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UK: Regen verschlechtert Qualität der Getreideernte

von , am
07.09.2015

Bis Ende voriger Woche waren nach Angaben des britischen Getreideamtes AHDB/ADAS etwa 60 % der Weizenfläche abgeerntet.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Weizenernte im Vereinigten Königreich kommt wegen schwerer Regenfälle nur sehr langsam voran. Die Ernteprognosen sind zwar immer noch hoch, die zuvor sehr gute Qualität der britischen Weizen- und Sommergersten-Ernte dürfte unter dem Dauerregen leiden. Darauf lassen die Ernteberichte der Getreideabteilung des britischen Agriculture and Horticulture Development Board (AHDB) ebenso schließen wie aktuelle Einschätzung von Analysten.
 
Weizenerträge sehr hoch,  Feuchtegehalt nimmt zu
Bis Ende voriger Woche waren nach Angaben des britischen Getreideamtes AHDB/ADAS etwa 60 % der Weizenfläche abgeerntet. In Ostengland war die Ernte allerdings zu 85 % komplett, in Südengland zu 70 % und in Schottland zu 25 bis 50 %. Die Erträge wurden weiterhin mit durchschnittlich 8,3 t/ha bis 8,6 t/ha angegeben und lagen damit deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 7,8 t/ha. Der durchschnittliche Proteingehalt des geernteten Weizens lag weiterhin bei etwa 12,6 % (Vj. 12 %).
 
Der bisherige Feuchtegehalt des Weizens betrug jetzt  17 % und war damit deutlich höher als in der Woche (14 %). Die durchschnittlichen Fallzahlen (Hagenberg) wurden nur noch mit 270 sec nach bei 295 sec der Vorwoche. Das spezifische Gewicht erreicht unverändert 78 kg je hl. bei Die Erntefläche wird vom britischen Getreideamt mit 1,87 Mio. ha angegeben und wäre damit 0,06 Mio. ha oder 3 % kleiner als 2014 (1,93 Mio. ha), jedoch deutlich größer als 2013 (1,62 Mio. ha).
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Weizenernte könnte Prognosen übertreffen
Das Vereinigte Königreich ist nach Frankreich und Deutschland der drittgrößte Weizenproduzent der EU. Nach den aktuellen Erntedaten könnte die Erntemenge bei Weichweizen die bisherigen Analysten-Schätzungen übertreffen, auch wenn die sehr große Ernte aus dem Vorjahr nicht erreicht wird. Geht man von den derzeitigen Erträgen und der gemeldeten Erntefläche aus, müsste die Produktionsmenge zwischen 15,5 Mio. t und 16,1 Mio. t liegen und damit größer sein als die bisherigen Schätzungen, die überwiegend zwischen 15,2 Mio. t und 15,3 Mio. t liegen. Im vorigen Jahr (2014 )ernteten die Briten allerdings 16,6 Mio. t Weizen (größere Erntefläche), während die Ernte von 2013 nur 11,9 Mio. t groß war.
 
Sommergerste erst zu 30 % geerntet
Kurz vor dem Monatswechsel waren nach Meldungen des britischen Getreideamtes 100 % der Wintergerste und 30 % der Sommergerste geerntet. Die Erträge wurden bei Wintergerste mit durchschnittlich 7,2 t/ha bis 7,6 angegeben und lagen damit sehr deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 6,5 t/ha. Die Erträge bei Sommergerste wurden unverändert zur Vorwoche mit 5,9 t/ha bis 6,2 angegeben und lagen damit ebenfalls über dem langjährigen Mittel von 5,4 t/ha.
 
Das spezifische Gewicht erreicht bei Winter- und Sommergerste 66 kg je hl und der Feuchtegehalt lag bei 15 %. Die diesjährige Erntefläche von Wintergerste wird vom britischen Getreideamt mit 0,44 Mio. ha (Vj: 0,42 Mio. ha) angegeben und die Sommergerstenfläche liegt bei 0,647 Mio. ha (Vj. 0,634 Mio. ha). Damit summiert sich die gesamte Gerstenfläche sich 1,086 Mio. ha (Vj: 1,056 Mio. ha) und wäre damit etwas größer ist als 2014.
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Gerstenproduktion größer als 2014?
Bei Gerste ist das Vereinigte Königreich nach Deutschland, Frankreich und Spanien der viertgrößte Produzent der EU. Bezogen auf Anbaufläche und Durchschnittserträgen müsste die Erntemenge von Wintergerste etwa bei 3,2 Mio. t bis 3,34 Mio. t liegen (Vj. 3,1 Mio. t) und die Erntemenge bei Sommergerste bei 3,82 Mio. t bis 4,0 Mio. t (Vj. 3,8).
 
Rapsernte  kleiner als 2014
Die Ernte von Winterraps war zum Monatswechsel nach den Angaben britischer Stellen zu etwa 98 % eingebracht. Die Erträge wurden bei Winterraps unverändert mit 3,6 t/ha bis 3,8 angegeben und lagen damit etwas über dem langjährigen Durchschnitt von 3,4 t/ha. Der Ölgehalt erreicht Werte von 42 % bis 48 % und der Feuchtegehalt lag bei 5 bis 15 % du war damit höher als in der Vorwoche (9 bis 11 %). Die diesjährige Erntefläche von Raps wird vom britischen Getreideamt mit 0,627 Mio. ha (Vj: 0,67 Mio. h) angegeben.
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Geht man jedoch von den derzeitigen Erträgen und der gemeldeten Erntefläche aus, müsste die Produktionsmenge zwischen 2,25 Mio. t und 2,38 Mio. t liegen. Im Jahr 2014 ernteten die Briten 2,5 Mio. t Raps (größere Erntefläche), während die Rapsernte von 2013 nur 2,12 Mio. t groß war.
 
Dr. Olaf Zinke
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