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USDA-Report: Absturz beim Weizen, Preis-Rallye beim Mais

von , am
10.01.2014

Mit kräftigen Preisabschlägen für Weizen und einem Preissprung für Mais und einem moderaten Anstieg bei Soja und Raps regierten die Terminmärkte unmittelbar nach der Veröffentlichung (18:00 MEZ) auf die Ergebnisse des neuen USDA-Reports.

© kk artworks/fotolia
 
Mit kräftigen Preisabschlägen für Weizen und einem Preissprung für Mais und einem moderaten Anstieg bei Soja und Raps regierten die Terminmärkte unmittelbar nach der Veröffentlichung (18:00 MEZ) auf die Ergebnisse des neuen USDA-Reports. Auslöser der Marktreaktionen waren eine Reihe von Einschätzungen des USDA, die der Mark im Vorfeld des Reports so nicht erwartet hatte.
 
Nach unten mit der US-Maisernte
Am größten war die Überraschung wohl bei der Einschätzung des USDA zur aktuellen US-Maisernte. Hier hatten die Analysten im Vorfeld des Reports in einer Konsensschätzung mit einer Korrektur der US-Maisernte von 355,3 Mio. t im Dezember auf 356,98 Mio. t im Januar gerechnet. Ursache waren die etwas besser eingeschätzten Erträge. Das USDA setzte die US-Maisernte nun sogar überraschend 353,72 Mio. t nach unten. Auch die US-Endbestände beim Mais wurden wegen des höheren Futterverbrauchs in den USA relativ deutlich von 45,53 Mio. t auf 41,44 Mio. t nach unten gesetzt. Leicht nach unten ging es deshalb auch mit den globalen Endbeständen beim Mais von 162 auf 160 Mio. t. . Allerdings ist die globale Mais-Produktion wegen der mit größeren Ernte Chinas mit 966 Mio. t nocheinmal größer als im Dezemberreport erwartet.
 
Weizenbilanz (noch) besser als erwartet
Beim Weizen sorgten die neuen USDA-daten indessen für weiteren massiven Preisdruck. Sowohl die Endbestände in den USA als auch weltweit wurden vom USDA deutlich über den von Analysten erwarteten (und im Dezember vom USDA geschätzten) Wert nach oben gesetzt. In den USA korrigierte man die Endbestände von 15,6 Mio. t auf 16,6 Mio. t nach oben und die globalen Weizenbestände wurden von 182,8 auf 185,4 Mio. t erhöht. Gleichzeitig wurde der Verbrauch von Futterweizen nach unten korrigiert. Noch einmal etwas nach oben auf jeweils neue Rekordwerte ging es zudem mit der globalen Weizenernte und auch der Weizen-Export (EU, USA, Russland) wurde noch weiter angehoben.
 
US-Sojaproduktion größer, mehr Exporte
Bei Soja wurde die US-Produktion von 88,7 Mio. t auf 89,5 Mio. t etwas stärker nach oben gesetzt als von Analysten zuvor erwartet wurde. Grund waren die höheren US-Erträge. Gleichzeitig ließ das USDA die Ernteerwartungen für Argentinien trotz der günstigen Witterungsverhältnisse unverändert bei 54,5 Mio.t. Für Brasilien ging die Ernteprogose von 88,0 Mio. t auf 89,0 Mio. t nach oben. Die US-Endbestände blieben jedoch wegen der etwas größeren US-Exporte stabil, während die globalen Bestände von 70,6 Mio. t auf 72,3 Mio. nach oben gesetzt wurden. Außerdem nimmt der globale Sojaexport weiter zu und erreicht nach Einschätzung des USDA die Markevon 109 Mio. t. Allein 69 Mio. t Soja gehen nach China.
 
Absturz bei Weizen, Preissprung bei Mais
Einige Zeit nach Veröffentlichung der neuen Zahlen (19:00 MEZ) lagen die Weizenpreise in Chicago etwa 2,4 % im Minus bei nur noch 570 Ct/bu (154 Euro/t). Der Mais sprang hingegen um 4,4 % nach oben und notierte bei 430 Ct/bu (124,7 Euro/t). Die Sojapreise legten um 1,0 % zu und die Rapspreise in Kanada zogen ebenfalls um 0,6 % an. Wie so oft können sich die Einschätzungen des Marktes zu den neuen Eckdaten im Verlauf des Abends und vor allem in der kommenden Woche noch deutlich ändern und den Preisen eine andere Richtung geben.
 
Ausführliche Auswertungen zu Weizen, Mais, Soja und Raps und weitere Hintergrundinformationen finden sie ab Montag inden entsprechenden Rubriken im marktkompass.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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