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Ukraine: Rund 10 % weniger Mais ausgesät, Export läuft gut

von , am
23.05.2014

Die Aussaat von Sommergetreide erreicht in der Ukraine ganz offensichtlich nicht die ursprünglichen Planungen. Demgegenüber ist der überraschend starke ukrainische Getreideexport bis zuletzt nicht zum Stillstand gekommen

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Aussaat von Sommergetreide erreicht in der Ukraine ganz offensichtlich nicht die ursprünglichen Planungen. Das dokumentieren diese Woche die aktuellen Daten des ukrainischen Landwirtschaftsministeriums. Betroffen ist insbesondere die Aussaat von Mais. Dagegen ist die Entwicklung bei den wichtigsten Ölsaaten unterschiedlich. Während die ukrainischen Landwirte bei Sonnenblumen das Aussaatziel fast erreicht haben ist der Rückstand bei Soja etwas größer. Die Ursachen für den Rückstand der bisherigen Aussaat zu den geplanten Aussaatflächen sind neben den politischen Unruhen im Osten de Ukraine, vor allem auch bis zu 30 % gestiegenen Kosten für Saatgut, Treibstoff und andere Betriebsmittel. Demgegenüber ist der überraschend starke ukrainische Getreideexport bis zuletzt nicht zum Stillstand gekommen.
 
Rückstand zum Vorjahr bei 7 Prozent
Das ukrainische Landwirtschaftsministerium hat die Aussaatfläche von Sommerkulturen bis zum 20ten Mai mit 7,518 Mio. ha angegeben. Das sind nach Ministeriumsangaben rund 90 % der ursprünglich geplanten Aussaatfläche von knapp 8,24 Mio. ha. Im letzten Jahr hatten die ukrainischen Landwirte zu diesem Termin 8,049 Mio. ha mit Sommerkulturen bestellt. Der Rückstand zum Vorjahr liegt bei knapp 7 % oder 0,53 Mio. ha und hat sich in den letzten beiden Wochen vergrößert.
 
Etwa 10 % der geplanten Maisfläche nicht bestellt
Den Aussaatfortschritt bei Mais gibt das Ministerium bis zum 20. Mai mit 4,643 Mio. ha an. Das entspricht rund 90 % der offiziell geplanten Aussaatfläche von 5,16 Mio. ha. Das USDA hatte die Aussaatfläche zuletzt allerdings nur auf 4,8 Mio. ha geschätzt, nach ebenfalls 4,8 Mio. ha im letzten Jahr und 4,37 Mio. ha vor zwei Jahren. Bei Sonnenblumen (der wichtigsten ukrainischen Ölsaat) liegt die derzeitige Aussaatfläche bei 4,228 Mio. ha oder 98 % der insgesamt geplanten Fläche von 4,3 Mio. ha und für Soja wird vom Ministerium eine bisherige Aussaatfläche von 1,54 Mio. ha oder 93 % der geplanten Fläche von 1,65 Mio. ha genannt.
 
Exporte deutlich über Vorjahr
Die Getreideexporte der Ukraine sind bis zum 21. Mai – trotz der politischen und wirtschaftlichen Krise - überraschend gut gelaufen. Nach offiziellen Angaben wurden im aktuellen Wirtschaftsjahr 2013/14 vom 1 Juli bis zum 21 Mai 2014 etwa 30,88 Mio. t Getreide exportiert. Im gesamten letzten Wirtschaftsjahr 2012/13 exportierte das Land 23 Mio. t Getreide. Bis zum Ende des aktuellen Wirtschaftsjahres 2013/14 erwartet das ukrainischen Ministerium derzeit Getreideausfuhren von knapp 32,0 Mio. t. Derzeit lagern nach Ministeriumsangaben an den Terminals der Verladehäfen noch 0,866 Mio. t für den Export bestimmtes Getreide, darunter 0,365 Mio. t Weizen, 0,06 Mio. t Gerste und 0,426 Mio. t Mais.
 
Zwei Drittel der Exportmenge ist Mais
Die ukrainische Ausfuhrmenge besteht im aktuellen Wirtschaftsjahr 2013/14 zu 63 % bzw. 19,368 Mio. t aus Mais. Im gesamten letzten Wirtschaftsjahr 2012/13 exportierte die Ukraine 12,7 Mio. t Mais. Die ukrainischen Weizenexporte erreichten vom 1. Juli bis 21ten Mai nach den Angaben des ukrainischen Landwirtschaftsministeriums 8,865 Mio. t. Das entspricht etwa 29 % der Gesamtexportmenge. Im letzten Wirtschaftsjahr lag die Ausfuhrmenge insgesamt bei 7,2 Mio. t Weizen und wurde bereits deutlich übertroffen. Die Exporte von Gerste belaufen sich bis zum 21. Mai auf 2,297 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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