Login
News

USA: Analysten erwarten kleinere Mais- und Sojaernte

von , am
11.08.2015

Im Vorfeld des neuen Reports haben die wichtigsten US-Analysten wie immer eine Prognose bzw. eine Konsensschätzung zu den erwarteten Veränderungen an den wichtigsten Teilmärkten abgegeben.

© Wirepec/fotolia
 
Anfang August steigen die Preise für Getreide und Ölsaaten an den Terminmärkten wieder. Auslöser sind offenbar die für den anstehenden USDA-Report erwarteten (witterungsbedingten) Abwärtskorrekturen der kommenden US-Mais- und Sojaernte. Veränderungen an der US-Mais- und Sojaernte hätten natürlich erheblichen Einfluss auf die globalen Versorgungsbilanzen und das Exportpotential der USA und damit auch auf die Getreide- und Ölsaatenpreise.
 
Im Vorfeld des neuen Reports haben die wichtigsten US-Analysten wie immer eine Prognose bzw. eine Konsensschätzung zu den erwarteten Veränderungen an den wichtigsten Teilmärkten abgegeben. Im Mittelpunkt stehen auch im August die erwarteten Anpassungen der neuen Mais- und Sojaernte in den USA und natürlich auch die aktualisierten Daten zu der Anfang August abgeschlossenen US-Winterweizenernte. Auch die US-Sommerweizenernte ist bereits zu knapp 30 % eingebracht.
 
Maisernte schrumpft weiter
Beim Mais geht die Konsensschätzung der US-Analysten im August von einer neuen US-Ernte von 338,3 Mio. t aus. Das USDA hatte die Produktion im Juli-Report noch auf 343,7 Mio. t geschätzt und 5,4 Mio. t oder 1,6 % größer. Im letzten Herbst (2014) hatten die US-Farmer die Rekordmenge von 361,1 Mio.t Mais geerntet. Die Spanne der Analysten-Schätzungen lag im August mit 330,2 Mio. t bis 347,1 Mio. t weiterhin relativ weit auseinander.
{BILD:640696:png} 
Dabei wurden die erwarteten Erträge aufgrund der extremen Witterungsverhältnisse von allen Beteiligten niedriger als im Juli und deutlich niedriger als 2014 eingeschätzt. Das USDA hatte den Maisertrag im Juli immerhin auf 10,47 t/ha (166,8 bu/Acres) geschätzt, nach 10,73 t/ha (171 bu) im letzten Jahr. Die Konsensschätzung Analysten liegt nun bei 10,3 t/ha (164,4 Bu) und damit niedriger als das USDA im Juli. Die Spanne der Erwartungen bewegt sich zwischen 10,0 t/ha und 10,51 t/ha. Gleichzeitig ist die Aussaatfläche nach dem letzten Anbaureport des USDA mit 35,96 Mio. ha knapp 2 % kleiner als 2014 (36,66 Mio. ha).
 
Sojaernte trotz Korrektur noch über 100 Mio. t
Bei Sojabohnen geht die aktuelle Konsensschätzung der Analysten von einer Ernte von 101,2 Mio. t aus und damit trotz Abwärtskorrektur von einer Sojaernte über der 100-Mio.-t-Marke. Das USDA hatte die Produktion im Juli auf 105,7 Mio. t geschätzt und damit 4,5 Mio. t oder 4,3 % größer. Im letzten Herbst (2014) brachten die US-Farmer die Rekordernte von 108,0 Mio. t ein. In seinem Juli-Report hat das USDA die Aussaatfläche im Vergleich zum Vorjahr (33,87 Mio. ha) auf den neuen Rekordwert von 34,45 Mio. ha nach oben gesetzt.
 
Die Spanne der Analysten-Schätzungen zur Erntemenge lag mit 97,1 Mio. t bis 105,7 Mio. t jedoch relativ weit auseinander und zeigt die Unsicherheit hinsichtlich der Flächenverluste durch die starken Regenfälle und Überflutungen im Mais- und Sojagürtel.
{BILD:640697:png} 
Die Erträge werden von den Analysten ebenfalls niedriger als im letzten Jahr erwartet. Das USDA hat den Sojaertrag im Juli auf 3,09 t/ha geschätzt, nach 3,21 t/ha im letzten Jahr. Die Konsensschätzung der Analysten liegt bei 2,99 t/ha und damit unter der Erwartung des USDA. Die Spanne der Ertragserwartungen liegt zwischen 2,89 t/ha bis 3,09 t/ha.
 
Keine Änderungen bei Winterweizen,  etwas mehr Sommerweizen
Beim Weizen erwarten die Analysten im Vorfeld des Reports eine geringfügige Aufwärtskorrektur der Gesamtproduktion. Grund ist die nochmals leicht nach oben korrigierte Produktion von Sommerweizen. Dagegen bleibt die Schätzung für die Produktion von Winterweizen im Vergleich zum Juli unverändert. Für die Gesamt-Weizenernte liegt die Konsensschätzung der Analysten bei 58,8 Mio. t. Die Spanne der Schätzungen lag zwischen 56,5 Mio. t bis 61,2 Mio. t. Das USDA hatte die Produktion im Juli auf 58,4 Mio. t geschätzt und müsste die Ernte also leicht nach oben anpassen. Im vorigen Jahr (2014) hatten die US-Farmer nur 55,1 Mio. t geerntet und damit deutlich weniger.
 
Die Winterweizenproduktion wird von den Analysten auf 39,6 Mio. t geschätzt und damit ähnlich groß wie das USDA im Juli-Report mit 39,6 Mio. t erwartet hatte. Die Ernte von Weizen der Sorte Soft Red Winter (SRW) im Nordosten der erwarteten die Analysten bei 10,64 Mio. t . Das USDA hatte im Juli noch 10,7 Mio. t erwartet und im vorigen Jahr (2014) wurden 12,38 Mio. t SRW-Weizen geerntet.
{BILD:640698:png} 
Die Produktion von Hard Red Winter (HRW) erwarten die Analysten bei 23,6 Mio. t. Das USDA hatte im Juli ebenfalls eine Ernte von 23,6 Mio. t erwartet. Im vorigen Jahr (2014) wurden wegen extremer Trockenheit in den südlichen Hauptanbaugebieten nur 20,08 Mio. t HRW-Weizen geerntet.
 
Die Produktion von Sommerweizen (ohne Durum) erwarten die Analysten bei 17,01 Mio. t. Das USDA hatte im Juli eine Ernte von 16,8 Mio. t erwartet und müsste demnach (nochmals) leicht nach oben korrigieren. Die Produktion von Durum erwarten die Analysten bei 2,2 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke
Auch interessant