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Trockenheit drückt deutsche Getreideernte nach unten

von , am
18.06.2015

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat die erwartete deutsche Getreideernte 2015 im Juni deutlich nach nach unten korrigiert.

Der Weizen liegt an der CBoT deutlich unter dem Vorjahresniveau. © Yvonne Jpunkt/aboutpixel.de
 
Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat die erwartete deutsche Getreideernte 2015 im Juni deutlich nach unten korrigiert. Betroffen sind alle Getreidearten und auch der Raps. Der Grund für die nach unten korrigierten Erträge und Erntemengen ist das trockene Wetter in weiten Teilen Deutschlands, was Trockenstress bei den Getreidekulturen und deutlich schwächere Ertragserwartungen zur Folge hat. Nach Einschätzung des DRV ist nur im äußersten Norden Deutschlands und im Süden ausreichend Niederschlag gefallen. Zudem geht der Verband davon aus, dass es zu weiteren Ertragseinbußen kommt, wenn es in der nächsten Zeit nicht ausreichend regnet.
 
Deutsche Getreideernte etwa so groß wie 2013
Dabei liegt die Mitte Juni vom DRV erwartete Gesamternte bei Getreide 2015 rund 4,0 % unter der DRV-Prognose vom Mai und 8,2 % unter der Rekordernte von 2014. Das langjährige Mittel von 2008 bis 2013 würde mit der neuen Ernte allerdings übertroffen. Insgesamt soll die deutsche Getreideernte 2015 nach Einschätzung des DRV bei 47,7 Mio. t liegen und damit 4,3 Mio. t kleiner sein als das Rekordergebnis von 2014 mit 52,0 Mio. t. Der langjährige Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2013 von 46,5 Mio. t würde jedoch um 1,2 Mio. t übertroffen und das gute Ergebnis von 2013 (47,7 Mio.) würde in etwa erreicht.
 
Weizenernte rund 2 Mio. t kleiner als 2014
Die deutsche Weizenernte 2015 (Sommer und Winterweizen) wird nach der aktuellen Einschätzung des DRV mit etwa 25,8 Mio. t das Rekordergebnis aus dem Jahr 2014 von 27,8 Mio. t um 2,0 Mio. t oder 7,2 % verfehlen. Gegenüber der DRV-Schätzung vom Mai (26,9 Mio. t,  wurde die Prognose um 4,1 % bzw. 1,1 Mio. t nach unten korrigiert. Grund sind die  im Mai noch bei 81,3 dt/ha und im Juni nur noch bei 77,9 dt/ha erwarteten Durchschnittserträge. Zur Ernte 2014 lagen die Weizenerträge bei 86,3 dt/ha. Die Weizenfläche (Sommer und Winterweizen) gibt der DRV weiterhin mit 3,31 Mio. ha an und damit rund 2,8 % oder etwa 90.000 ha größer als 2014.

Deutlich weniger Wintergerste als 2014
Mit einer Erntemenge von 8,6 Mio. t rechnet der DRV im Juni bei Wintergerste. Das wären immerhin 0,3 Mio. t oder 3,5 % weniger als noch im Mai (8,9) erwartet wurden. Im Vergleich zur sehr großen Ernte von 2014 (9,5 Mio. t) wäre die jetzt erwartete Ernte sogar 0,9 Mio. t oder knapp 10 % kleiner. Dabei veranschlagen die Analysten des DRV die Durchschnittserträge bei Wintergerste jetzt nur noch bei 67,9 dt/h im Vergleich zu 70,3 dt(ha im Mai und 77,3 (!!) dt/ ha im vorigen Jahr. Die Anbaufläche von Wintergerste für die Ernte 2015 gibt der DRV weiterhin mit 1,27 Mio. ha an und 3,2 % größer als 2014 (1,23 Mio. ha).
 
Produktion von Sommergerste wie 2014
Der Produktion von Sommergerste soll nach den aktuellen DRV-Schätzung vom Juni bei 1,96 Mio. t liegen und damit geringfügig kleiner sein wie im Mai (2,03) erwartet wurde. Grund sind auch hier die niedrigeren Erträge, die von 55,6 auf 53,5 dt7ha gesenkt wurden und damit auch deutlich niedriger ausfallen als im vorigen Jahr mir 59,8 dt/ha. Die Produktionsmenge aus dem Jahr 2014 von 2,07 Mio. t würde zur Ernte 2015 wegen der um 5,8 % gewachsenen Anbaufläche nur knapp um 1,6 % verfehlt. Insgesamt schätzt der DRV die deutsche Gerstenproduktion im Juni auf 10,6 Mio. t, im Vergleich zu 10,9 Mio. t im Mai und 11,6 Mio. t im letzten Jahr (2014). Das wäre gegenüber 2014 ein Produktionsrückgang von 8,7 % oder rund 1,0 Mio. t.
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Roggenernte noch etwas kleiner
Mit einer Erntemenge von 3,5 Mio. t rechnet der DRV im Juni bei Roggen. Das wären knapp 0,2 Mio. t weniger als noch im Mai (3,7) erwartet wurden. Im Vergleich zur Ernte von 2014 (3,85 Mio. t) wäre die jetzt erwartete Ernte sogar 0,35 Mio. t oder knapp 10 % kleiner. Dabei erwarten die Analysten des DRV die Durchschnittserträge Roggen bei 55,3 dt/h im Vergleich zu 58,7 dt/ha im Mai und 61,2 (!!) dt/ ha im vorigen Jahr. Die Anbaufläche von Roggen für die Ernte 2015 gibt der DRV mit 0,63 Mio. ha an und damit ähnlich groß wie 2014.
 
Niedrigere Erträge bei Körnermais
Der Produktion von Mais soll nach den aktuellen DRV-Schätzung vom Juni bei 4,7 Mio. t liegen und damit 0,1 Mio. t kleiner sein wie im Mai (4,8) erwartet wurde. Grund sind auch hier die niedrigeren Erträge, die von 100,2 auf 96,9 dt/ha gesenkt wurden und damit auch niedriger ausfallen als im vorigen Jahr mir 107,6 dt/ha. Die Produktionsmenge aus dem Jahr 2014 von 5,1 Mio. t würde 2015 um 9,2 % verfehlt. Eine um knapp 8 % kleinere Produktion als 2014 (0,63 Mio. t) erwartet der DRV mit 0,58 Mio. t beim Hafer. Für für Triticale geht der DRV von einem Produktionsrückgang von etwa 9 % auf 2,7 Mio. t aus.
 
Rapsernte schrumpft um 20 Prozent
Die neue Rapsernte erwartet der DRV im Juni nur noch bei 4,99 Mio. t . Das wären rund 0,26 Mio. t weniger als noch im Mai (5,25) erwartet wurden. Im Vergleich zur Ernte von 2014 (6,24 Mio. t) wäre die jetzt erwartete Ernte sogar 1,25 Mio. t oder knapp 20 % kleiner. Dabei erwarten die Analysten des DRV die Durchschnittserträge Raps nur noch bei 38,1 dt/h im Vergleich zu 40,0 dt/ha im Mai und 44,8 (!!) dt/ ha im vorigen Jahr. Die Anbaufläche von Raps für die Ernte 2015 gibt der DRV mit 1,3 Mio. ha an und damit 6,1 % kleiner wie wie 2014 mit 1,394 Mio. ha
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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