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Russland: Weizenernte wird groß, mehr Exporte

von , am
04.08.2014

In Russland war das Tempo Getreideernte zum Monatswechsel schneller als im Jahr 2013 und die bisherigen Erträge sowie die Erntemengen bei Weizen und Gerste waren deutlich höher.

© Mafied/aboutpixel.de
 
In Russland war das Tempo Getreideernte zum Monatswechsel schneller als im Jahr 2013 und die bisherigen Erträge sowie die Erntemengen bei Weizen und Gerste waren deutlich höher. Das zeigen Ende Juli die aktuellen Daten des russischen Landwirtschaftsministeriums aus der laufenden Ernte. Bis zum 30. Juli waren etwa 46,8 Mio. t Getreide von rund 13,7 Mio. ha geerntet. Im letzten Jahr waren zu diesem Termin 36,8 Mio. t Getreide und Ölsaaten von 13,0 Mio. ha geerntet. Damit war die Erntemenge zum Monatswechsel rund 27 % größer als im letzten Jahr. Die Erntefläche entspricht bislang 29,4 % der insgesamt geplanten Erntefläche von insgesamt (Sommer- und Winterkulturen) 46,6 Mio. ha. Der bisherige Durchschnittsertrag lag allerdings bei 3,41 t/ha und war damit 22 % höher als im Jahr 2013 mit 2,79 t/ha.
 
Weizenernte deutlich größer als erwartet
Weizen haben die russischen Landwirte bis zum 30. Juli etwa 38 Mio. t von 10,5 Mio. ha geerntet und damit von 41,3 % der geplanten Fläche (25,4 Mio. ha). Im letzten Jahr (2013) hatte man zu diesem Termin erst 29,1 Mio. t Weizen von 9,6 Mio. ha geerntet. Der bisherige Durchschnittsertrag lag bei 3,63 t/ha und war damit 20 % höher als im Jahr 2013 mit 3,03 t/ha. Gleichzeitig war die Erntemenge zum Monatswechsel rund 31 % bzw. 9 Mio. t größer als im letzten Jahr. Der Internationale Getreiderat (IGC)  hat die russische Weizenernte wegen der hohen Erträge bei Winterweizen zum Monatswechsel von zuvor 51,0 Mio. t auf jetzt 55,0 Mio. t nach oben geschätzt und Analysten halten bei guten Sommerweizenerträgen eine weitere Aufwärtskorrektur durchaus für wahrscheinlich.
 
Hohe Gerstenerträge lassen große Ernte erwarten
Gerste ernteten die russischen Landwirte nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums bis zum 30. Juli rund 4,7 Mio. t von 1,5 Mio. ha. Das entspricht etwa von 16,7 % der geplanten Erntefläche von knapp 9,0 Mio. ha. Im letzten Jahr hatten die russischen Landwirte zu diesem Termin lediglich 3,9 Mio. t Gerste von 1,7 Mio. ha und damit soagar von einer etwas größeren Fläche geerntet. Bislang erreicht der Durchschnittertrag allerdings 3,05 t/ha und ist damit sogar 33 % höher als 2013 (2,28 t/ha). Gleichzeitig war die Erntemenge zum Monatswechsel rund 26 % bzw. 0,8 Mio. t größer als im letzten Jahr Allerdings wurde bisher im fast aussschließlich Wintergerste geerntet. Die letzten Schätzungen zur russischen Gerstenernte liegen bei etwa 16,5 Mio. t (USDA).
 
Exporte laufen sehr gut, weitere Aufwärtskorrekturen
Für den Zeitraum vom 1. Juli bis zum 30. Juli meldet das russische Landwirtschaftsministerium  Getreideexporte von knapp 2,83 Mio. t, nach 2,35 Mio. t im letzten Jahr. Das ist ein Anstieg gegenüber 2013 von 17,5 %. Insgesamt exportierten die Russen vom 1. Juli bis zum 30. Juli des laufenden Wirtschaftsjahres rund 2,44 Mio. t Weizen und 0,33 Mio. t Gerste. Das USDA rechnete für das Gesamtjahr bislang mit Weizenexporten von etwa 19,5 Mio. t Weizen nach 18,5 Mio. t im letzten Jahr. Vor dem Hintergrund der über den Erwartungen liegenden Erntemenge könnten die Ausfuhren jedoch größer ausfallen. Der IGC ging Ende Juli bereits von russischen Weizenausfuhren von 20,3 Mio. t aus, nach 17,2 Mio. t in der Junischätzung.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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