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Russland/Ernte 2014: Weizenernte wie Vorjahr, mehr Gerste und Mais

von , am
23.05.2014

Russlands Landwirtschaftsminister Fyodorov hat die Prognose zur neuen russischen Getreideernte diese Woche deutlich angehoben.

© BAyer CropScience
 
Russlands Landwirtschaftsminister Fyodorov hat die Prognose zur neuen russischen Getreideernte diese Woche deutlich angehoben. Und dass obwohl es in einigen der wichtigsten Weizenanbaugebiete seit Wochen zu wenig Niederschlag gegeben hat und Analysten mittlerweile signifikante Auswirkungen auf das Ertragspotential in den betroffenen Regionen sehen. Die Erwartungen an die neue Getreideernte liegen jetzt bei 100 Mio. t. Zuvor hatte das Ministerium 95 Mio. t bis 98 Mio. t erwartet. Im letzten Jahr (2013) ernteten die Russen insgesamt 92,4 Mio. t Getreide. Die Anhebung der Ernteprognose resultiert nach Auskunft des Ministers aber nicht aus der Einbeziehung  der Krim in die Prognose sondern ist den höheren Produktionserwartungen geschuldet. Detaillierte Angaben zur Entwicklung bei den einzelnen Getreidearten machte das Ministerium nicht. Aber viele Analysten haben bereits Prognosen zur neuen russischen Ernte abgegeben
 
Weizenernte wie 2013 und relativ stabilr Exporte
Die Analysten von UkrAgroConsult schätzten die russische Weizenernte 2014 zuletzt auf 54,5 Mio. t, nach einer Erntemenge von 52 Mio. t im Jahr 2013 und 37,7 Mio. t im Dürrejahr 2012. Das USDA hält in seinem letzten Monatsreport eine Weizenernte von 52 Mio. t für wahrscheinlich und der Internationale Getreiderat (IGC) geht von 51,0 Mio. t aus. Insgesamt liegen die Ernte-Prognosen damit in etwa auf dem Niveau des letzten Jahres. Beim Weizenexport gehen die Auffassungen jedoch weiter auseinander. Hier rechnet UkrAgroConsult 2014/15 mit Ausfuhren von rund 19,7 Mio. t, nach knapp 18,2 Mio. t in der noch laufenden Saison. Das USDA hat die Weizenexporte im neuen Wirtschaftsjahr auf 19,0 Mio. t geschätzt und der IGC sogar nur auf 15,7 Mio. t.
 
Rekordernte bei Mais möglich, stabile Exporte
Bei Mais erwarteten die Analysten von UkrAgroConsult eine russische Ernte von 11,0 Mio. t. Im letzten Jahr (2013) ernteten die russichen Landwirte die bisherige Rekordmenge von 11,6 Mio. t und vor zwei Jahren lag die Produktion noch bei 8,2 Mio. t. Das USDA schätzte die neue russische Maisernte wegen einer kräftigen Anbauausweitung auf 12,5 Mio. t und damit auf einen neuen Rekordwert. Den möglichen ukrainischen Maisexport haben die Analysten von UkrAgroConsult im neuen Wirtschaftsjahr auf 3,8 Mio. t veranschlagt und damit geringfügig höher als der Rekordwert in der laufenden Saison (3,5 Mio. t). Das USDA geht von einem unveränderten Ausfuhrpotential von 3,5 Mio. t aus.
 
Größere Gerstenernte und mehr Exporte
Russland ist nach der EU der größte globale Gerstenproduzent. Bei Gerste gehen die Analysten von UkrAgroConsult von einer Erntemenge von etwa 17 Mio. t aus, nach 15,4 Mio. t im Jahr 2013 und 13,95 Mio. t vor zwei Jahren. Das USDA schätzt die mögliche Produktion derzeit auf 16,0 Mio. t. Das Exportpotential bei Gerste sieht die Analystenfirma UkrAgroConsult im nächsten Wirtschaftsjahr bei rund 3,3 Mio. t und damit deutlich höher als in der laufenden Saison mit 2,3 Mio. t Das USDA schätzt die Ausfuhrmenge im nächsten Wirtschaftsjahr sogar auf 3,5 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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