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USA: Rekord beim Sojaanbau, Mais und Weizen verlieren

von , am
31.03.2015

Am Dienstag Abend wird das USDA neue Daten zur Anbauentwicklung (Prospective Plantings) bei Mais, Soja und Weizen in den USA vorlegen.

Maisanbau
Während die US-Farmer mehr Sojabohnen anbauen dürften, soll die Maisfläche sinken. © fotolia/marchello74
Heute Abend wird das USDA neue Daten zur Anbauentwicklung (Prospective Plantings) bei Mais, Soja und Weizen in den USA vorlegen. Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung haben die wichtigsten Analystenhäuser ihre Einschätzungen zur aktuellen Anbauentwicklung abgegeben. Für die US-Farmer geht es dabei auch um die Entscheidung zwischen dem Anbau von Mais oder Soja. Derzeit sieht alles nach einer weiteren Ausweitung des Sojaanbaus zu Lasten von Mais aus sowie nach einem Rückgang der (Winter)Weizenfläche. Im Ergebnis könnte es zu heftigen Preisbewegungen an den Märkten kommen, wenn die derzeitigen Erwartungen des Markes nicht getroffen werden. Im Süden der USA startet die Maisaussaat üblicherweise im März. Hauptaussaatzeit für den Mais und Sommergetreide ist im Mittelwesten jedoch der April und teilweise auch noch der Mai und für Soja vor allem der Mai.
 
Maisfläche schrumpft in zwei Jahren um 7 Prozent
In ihrer aktuellen Konsensschätzung erwarteten die wichtigsten Analystenhäuser beim Mais im Mittel eine Aussaatfläche von umgerechnet 35,90 Mio. ha (88,68 Mio. Acres). Damit liegen die Analysten nur 0,1 Mio. ha unter der bereits im Februar gemachten Schätzung des USDA von 36,0 Mio. ha (89,0 Mio. Acres). Im Vergleich zur Aussaatfläche vom letzten Jahr (2014) als die Farmer auf 36,68 Mio. ha (90,6 Mio. Acres) Mais aussäten, bedeutet die aktuelle Prognose der Analysten einen Rückgang 0,78 Mio. ha. Im Vergleich zum Jahr 2013, mit einer Maisfläche von 38,62 Mio. ha (95,4 Mio. Acres) beträgt der Anbau-Rückgang beim Mais sogar 2,72 Mio. ha oder 7,0 % (!).
 
Mit dem Anbaurückgang wirkt die Analysten-Schätzung eher bullish für Märkte (kleinere Produktion) und stützt damit auch die Maispreise. Das USDA hatte auf Basis der im Februar unterstellten Aussaatfläche von 36,0 Mio. ha (89,0 Mio. Acres) die US-Maisernte 2015 auf 345,3 Mio. t (13.595 Mio. Bu) geschätzt, nach der Rekordernte von 361,1 Mio. t (14.216 Mio. bu) im Jahr 2014. Die Schätzung des USDA bedeutet zwar einen Rückgang der Produktion von 4,4 %, wäre jedoch die bislang die drittgrößte Ernte.
 
Rekord-Sojafläche übertrifft letzte USDA-Schätzung
Beim Sojabohnen erwarteten die US-Analystenhäuser für die Ernte 2015 im Mittel eine Aussaatfläche von 34,76 Mio. ha (85,87 Mio. Acres). Das wäre ein neuer Anbaurekord und die Sojafläche wäre nur noch 1,2 Mio. ha kleiner als die Maisfläche. Gleichzeitig liegt die Analysten-Schätzung zum Sojaanbau knapp 1,0 Mio. ha (!!) über der Februarprognose des USDA von 33,80 Mio. ha (83,5 Mio. Acres). Mit in der USDA-Februarprognose erwarteten Aussaatfläche (33,8 Mio. ha) würde der bisherige Anbaurekord aus dem vorigen Jahr (2014) von 33,89 Mio. ha (83,7 Mio. Acres) allerings knapp verfehlt.
 
Im Jahr 2013 hatten die US-Farmer auf 31,0 Mio. ha (76,8 Mio. Acres) Soja ausgesät und 91,37 Mio. t Sojabohnen geerntet. Die bisherige Rekordernte im Jahr 2014 lag bei 108 Mio. t. Das USDA hatte auf Basis der im Februar geschätzten Aussaatfläche von 33,8 Mio. ha (83,5 Mio. Acres) für 2015 eine sehr große Ernte von 103,4 Mio. t (3.800 Mio. Bu) geschätzt. Eine größere Aussaatfläche (wie von den Analysten erwartet) bei Soja und das damit verbundene Produktionswachstum, könnte zu deutlichen Preiskorrekturen bei Soja und anderen Ölsaaten führen.
 
Kleinere Winterweizenfläche als 2014
Die Aussaatfläche bei Weizen (Sommer und Winter) schätzen die Analysten auf 22,51 Mio. ha (55,61 Mio. Acres). Das USDA hatte in seiner Februarprognose mit 22,47 Mio. ha (55,5 Mio. Acres) eine geringfügig kleinere Aussaatfläche bei Weizen unterstellt. Im Jahr 2014 hatten die US-Farmer allerdings auf insgesamt 23,0 Mio. ha (56,8 Mio. Acres) Weizen ausgesät und damit auf einer größeren Fläche als Analysten und USDA für 2015 ermittelten. Die Weizenernte im Jahr 2014 lag bei 55,2 Mio. t (2026 Mio. Bu) und die neue Ernte 2015 hatte das USDA im Februar auf 57,85 Mio. t (2.125 Mio. Bu) geschätzt . Grund für die im Vergleich größere Ernte 2015 waren die höher erwarten Erträge. Gegen die diese Erwartung spricht allerdings der akute Niederschlagsmangel in einigen wichtigen südlichen Anbaugebieten für Winterweizen.
 
Die Aussaatfläche von Winterweizen liegt nach Einschätzung der Analysten bei 16,42 Mio. ha (40,578 Mio. Acres). Das USDA ging in seiner Februarprognose ebenfalls von 16,4 Mio. ha (40,5 Mio. Acres) aus. Im vorigen Jahr (2014) wurde allerdings auf 17,17 Mio. ha (42,4 Mio. Acres) Winterweizen ausgesät und damit auf einer deutlich größeren Fläche als Analysten und das USDA derzeit erwarten. (Allerdings waren die Erträge 2014 witterungsbedingt rund 7 % niedriger als im Jahre zuvor). Nach der Erwartung der Analysten wächst zudem die Aussaatfläche von Sommerweizen 2015 nur geringfügig von 5,27 Mio. ha (13,025 Mio. Acres) auf auf 5,36 Mio. ha (13,24 Mio. Acres). Die Aussaatfläche von Durum (Hartweizen) nimmt nach der Prognose der Analysten hingegen deutlich auf 0,7 Mio. ha (1,73 Mio. Acres) von 0,56 Mio. ha (1,389 Mio. Acres) im Jahr zu.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
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