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Ukraine/Ernte 2014: Hohe Erträge und sehr gute Getreideernte erwartet

von , am
20.06.2014

In der Ukraine haben sich die Wachstums-Bedingungen und damit auch die Ertragserwartung für Weizen, Gerste und Mais im Mai deutlich verbessert.

© Burkhardt Trautsch/aboutpixel.de
 
In der Ukraine haben sich die Wachstums-Bedingungen und damit auch die Ertragserwartung für Weizen, Gerste und Mais im Mai deutlich verbessert. Ursache sind intensive Regenfälle in fast allen wichtigen Anbauregionen während einer wichtigen Entwicklungsphase sowohl für Wintergetreide als als auch für Sommergetreide. Zu dieser Einschätzung kommt die europäische Crop-Monitoring-Agentur MARS in ihrer satellitengestützten Auswertung der ukrainischen Wachstumsbedingungen und der darauf basierenden Ertragsschätzung. Sowohl für Weizen als auch für Gerste und Mais setzte MARS die erwarteten Erträge im Vergleich zur letzten Prognose von Mai deutlich nach oben.
 
Starke Regenfälle im Mai bringen Schub
Grund für die verbesserten Ertragsaussichten sind überdurchschnittlichen Niederschläge im Mai, in fast allen wichtigen Anbauregionen. In der Zentralukraine ist sogar doppelt so viel Regen gefallen wie normal. Vorausgegangen war den Regenfällen im Mai allerdings eine lange Phase (März/April) mit Niederschlagsmangel und die Gefahr deutlicher Ertragseinbußen. In diesem Jahr hatte ein sehr milder Winter, mit sehr geringen Auswinterungsschäden, das Wachstum des Wintergetreides zunächst gefördert und zu einem deutlichen Wachstumsvorsprung geführt. Problematisch war allerdings, dass es im Mai (nach einem sehr kühlen Beginn) eine extreme Hitzewelle mit mehr als 33 Grad Celsius, vor allem in den östliche Regionen der Ukraine gegeben hat, die zum Teil bis in Juni andauert. Dennoch ist das Wintergetreide in den meisten Regionen der Entwicklung in normalen Jahren etwa 10 Tage voraus, so dass auch die Ernte etwa 10 tage früher beginnen könnte und damit unmittelbar bevorsteht. Bei Gerste hat die Ernte sogar schon begonnen.
 
Weizen könnte Rekordertrag von 2013 erreichen, Anbaufläche kleiner
Die Ertragsschätzungen für Weizen, Gerste und Mais wurden in der Juni-Prognose von MARS deutlich nach oben korrigiert. Bei Weizen erwarteten die Experten von MARS im Juni einen Durchschnittsertrag von 3,29 t/ha. Gegenüber der Schätzung von Mai (2,59 t/ha) ist dies ein Anstieg der Ertragserwartung um 10 %. Das Ergebnis des sehr guten Vorjahres (3,39) wird nur noch knapp um 3 % verfehlt. Das langjährige Mittel von 3,08 t/h wird um rund 7 % übertroffen. Das USDA hatte die ukrainische Anbaufläche von Weizen für die Ernte 2014 in seinem Juni-Report auf rund 6,3 Mio. ha geschätzt nach 6,57 Mio. ha im Jahr 2013. Das wäre ein Anbaurückgang von 4 % oder 0,27 Mio. ha wegen des Dauerregens bei der Herbstaussaat und ist die Ursache für die etwas kleiner erwartete Ernte. Die durchschnittlichen Weizen-Erträge erwartet das USDA bei 3,17 t/ha und damit nur geringfügig niedriger als MARS.
 
Gerstenerträge über Vorjahr erwartet
Bei Gerste erwarteten die Experten von MARS im Juni einen Durchschnittsertrag von 2,45 t/ha. Gegenüber der Schätzung von Mai (2,25 t/ha) ist dies ein Anstieg der Ertragserwartung um knapp 9 %. Das gute Ergebnis des Vorjahres (2,34) wird damit um 5 % übertroffen. Das langjährige Mittel von 2,25 t/h wird ebenfalls um 9 % übertroffen. Das USDA hatte die ukrainische Anbaufläche von Gerste für die Ernte 2014 in seinem Juni-Report auf rund 3,0 Mio. ha geschätzt nach 3,23 Mio. ha im Jahr 2013. Das wäre ein Anbaurückgang von 7 % oder 0,23 Mio. ha. Die durchschnittlichen Gersten-Erträge erwartet das USDA bei 2,33 t/ha und damit 5 % niedriger als MARS.
 
Sehr gute Maiserträge, aber weniger als 2013
Bei Mais erwarteten die Experten von MARS im Juni einen Durchschnittsertrag von 5,73 t/ha. Gegenüber der Schätzung von Mai (5,53 t/ha) ist dies ein Anstieg der Ertragserwartung um knapp 6 %. Das ausgezeichnete Ergebnis des Vorjahres (6,4) wird damit immer noch um 10% verfehlt. Das langjährige Mittel von 5,56 t/h wird jedoch um 3 % übertroffen. Das USDA hatte die ukrainische Anbaufläche von Mais für die Ernte 2014 in seinem Juni-Report auf rund 4,8 Mio. ha geschätzt, nach 4,83 Mio. ha im Jahr 2013 und 4,37 Mio. ha vor zwei Jahren. Nach der Einschätzung des USDA wäre das 2014 also eine ähnlich große Anbaufläche wie 2013. Die durchschnittlichen Mais-Erträge erwartete das USDA zuletzt bei 5,63 t/ha (Mai: 5,42) und damit nur wenig niedriger als MARS
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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