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Trockenheit drückt europäische Raps- und Weizenerträge

von , am
23.06.2015

Das sehr trockene Wetter der letzten Wochen hat in Teilen Zentraleuropas und auf der iberischen Halbinsel die Ertragserwartungen bei fast allen Getreidearten sowie bei Raps zum Teil deutlich reduziert.

Der Weizen liegt an der CBoT deutlich unter dem Vorjahresniveau. © Yvonne Jpunkt/aboutpixel.de
 
Das sehr trockene Wetter der letzten Wochen hat in Teilen Zentraleuropas und auf der iberischen Halbinsel die Ertragserwartungen bei fast allen Getreidearten sowie bei Raps zum Teil deutlich reduziert. Allerdings liegen die erwarteten Durchschnittserträge bei den meisten Kulturen weiterhin über dem langjährigen Mittelwert. Zudem werden in etlichen Regionen mit Niederschlagdefiziten in der zweiten Junihälfte noch ergiebige Niederschläge erwartet und damit zumindest eine Stabilisierung der derzeitigen Situation. Zu diesen Einschätzungen kam Ende Juni die Crop-Monitoring-Agentur der EU-Kommission (MARS).
 
Niederschlagdefizit in Deutschland
Besonders kräftig korrigierte MARS die erwarteten Durchschnittserträge in Deutschland nach unten. Erhebliche Niederschlagsdefizite wurden dabei in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen, Brandenburg sowie in Hessen und Rheinland-Pfalz festgestellt. Auch in Spanien wurden die Erträge witterungsbedingt deutlich nach unten korrigiert. Vergleichsweise moderat nach unten setzte MARS die durchschnittlichen Ertragsprognosen für Tschechien, Ungarn, Italien und Rumänien. Vergleichsweise geringe Auswirkungen hatte das Wetter bislang, trotz regionaler Niederschlagsdefizite, auf die Ertragserwartungen in Frankreich und Polen. Auch für das Vereinigte Königreich blieben die Ertragsschätzungen von MARS relativ unverändert.
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Weichweizen: Erträge in Deutschland runter, Frankreich unverändert
Die Ertragsschätzungen bei Weichweizen liegen in der Juni-Prognose von MARS bei 5,85 t/ha und damit 4,7 % unter dem sehr hohen Vorjahreswert (6,14), jedoch 3,3 % über dem langjährigen Mittel (5,67). Gegenüber der Schätzung von Mai (5,93) hat MARS die Ertragserwartung noch einmal um 1,3 % nach unten gesetzt.
 
Für Deutschland rechnen die Experten von MARS jetzt mit einem Durchschnittsertrag von 7,78 t/ha. Damit bleibt die aktuelle Prognose rund 9,9 % unter den die Rekorderträgen aus dem letzten Jahr (8,64), liegt jedoch 1,8 % höher als im langjährigen Mittel (7,64). Gegenüber der vorigen Ertragsschätzung von Mai (8,05) hat MARS die Ertragserwartung für Deutschland im Juni um 3,4 % gesenkt.
 
Den Ertragsdurchschnitt für Frankreich erwartet MARS im Juni bei 7,54 t/ha und damit weiterhin 0,7 % höher als im letzten Jahr (7,48) und sogar 5,4 % über dem langjährigen Mittelwert (7,16). Gegenüber der Ertragsschätzung von Mai (7,54) hat MARS die Ertragserwartung für Frankreich nicht verändert.
 
Im Vereinigten Königreich erwartet MARS im Juni Erträge von 8,14 t/ha. Im Vergleich zum Rekordergebnis aus dem Vorjahr (8,58) wären dies allerdings noch etwa 5,1 % niedrigere Erträge. Im langjährigen Vergleich (7,63) würden die britischen Erträge jedoch 6,7 % höher sein. Gegenüber der Ertragsschätzung von Mai (8,14) blieb die Ertragserwartung für das Vereinigte Königreich unverändert.
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Raps: Deutsche Ertragserwartung um 10 % gesenkt
Bei Raps liegen die derzeitigen Ertragsschätzungen von MARS mit 3,28 t/ha rund 9,4 % unter den sehr hohen Erträgen des Vorjahres (3,62), jedoch noch immer 4,7 % höher als im langjährigen Mittel (3,13). Gegenüber der Schätzung von Mai (3,42) hat MARS die Ertragserwartung deutlich um 4,1 % reduziert.
 
Die aktuelle Ertragsprognose für Deutschland verfehlt mit 3,96 t/ha den sehr guten Vorjahrswert von 4,48 t/ha um 11,6 %, liegt jedoch immer noch 4,2 % über dem langjährigen Mittelwert (3,80). Gegenüber der Schätzung von Mai (4,40) hat MARS die Ertragserwartung für Deutschland um 10,0 % gesenkt.
 
Frankreichs Ertragsschätzung ist mit 3,50 t/ha 1,5 % niedriger als zur Maischätzung (3,55) und etwa 4,7 % niedriger als 2014 (3,67). Für das Vereinigte Königreich prognostiziert MARS mit 3,53 t/ha etwa 4,9 % niedrigere Erträge wie 2014 (3,70) und 2,8 % niedrigere Erträge als im Mai (3,63).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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