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USDA erwartet für 2015 fallende Getreidepreise

von , am
07.01.2015

Vor dem Hintergrund der Markt- und Preisentwicklung im Jahr 2014 hat das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) Ende Dezember eine erste Prognose der für das Wirtschaftsjahr 2015/ 16 erwarteten Marktpreise für die wichtigsten ackerbaulichen Produkte am US-Markt abgegeben.

Weizen Börse
Der Absturz der Weizenpreise geht  zum Beginn  dieser Woche weiter. © landpixel
Zum Beginn des Jahres 2015 zeigen sich die Preise für Getreide und Ölsaaten in Deutschland und an den internationalen Märkten sehr fest. Ob dies im weiteren Jahresverlauf so bleiben wird hängt von vielen Faktoren ab. Dabei spielen neben der weiteren globalen Angebotsentwicklung (Ernte 2015) vor allem auch die Absatzmöglichkeiten und die Wettbewerbssituation an den Exportmärkten eine entscheidende Rolle. Dazu gehört auch die weitere Entwicklung der Wechselkurse und der Transportkosten (Fracht). Im globalen Maßstab beeinflusst zudem auch die Entwicklung der Produktionskosten die Anbauentscheidungen der Landwirte für 2015.
 
Vor dem Hintergrund der Markt- und Preisentwicklung im Jahr 2014 hat das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) Ende Dezember eine erste Prognose der für das Wirtschaftsjahr 2015/ 16 erwarteten Marktpreise für die wichtigsten ackerbaulichen Produkte am US-Markt abgegeben. Die Entwicklung in den USA lässt wegen der sehr starken Stellung der USA an den Exportmärkten bei Weizen, Mais und Soja, durchaus auch erste Rückschlüsse auf die erwartete Preisentwicklung am Weltmarkt und in Europa zu. Etwas überraschend ist allerdings das man hinsichtlich der Preisentwicklung an den Terminmärkten (sowohl in den USA als auch in Europa) Anfang 2015 sowohl für Weizen als auch für Mais und Soja deutlich höhere Preise erwartet als das USDA
 
USDA erwartet Rückgang der Weizenpreise
Vor dem Hintergrund der globalen Angebotssituation beim Weizen (und Mais), kommt es nach Einschätzung des USDA im Jahr 2015 zu einem (weiteren) Preisrückgang beim Weizen. Das USDA schätzt das durchschnittliche Niveau der US-Weizenpreise für das Wirtschaftsjahr 2015/16 auf nur noch 5,00 USD/Buschel (154 Euro/t). Für das noch laufende Wirtschaftsjahr 2014/15 unterstellt man immerhin noch Weizenpreise von 5,90 USD/Buschel (182 Euro) und vor zwei Jahren lagen die Weizenpreise im Jahresmittel bei 6,87 USD/bu (212 Euro). Für die neue Ernte 2015 und Wirtschaftsjahr 2015/16 wäre dies ein Preisrückgang (in US-Währung) von etwa 15 %.
 
Anfang Januar 2015 liegen die Preise am Terminmarkt in Chicago allerdings bei 5,92 USD/Buschel (182 Euro) und für die neue Ernte (September) sogar bei 6,05 USD je Buschel (187 Euro). In Europa kostet der Weizen am Terminmarkt zum gleichen Zeitpunkt knapp 203 Euro/t und die neue Ernte (September 2015) wird immerhin mit 198,50 Euro gehandelt. Damit ist man Anfang Januar 2015 an den Terminmärkten für die neue Weizenernte 2015 derzeit deutlich optimistischer als das USDA in seiner Modell-Prognose.
 
Maispreise bislang höher als erwartet
Das durchschnittliche Niveau der US-Maispreise schätzte das USDA Ende Dezember für das Wirtschaftsjahr 2015/16 auf nur noch 3,40 USD je Buschel (110 Euro/t). Für das aktuelle Wirtschaftsjahr 2014/15 gehen die US-Experten allerdings ebenfalls nur von einem durchschnittlichen Maispreis von 3,50 USD/bu (113 Euro) aus. Vor zwei Jahren (2012/13) erreichten die US-Maispreise immerhin ein Niveau von 4,46 USD/bu (144 Euro) und im Dürrejahr 2011/12 waren die US-Maispreise im Jahresmittel sogar auf 6,89 US/bu (222 Euro) gestiegen. Für das Jahr 2015 bedeutet die derzeitige USDA-Prognose einen moderaten Preisrückgang gegenüber dem prognostizierten Durchschnittpreis von 2014/15.
 
Allerdings liegt das Preisniveau Anfang Januar 2015 am Terminmarkt in Chicago für den Märzkontrakt 2015 bei 4,05 USD/bu (134 Euro/t) und damit deutlich höher als für das Jahresmittel 2014/15 (3,50) vom USDA erwartet wird und zudem 21 Prozent (!!) über dem letzten Tiefpunkt der US-Maispreise vom Oktober 2014 von nur 3,34 USD/bu (110 Euro/t). Die neue US-Ernte (Dezember 2015) kostet derzeit sogar 4,29 USD je Buschel (142 Euro). In Europa kostet der Mais am Terminmarkt Anfang Januar 168 Euro je t und die neue Ernte wird mit 179 Euro gehandelt. Möglicherweise muss dass USDA seine Einschätzung zur weiteren Entwicklung der Maispreise noch deutlich nach oben revidieren oder aber den Märkten steht noch eine ebenso deutliche Korrektur nach unten bevor.
 
Scharfer Rückgang der Sojapreise prognostiziert
Eine Folge des (weltweit) auch im Wirtschaftsjahr 2015/16 sehr großen Angebotes an Sojabohnen, ist nach Einschätzung des USDA ein weiterer kräftiger Preisrückgang. Diese Entwicklung wird auch für den europäischen Rapsmarkt nicht ohne Folgen bleiben. Das USDA schätzte das durchschnittliche Preisniveau bei Sojabohnen für das nächste Wirtschaftsjahr 2015/16 auf nur noch 8,50 USD/bu (262 Euro/t) nach Preisen von 10,00 USD/bu (309 Euro) im laufenden Wirtschaftsjahr 2014/15 sowie einem Durchschnittspreis von 13,00 USD/bu (401 Euro) vor zwei Jahren (2013/14).
 
Für die neue Ernte 2015 wäre dies ein kräftiger Preisrückgang von rund 15 Prozent. Innerhalb von zwei Jahren wären die Sojapreise in den USA damit um rund ein Drittel zurückgegangen und auf das niedrigste Niveau seit dem Jahr 2006/07 gefallen Anfang Januar 2015 liegt das Preisniveau am Terminmarkt in Chicago für den Märzkontrakt 2015 jedoch bei 10,56 USD/bu (325 Euro/t) und damit höher als für das Jahresmittel 2014/15 (10,00) vom USDA erwartet wird und gleichzeitig 13 Prozent (!!) über dem letzten Tiefpunkt der US-Sojapreise vom Oktober 2014 von 9,33 USD/bu (288 Euro/t). Die neue Soja-Ernte (November 2015) kostet derzeit in Chicago 10,29 USD/bu (317 Euro) und damit deutlich mehr als vom USDA erwartet wird.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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