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Ukraine: Starke Anbaueinschränkung bei Sommergetreide

von , am
28.03.2014

Ukrainische Stellen erwarten jetzt deutliche Anbaueinschränkungen von 20 % bis 30 % bei Sommergetreide.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Aussaat von Sommergetreide gerät in der Ukraine zunehmend ins Stocken und staatliche Stellen und private Organisation sehen mittlerweile deutliche Auswirkungen auf die neue Getreideernte. Hauptgrund sind die kräftig gestiegen Kosten für Treibstoff und Energie sowie für Mineraldünger. Gleichzeitig fehlen dem Staat die Mittel Kredite zu vergeben und private Banken halten sich wegen der starken Wertverfalls der ukrainischen Währung und der unsicheren Finanzierungsbedingungen mit der Kreditvergabe weitgehend zurück. Vor diesem Hintergrund erwarten ukrainische Stellen jetzt deutliche Anbaueinschränkungen von 20 % bis 30 % bei Sommergetreide mit spürbaren Auswirkungen auf die neue (Mais) Ernte.
 
Steigende Kosten, Starker Währungsverlust
Die Kosten für Mineraldünger sind für ukrainische Landwirte derzeit mindestens 15 % bis 20 % höher als im letzten Jahr und auch die Preise für Energie und Saatgut sind kräftig gestiegen. Hintergrund ist der starke Wertverlust der ukrainischen Währung seit Anfang des Jahres gegenüber dem Euro und dem Dollar um mehr als ein Drittel. Bei Importen aus Russland werden die ukrainischen Abnehmer von Mineraldünger nur noch gegen Vorkasse beliefert. Ukrainische Privatbanken vergeben hingegen keine Kredite an Landwirte mehr, so dass die Finanzierung beim Einkauf von Betriebsmitteln und Saatgut immer schwieriger wird.
 
Anbaueinschränkung zwischen 20 und 30 %
Erste Schätzungen aus dem Landwirtschaftsministerium gehen vor diesem Hintergrund von einem Anbaurückgang bei Sommergetreide von bis zu 30 % aus. Ein Sprecher des ukrainischen Agrar Bussiness Club, einer Interessenvertretung von landwirtschaftlichen Großbetrieben, schätzte die Einschränkung bei der Aussaat von Sommergetreide immerhin auf 20 %. Die erwartete Anbaueinschränkung würde nach der Einschätzung des Agrar Bussiness Club zu einem Produktionsrückgang bei Sommergetreide von gut 11 Mio. t (!!) führen.
 
Maisexporte laufen noch sehr gut
Die Getreideexporte der Ukraine laufen hingegen bislang weiter sehr gut und erreichten nach offiziellen Angaben bis zum 24. März einen Umfang von 26,8 Mio. t und übertreffen das Vorjahresergebnis damit um 41 %. Die ukrainische Ausfuhrmenge besteht im bisherigen Wirtschaftsjahr zu 62 % bzw. 16,78 Mio. t aus Mais. (Im letzten Wirtschaftsjahr exportierte die Ukraine insgesamt 12,7 Mio. t Mais). Bis zum Ende des Wirtschaftsjahres erwarteten Analysten bisher Maisaufuhren von insgesamt 18,5 Mio. t.
 
Weizenexport ebenfalls über Vorjahr
Die ukrainischen Weizenexporte erreichten vom 1. Juli bis 24 März nach den Angaben des ukrainischen Landwirtschaftsministeriums 7,66 Mio. t. Das entspricht etwa 28,5 % der Gesamtexportmenge. Im letzten Wirtschaftsjahr lag die Ausfuhrmenge bei 7,2 Mio. t und ist damit bereits übertroffen. Für das gesamte Wirtschaftsjahr erwarteten Analysten bisher eine Ausfuhrmenge von etwa 10,00 Mio. t. Die Exporte von Gerste belaufen sich bis zum 24. März auf 2,15 Mio. t, bei erwarteten Gesamtausfuhren von 2,5 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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