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USDA-Report drückt Sojakurse, Mais und Weizen neutral

von , am
12.01.2015

Auf die Daten aus dem Januarreport des USDA reagierten die Terminmärkte für Sojabohnen und bei Raps (in Europa) mit kräftigen Kurs-Abschlägen.

© tom - Fotolia.com
 
Auf die Daten aus dem Januarreport des USDA reagierten die Terminmärkte für Sojabohnen und bei Raps (in Europa) mit kräftigen Kurs-Abschlägen. Weizen rutschte nur leicht ins Minus und Mais bewegte sich sogar leicht im Plus. Einige Zeit nach der Veröffentlichung der neuen Daten (19:00 MEZ) lagen die Preise für Soja am Terminmarkt Chicago rund 2,5 % im Minus. Die Weizenpreise rutschten um 0,6 % nach unten und der Mais legte um 0,7 % zu. Der Raps am europäischen Terminmarkt verlor 1,7 %. Allerdings können sich die Einschätzungen des Marktes zu den neuen Eckdaten im Verlauf des Abends und vor allem in den nächsten Tagen durchaus noch ändern und den Preisen eine andere Richtung geben.
 
Größere Sojaernte in den USA und Brasilien
Eine Ursache für die nachgebenden Preise beim Soja war die über den Analystenerwartungen liegende Aufwärtskorrektur der Sojaernte in den USA. Auch die Ernteprognose für Brasilien wurde vom USDA auf einen neuen Rekordstand nach oben gesetzt. Für Argentinien blieb die Ernte-Prognose unverändert, aber auf Rekordniveau. Die Endbestände bei Sojabohnen in den USA blieben unverändert. Analysten hatten wegen der starken Exporte einen Rückgang der Bestände erwartet. Die globalen End-Bestände wurden auf einen neuen Rekordwert nach oben nach korrigiert und sind jetzt 37 % größer als im letzten Jahr. Der chinesischen Importe von Sojabohnen blieb unverändert bei 74 Mio. t. Die Exportmengen Argentiniens und Brasiliens (trotz größerer Ernte) blieben unverändert. Dagegen ging es mit den US-Exporten noch einmal kräftig nach oben. Insgesamt wirkten die Sojadaten offenbar ausgesprochen bärisch.
 
Deutliche weniger Winterweizen in den USA
Ursache für die einigermaßen behaupteten Preise beim Chicago-Weizen war die vom Markt in diesem Umfang nicht erwartete sehr kräftige Abwärtskorrektur der US-Aussaatfläche von Winterweizen. Insgesamt liegt Aussaatfläche nur bei 16,4 Mio. ha und bleibt damit rund 5 % oder 0,86 Mio. ha unter den Analystenerwartungen von 17,26 Mio. ha. Für die globalen globalen Weizenbestände ging es indessen auf knapp 196 Mio. t nach oben. Auch die US-Endbestände beim Weizen wurden wegen der schwächeren Export nach oben gesetzt und übertrafen mit dem Anstieg sogar die Erwartungen der Analysten. Gleichzeitig hat das USDA die globale Weizenernte um 1,0 Mio. t nach oben korrigiert und liegt damit 10 Mio. t über dem ebenfalls steigenden Verbrauch und 8 Mio. t über dem Vorjahr. Die Weizenernte in der Europäischen Union wurde nicht mehr verändert. Die Erntemengen in Russland und der Ukraine ließ das USDA im Januarreport ebenso unverändert wie die Weizenproduktion in den USA, in Australien, Argentinien, Indien und in China. Den Weizenexport der Europäischen Union setzte das USDA nochmals um 1 Mio. t auf 30,0 Mio. t nach oben. Um 0,5 Mio. t auf 23,5 Mio. t nach oben ging es mit den Exporten für Kanada und um 0,7 Mio. t auf 11 Mio. t für die Ukraine. Die Exportmenge für die USA blieb mit 25,5 Mio. t ebenso unverändert wie die Ausfuhren Australien und Argentiniens. Um 2,0 Mio. t auf 20,0 Mio. t nach unten ging es für die Ausfuhren Russland. Insgesamt wirken die Weizendaten offenbar eher neutral.
 
Maisernte in den USA kleiner als gedacht
Eine Ursache für den Preisanstieg beim Mais war die über den Erwartungen liegende recht deutliche Abwärtskorrektur der US-Maisernte. Diese ist mit 361 Mio. t allerdings immer noch 10 Mio. t größer als im Vorjahr und eine Rekordernte. Die US-Endbestände wurden zwar etwas unter die Dezemberniveau gesetzt, jedoch noch über die Analystenschätzung korrigiert. Die globale Maisernte wurde ebenfalls leicht zurückgenommen und ist damit jetzt etwa so groß wie im letzten Jahr (988 Mio. t). Die globalen Endbestände gingen stärker nach unten als die Analysten geschätzt hatten. Die Erntemenge in der EU wurde von 73,5 auf 73,9 Mio. t nach oben gesetzt. Die Maisernte in der Ukraine blieb mit 27,0 Mio. t unverändert. Nicht verändert wurde im Januar zudem die Maisproduktion für Brasilien und für Argentinien. Der Importbedarf der EU wurde trotz der etwas größeren Ernte mit 7,0 Mio. t um 1,0 Mio. t nach oben korrigiert, während der Importbedarf Chinas mit 2,0 Mio. t unverändert blieb. Insgesamt wirkten die Maisdaten  eher neutral oder leicht bullisch.
 
Weitere Ausführliche Informationen, Länderdaten und Preise zu den einzelnen Märkten finden im Verlauf der Woche unter den Rubriken Weizen, Mais, Soja, Raps und Gerste online im agrarmanger unter marktinformationen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt / agrarmanger
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