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Sehr gute Ertragsprognosen bei Weizen und Raps

von , am
28.04.2015

Die aktuellen Ertrags- und Ernteaussichten sind deshalb positiv und liegen derzeit bei allen Haupt-Kulturen über dem langjährigen Durchschnitt.

In Bayern bauen die Landwirte auf 549.400 Hektar Winterweizen an. © landpixel

In den meisten europäischen Regionen waren die bisherigen Witterungsverhältnisse sowohl für das Wachstum der Winterkulturen als auch für die Aussaat der Sommerkulturen hervorragend. Zu diesen Einschätzungen kommt Ende April die Crop-Monitoring-Agentur der EU-Kommission (MARS). Die aktuellen Ertrags- und Ernteaussichten sind deshalb positiv und liegen derzeit bei allen Haupt-Kulturen über dem langjährigen Durchschnitt.
 
Für Deutschland wurden die Ertragsschätzungen gegenüber dem Vormonat sowohl bei Weizen als auch bei Raps kräftig nach oben korrigiert. Allerdings war es in weiten Teilen West- und Zentral-Europas im März und im April zu trocken. In einigen Regionen wie etwa in Nordportugal, Nord-Westfrankreich, Südengland und Ungarn sind nur 50 % der üblichen Niederschlagsmengen gefallen. Gleichzeitig gab es jedoch in Spanien, auf dem Balkan und auch im Südosten der Ukraine sowie in Südrussland reichlich Regen.
 
Ende April kommt Regen nach Europa
Noch ist die Wasserversorgung der Pflanzen in den europäischen Regionen mit Niederschlagsdefiziten offenbar gut oder zufriedenstellend. Regen wird jedoch für eine gute Entwicklung der Pflanzen gebraucht. In zahlreichen Regionen, insbesondere  in Zentral, West- und Osteuropa, wurden Ende April jedoch zum Teil ergiebige Niederschläge (und kühle Temperaturen) erwartet. Diese Erwartung wird derzeit durch die aktuelle Wetter- und Niederschlagsentwicklung in Deutschland bestätigt. Für die meisten Kulturen in der Europäischen Union liegen die Ertragsprognosen von MARS zwar unter den Rekordergebnissen aus dem Vorjahr, jedoch über dem langjährigen Mittelwert. Das trifft unter anderem auf Winterweizen, Wintergerste sowie auf Raps zu.
 
Weichweizen: Bessere Ertragsprogose für Deutschland
Die Ertragsschätzungen bei Weichweizen liegen in der April-Prognose von MARS bei 5,89 t/ha und damit nur noch 3,0 % unter dem sehr hohen Vorjahreswert (6,07), jedoch 3,7 % über dem langjährigen Mittel (5,68). Gegenüber der Schätzung von März (5,79) hat MARS die Ertragserwartung um 1,7 % nach oben gesetzt.
Für Deutschland rechnen die Experten von MARS derzeit mit einem Durchschnittsertrag von 8,06 t/ha und bleiben damit rund 6,7% unter den die Rekorderträgen aus dem letzten Jahr (8,64), liegen jedoch 5,5 % höher als im langjährigen Mittel (7,64). Gegenüber der Ertragsschätzung von März (7,65) hat MARS die Ertragserwartung für Deutschland im April sehr deutlich um 5,4 % nach oben gesetzt. Den französischen Ertragsdurchschnitt erwartet MARS unverändert auch im April bei 7,38 t/ha und damit nur 1,3 % niedriger als im letzten Jahr (7,48), jedoch 3,2 % über dem langjährigen Mittelwert (7,15). Mit zur Märzprognose unveränderten Erträgen von 8,08 t/ha rechnet MARS auf den Weizenflächen im Vereinigten Königreich. Das wären etwa 6,3 % niedrigere Erträge als 2014 (8,62). Im langjährigen Vergleich (7,62) würden die britischen Erträge jedoch 5,8 % höher sein.
 
Wintergerste: Erträge etwas über dem langjährigen Mittel
Bei Wintergerste geht die Crop-Monitoring-Agentur für die EU 28 von Erträgen aus, die mit 5,57 t/ha etwa 5,8 % niedriger sind als die sehr hohen Erträge im Vorjahr (5,91) und gleichzeitig 2,8 % über dem langjährigen Mittelwert (5,39) liegen. Gegenüber der Schätzung von März (5,44) hat MARS die Ertragserwartung um 2,4 % nach oben gesetzt.
Mit einem Durchschnittsertrag von 6,95 t/ha verfehlt die Ertragserwartung für Deutschland das ausgezeichnete dem Vorjahresergebnis (7,80) um 10,1 %, der langjährige Durchschnittswert (6,72) wird jedoch um 3,8 % übertroffen. Gegenüber der Schätzung von März (6,71) hat MARS die Ertragserwartung um 3,5 % nach oben gesetzt. Für Frankreich fällt die Ertragsprognose für Wintergerste mit 6,70 t/ha rund 2,7 % kleiner aus als im letzten Jahr (6,88), liegt jedoch 3,1 % über dem langjährigen Durchschnitt (6,49). Gegenüber der Schätzung von März (6,69) hat MARS die Ertragserwartung nicht verändert. Im Vereinigten Königreich rechnet MARS (wie schon im März) mit einem Wintergerstenertrag von 6,57 t/ha. Das wären etwa 9,4 % niedrigere Erträge als 2014 (7,25). Das langjährige Mittel (6,55) würden die britischen Erträge etwa erreichen.
 
Raps: Deutsche Rapserträge kräftig nach oben korrigiert
Bei Raps liegen die derzeitigen Ertragsschätzungen von MARS mit 3,35 t/ha rund 6,4 % unter den sehr hohen Erträgen des Vorjahres (3,57), jedoch 6,9 % höher als im langjährigen Mittel (3,13). Gegenüber der Schätzung von März (3,24) hat MARS die Ertragserwartung um 3,4 % nach oben gesetzt.
Die aktuelle Ertragsprognose für Deutschland verfehlt mit 4,27 dt/ha den Vorjahrswert von 4,48 t/ha nur noch um 4,8 % und liegt gleichzeitig 12,7 % über dem langjährigen Mittel (3,79). Gegenüber der Schätzung von März (3,85) hat MARS die Ertragserwartung für Deutschland sehr deutlich um 10,9 % nach oben geschraubt. Frankreichs Ertragsschätzung ist mit 3,42 t/ha unverändert zur Märzschätzung (3,42) und etwa 6,8 % niedrigere Erträge als 2014 (3,67). Für das Vereinigte Königreich prognostiziert MARS wie schon im März mit 3,68 t/ha ähnlich hohe Erträge wie 2014 (3,71) und 5,1 % höhere Erträge als im langjährigen Mittel (3,50).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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