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USDA: Reichlich Soja und große Ernten bei Weizen und Mais

von , am
13.05.2015

© tom - Fotolia.com
 
Mit etwas höheren Preisen bei Weizen und Mais sowie deutlich nachgebenden Kursen bei Sojabohnen reagierten der Terminmarkt in Chicago am Dienstag Abend (09.05) unmittelbar nach Veröffentlichung auf die Ergebnisse des neuen USDA-Reports. Am europäischen Terminmarkt veränderten sich die Preise für Weizen kaum, während der Mais etwas nachgab und der Raps zunächst deutlich ins Minus rutschte. Ursache für den Anstieg der Weizenpreise in den USA war die unter den Erwartungen der Analysten bleibende Ernteschätzungen für die neue Weizenernte in den USA. Auch die US-Maisernte fällt etwas kleiner aus zuvor von den Analysten erwartet wurde. Dafür übertrifft die neue US-Sojaernte die bisherige Ernteprognosen für die USA und die globale Versorgung wird bei Ölsaaten noch besser als schon erwartet.
 
Neue Weizenernte liegt deutlich über 700 Mio. t
Nicht unbedingt wie  zuvor erwartet waren die Einschätzungen des USDA zum globalen Weizenmarkt. Zum einen nehmen die globalen Weizen-Bestände in der nächsten Saison 2015/16 trotz einer etwas kleineren globalen Ernte zu. Die Analysten hatten eine moderate Abnahme erwartet. Grund für den Anstieg ist der neben der bislang zweitgrößten globalen Weizenernte von 719 Mio. t der nur sehr gering steigende Verbrauch von knapp 717 Mio. t. Dieser wird durch die erwartete Erntemenge gedeckt. Hier hatte sowohl die US-Analysten als auch der IGC zuvor eine Deckungslücke gesehen. Dabei hat das USDA die neuen US-Ernte mit 56,8 Mio. t sogar etwas kleiner eingeschätzt als Analysten zuvor erwartet hatten, jedoch immer noch größer als im Vorjahr mit 55,1 Mio. t Die US-Exporte nehmen mit in der nächsten Saison mit 25,1 Mio. t zwar etwas zu, die US-Weizen-Bestände wachsen dennoch etwas an.
 
Europäer bleiben bei Weizen Exportweltmeister
Für Europäische Union  hat das USDA die neue Weizenernte auf 150,3 Mio. t geschätzt und damit am oberen Ende der Erwartungen und nur etwas kleiner als die Rekordernte aus dem vorigen Jahr von 156,4 Mio. t. Die europäischen Exporte werden im neuen Wirtschaftsjahr bei 32,5 Mio. t erwartet und damit nur wenig kleiner als der Rekordwert aus der zu Ende gehenden Saison von 34,5 Mio. t. Relativ zurückhaltend bleibt das USDA mit der Ernteschätzung für Russland bei 53,5 Mio. t nach 59,0 Mio. t im vorigen Jahr. Die russischen Exporte werden vom USDA bei 20,0 Mio. t erwarte nach 21,5 Mio. t in der zu Ende gehenden Saison. die Ernteschätzung für die Ukraine liegt bei 22,0 Mio. t und ebenfalls etwas unter dem Vorjahr (24,7 Mio. t) die ukrainischen Exporte sollen 10,5 Mio. t erreichen nach 11,5 Mio. t. Für China liegt die erwartete Ernte mit 130 Mio. t (VJ: 126 Mio. t) auf Rekordniveau und in Indien sackt die Produktion nicht (wie zuvor befürchtet unter 90 Mio. t (Vj: 95,8 Mio. t.) ab.
 
Maismarkt trotz kleiner US-Ernte gut versorgt
Eine Ursache für den Preisanstieg beim US-Mais beim war die etwas unter den Analysten-Erwartungen liegende neue US-Maisernte von rund 346 Mio. t nach einer Rekordernte von 361 Mio. t im Vorjahr. Die US-Bestände schrumpfen allerdings nur leicht von 47 Mio. t auf 44 Mio. t und die US-Exporte werden mit 48 Mio. t sogar größer erwartet als im letzten Jahr mit 47 Mio. t. Die globalen Maisbestände verändern sich mit 192 Mio. t nach 192,5 Mio. t in der laufenden Saison kaum. Grund ist, dass die globale Maisernte mit rund 990 Mio. t fast so groß ausfällt wie im letzten Jahr (996 Mio. t). Vor allem die chinesische Maisernte wird mit 228 Mio. t deutlich größer erwartet als im letzten Jahr mit knapp 216 Mio. t. Die neuen Ernte in der EU erwartet das USDA nur bei 68,0 Mio. t und damit ähnlich große wie die Kommission und deutlich kleiner als die Rekordernte im letzten Jahr mit knapp 74 Mio. t. Die Maisernte in der Ukraine wurde bei 26 Mio. t erwartet und damit etwas kleiner als 2014 mit 28,4 Mio. t. Für Argentinien rechnet man für das nächste Jahr (2016) mit 25,0 Mio. t anstelle von 24,5 Mio. t und für Brasilien (20146) mit 75,0 Mio. t statt mit 78,0 Mio. t zu gerade laufenden Ernte . Der Importbedarf der EU steigt von 8,0 Mio. t auf 12,0 Mio. t, der Importbedarf Chinas bliebt stabil bei 3,0 Mio. t .
 
Sojadaten wirken bärisch auf die Märkte
Eine Ursache für die etwas nachgebenden Preise beim Soja ist die etwas über den Erwartungen liegende US-Ernte die mit knapp 105 Mio. t fast an den Rekord des Vorjahres von 108 Mio. t heranreicht. Die US-Bestände wachsen kräftig von 9,5 Mio. t auf 13,6 Mio. t und die US-Exporte bleiben mit 48 Mio. t etwa so hoch wie im aktuellen Jahr mit 49 Mio. t. Die globalen Soja-Bestände steigen von 85,5 t, auf 96,2 Mio. t. Die neue globale Sojaernte wird mit rund 317,5 Mio. t etwa so groß ausfallen wie im letzten Jahr (317,3 Mio. t). Die neuen Ernte (2016) für Brasilien wurde vom USDA auf den neuen Rekordwert von 97,0 Mio. t veranschlagt nach einer Rekordernte von 94,5 Mio. t im aktuellen Wirtschaftsjahr. Für Argentinien liegt Ernte-Prognose (2016) bei 57 Mio. t nach dem für das aktuelle Wirtschaftsjahr erwarteten Rekordwert von 58,5 Mio. t. Die Importerwartungen China blieben ebenfalls unverändert bei 77,5 Mio. t nach 73,5 Mio. t im laufenden Jahr . Die Exportmengen Argentiniens und Brasiliens liegen bei Sojabohnen bei 8,5 Mio. t (Vj: 8,0) und 49,8 Mio. t (Vj. 45,6) . Die Schrotexporte der Südamerikaner wurden auf 31,0 Mio. t und 14,5 Mio. t veranschlagt und damit ebenfalls höher als in der laufenden Saison mit 29,0 Mio. t und knapp 14,0 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke
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