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USDA erwartet Rückgang des Mais- und Weizenanbaus

von , am
19.12.2014

Die Anbauentscheidungen der US-Farmer für die nächste Ernte 2015 haben erheblichen Einfluss auf die globalen Angebots- und Preisentwicklungen.

Im Osten sind die Preise für Agrarflächen in den letzten Jahren enorm gestiegen. © Mühlhausen/landpixel

Die Anbauentscheidungen der US-Farmer für die nächste Ernte 2015 haben erheblichen Einfluss auf die globalen Angebots- und Preisentwicklungen. Die wirtschaftliche Grundlage dieser Anbauentscheidungen bilden die derzeitigen globalen Preisaussichten für 2015 ebenso wie Erwartungen an die Entwicklung der Produktionskosten bei den verschiedenen landwirtschaftlichen Hauptkulturen. Üblicherweise legt das USDA seine erste detaillierte Anbauprognose in Verbindung mit Preis- und Produktionsprognosen im Februar (2015) im Rahmen der langfristigen Marktvorschau (Long-Term Commodity Projections) vor. In diesem Jahr hat das USDA die erste Prognose für 2015 kurz vor dem Jahreswechsel  deutlich früher vorgelegt. Basis für die Prognose sind die Markt- und Preisdaten vom November 2014.
 
Maisanbau geht weiter zurück
Von den drei landwirtschaftlichen Hauptkulturen Mais, Soja und Weizen ist nach der derzeitigen Einschätzung der Mais der Verlierer bei den Anbauentscheidungen der Farmer. Das USDA erwartet für 2015 einen Anbaurückgang (Aussaatfläche) von gut 3 Prozent auf 35,63 Mio. ha (88 Mio. Acres). In diesem Jahr (2014) hatte die US-Farmer auf 36,8 Mio. ha (90,9 Mio. Acres) Mais ausgesät und vor zwei Jahren (2013) sogar auf 38,6 Mio. ha (95,4 Mio. Acres). Damit ist der Anbau von Mais in nur zwei Jahren um knapp 8 Prozent bzw. 3 Mio. ha geschrumpft und gleichzeitig wäre die kleinste Aussatfläche seit dem Jahr 2009 (35,0 Mio. ha) Grund für diese Entwicklung sind die drastisch gefallenen Maispreise und die ähnlich schwachen Aussichten für 2015, in Verbindung mit den im Vergleich zu anderen Kulturen relativ hohen Kosten beim Mais.
 
Sojaanbau bleibt sehr hoch
Sojabohnen werden im Jahr 2015 nach den derzeitigen Erwartungen des USDA auf etwa 34 Mio. ha (84,0 Mio. Acres) ausgesät und damit auf einer ähnlich großen Fläche wie in diesem Jahr (2014) als die Aussaatfläche mit 34,08 Mio. ha (84,2 Mio. Acres) einen neuen Rekordwert erreichte. Anders als von zahlreichen Analysten erwartet, wächst die Sojafläche in diesem Jahr jedoch nicht weiter und außerdem übersteigt die Anbaufläche von Sojabohnen die Maisfläche nicht, was ebenfalls erwartet wurde und zudem in den USA erstmals überhaupt der Fall gewesen wäre. Vor zwei Jahren (2013) lag die Aussaatfläche von Sojabohnen allerdings „nur“ bei 31,1 Mio. ha (76,8 Mio. Acres) und war damit fast 9 Prozent oder 2,9 Mio. ha kleiner als für 2015 erwartet wird. Der Grund für die ausbleibende (weitere) Anbauexpansion dürften die deutlich (15 %) unter den diesjährigen Marktpreisen liegenden Preiserwartungen für 2015 sein.
 
Weizenanbau geht etwas zurück
Beim Weizen (Sommer und Winterweizen) geht das USDA derzeit für die Ernte 2015 von einem moderaten Anbaurückgang von 1,5 Prozent auf 22,7 Mio. ha (56 Mio. Acres) aus. Im letzten Jahr hatten die US-Farmer auf 23,0 Mio. ha (56,8 Mio. Acres) bestellt und vor zwei Jahren (2013) lag die Aussaatfläche bei 22,75 Mio. ha (56,2 Mio. Acres). Der letzte Höhepunkt des Weizenanbaus in den USA lag im Jahr 2008 mit 25,75 Mio. ha (63,6 Mio. Acres)und  die bisherige Rekordanbaufläche stammt aus dem Jahr 1981 mit 35,74 Mio. ha (88,3 Mio. ha) und entspricht in etwa der derzeitigen Maisfläche. Langfristig hat Weizen deutlich Flächenanteile an Mais und Soja verloren. Auf mehr als der Hälfte der Weizenfläche wird derzeit proteinreicher Weizen der Sorte Hard Red Winter angebaut. Der Chicago-Weizen Soft Red Winter kommt 15 Prozent der Fläche und Sommerweizen wird auf 22 % der Fläceh angebaut. Auf dem  Rest der Weizenfläche der Fläche wächst White- und Durum-Weizen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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