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USA: Bestandsdaten schicken Getreidepreise erneut auf Talfahrt

von , am
01.10.2014

Mit Preisabschlägen für Mais, Soja und Weizen reagierten die Märkte am Dienstag Abend (MEZ) auf die Daten des USDA zur Entwicklung der Lager-Bestände im September.

© tom - Fotolia.com
Mit Preisabschlägen für Mais, Soja und Weizen reagierten die Märkte am Dienstag Abend (MEZ) auf die Daten des USDA zur Entwicklung der Lager-Bestände im September. Am stärksten gaben die Maispreise am US-Terminmarkt in Chicago nach der Veröffentlichung der Daten nach. Aber auch die Preise für Soja und Weizen rutschten (nach der Zwischenerholung am Montag) wieder nach unten. Dabei waren die Daten zu September-Beständen bei Soja eigentlich ausgesprochen bullisch ausgefallen. Am stärksten waren die Abschläge jedoch beim Mais, denn hier befanden sich die Lagerbestände im September deutlich über den Analystenerwartungen und auch beim Weizen waren die Bestände größer als die Analysten geschätzt hatten. Die Maispreise gaben in den USA am Dienstag Abend um 1,5 % nach und fielen auf ei neues Fünfjahrestief, Soja rutschte um 1,1 % nach unten und der Chicago-Weizen verlor 0,7 % (der Kansasweizen (HRW) ging sogar um 1,5 % (!!)) nach unten. Auch am Mittwoch Vormittag beginnt der vorbörsliche elektronische Handel in den USA für alle Kulturen im roten Bereich.
 
Maisbestände im September deutlich über den Erwartungen
Beim Mais haben die Bestandsdaten zum Stichtag 1ter September für einen kräftigen Rückgang der Preise am Dienstag Abend gesorgt. Dabei hatten die Analysten die Situation bereits im Vorfeld des Reports als bärisch für die Märkte eingeschätzt und einen kräftigen Anstieg der Bestände im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert. In einer Konsensschätzung erwarteten die Analysten für den Stichtag 1ter September einen US-Maisbestand von 30,1 Mio. t (1.185 Mio. Bu). Das USDA hat die am 1ten September noch vorhandenen Maisbestände aus Rekordernte 2013 nun mit 31,4 Mio. t (1.236 Mio. Bu) angegeben und blieb damit rund 4,3 % oder 1,3 Mio. t über der Analysten-Prognose. Im letzten Jahr lag der Bestand zu diesem Termin bei 20,85 Mio. t (821 Mio. Bu.), so dass die aktuellen Maisbestände rund 51 % bzw. 10,6 Mio. t größer sind als 2013.
 
Sojabestände auf tiefsten Stand seit 41 Jahren, trotzdem Preisdruck
Beim Soja waren die Bestandsdaten für September eigentlich ausgesprochen bullisch, denn der Sojabestand befand sich vor Erntebeginn auf dem tiefsten Stand seit 41 Jahren. Doch der Druck von der sich abzeichnenden Rekordernte zog auch die Sojapreise weiter nach unten. Die Sojabestände hat das USDA zum Stichtag 1ter September 2014 mit 2,5 Mio. t (92 Mio. Bu) angegeben und lag damit rund 26 % unter der aktuellen Analystenschätzung. Diese hatten die Sojabestände in ihrer Konsensschätzung für den Stichtag 1ter September auf 3,4. t (126 Mio. Bu) geschätzt. Im Vergleich zum September 2013 mit Beständen von 3,8 Mio. t (141 Mio. Bu) sind die aktuellen US-Sojabestände im Septembr 2014 rund 34 % oder 1,3 Mio. t kleiner.
 
Weizenbestände größer als gedacht, weniger Exporte und Futter
Die Weizenbestände hat das USDA zum Stichtag 1ter September mit 52,09 Mio. t (1.914 Mio. Bu) angegeben und damit ebenfalls größer als die Analysten zuvor mit 51,17 Mio. t (1.880 Mio. Bu) erwartet hatten. Grund sind die schwächeren Exporte und der wegen der großen Maisernte geringere Einsatz von Weizen im Tierfutter. Im Vergleich zum Bestand vom September 2013 mit 50,89 Mio. t (1.870 Mio. Bu) sind die aktuellen US-Weizenbestände (trotz der 5 % kleineren Ernte) knapp 2 % oder 1,2 Mio. t größer.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktko
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