 Mio. t). Vor allem wegen der deutlich größeren Erntefläche als 2014 übertrifft die Weizenernte das sehr gute Vorjahresergebnis. Im Jahr 2014 ernteten die russischen Landwirte 59,1 Mio. t Weizen.
 
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Gerstenernte fast wieder bei 20 Mio. t
Gerste haben die russischen Landwirte bis zum 17. September rund 16,4 Mio. t (Bunkergewicht) von 7,2 Mio. ha geerntet. Das waren 80,4 % der offiziell erwarteten Ernte-Fläche von etwa 8,96 Mio. ha. Bei Gerste erreicht der bisherige Durchschnittertrag 2,3 t/ha. Die September-Schätzung des USDA zur russischen Gerstenernte lagen bei 19,5 Mio. t und damit nochmals 2,5 Mio. t höher als im August (17,0 Mio. t). Im Jahr 2014 brachten die russischen Landwirte die Riesenernte von 20,0 Mio. t Gerste ein.
 
Maisernte hat begonnen
Bis zum 17. September hatten die russischen Landwirte außerdem 2,3 Mio. t Mais von 462,8 Tsd. ha geerntet und damit von 16,6 % der vom russischen Landwirtschaftsministerium als Plangröße angegebenen Erntefläche von 2,78 Mio. ha. Der bisherige Durchschnittertrag beim Mais lag bei 5,07 t/ha. Die September-Schätzung des USDA zur russischen Maisernte lag bei 13,5 Mio.t und damit 2,2 Mio. t höher als 2014 (11,3 Mio. t).
 
Weizen-Exporte sind größer als abgerechnet
Die bisherigen russischen Getreideexporte gibt das Landwirtschaftsministerium für den Zeitraum vom 1ten Juli bis 18ten September mit 7,6 Mio. t an. Das ist im Vergleich zum Vorjahr mit 9,9 Mio. t eine 22,6 % bzw. kleinere Ausfuhrmenge. Die aktuelle Exportmenge bei Weizen wird mit 6,0 Mio. t angegebenen, die Ausfuhrmenge bei Gerste mit 1,35 Mio. t und der Maisexport summiert sich bislang auf 0,25 Mio. t.
 
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Allerdings hat sich das Exporttempo im Monat September deutlich beschleunigt und könnte nach Einschätzung russischer Stellen für diesen Monat einen Umfang von 4,5 Mio. t erreichen und damit sogar 28 % größer sein als im vorigen Jahr. Eine Ursache für diesen Zuwachs sind nach Analystenmeinung jedoch die Probleme bei der Berechnung der Exportzölle (bei Weizen) durch die Ausfuhrbehörde. Diese dauert relativ lange und führt in der Praxis zu einer späteren statistischen Erfassung bereits (mit temporärer Deklaration) exportierten Weizens.
 
Dr. Olaf Zinke
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