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USDA-Report: Ernteprognosen bringen kräftigen Preisrutsch bei Weizen, Mais und Soja

von , am
12.06.2014

Mit kräftig nachgebenden Preisen für Weizen und schwächeren Kursen für Mais und Sojabohnen reagierten die Terminmärkte am Mittwoch Abend (11.06) auf die Ergebnisse des neuen USDA-Reports vom Juni.

© tom - Fotolia.com
 
Mit kräftig nachgebenden Preisen für Weizen und schwächeren Kursen für Mais und Sojabohnen reagierten die Terminmärkte am Mittwoch Abend (11.06) auf die Ergebnisse des neuen USDA-Reports vom Juni.
 
Eine wesentliche Ursache für die recht heftigen Marktreaktionen beim Weizen, war die Aufwärtskorrektur der globalen Weizenernte über die Marke von 700 Mio. t und eine weitere moderate Zunahme der globalen Endbestände. Größere Ernten als noch im Mai-Report erwartet das USDA für die EU, für China, für Russland und für Indien. Analysten hatten zuvor für Russland eine Abwärtskorrektur für möglich gehalten (Trockenheit). Nicht verändert hat das USDA die Ernteprognose für Australien. Für die USA wurde die Ernte wegen der Produktionseinbußen bei Winterweizen hingegen um gut 1 % nach unten korrigiert und liegt damit 9 % niedriger als im letzten Jahr. Wegen der zuletzt deutlich schwächeren US-Experte hat das USDA jedoch die US-Bestände für das laufenden Jahr und auch für die nächste Saison kräftig nach oben korrigiert. Zudem soll EU soll die Exporte der Amerikaner in diesem Jahr fast erreichen und im nächsten Jahr erwartet das USDA, dass die die EU die USA als größten Weizenexporteuer überholt.
 
Alles in allem wirken die neuen Daten und Prognosen zum Weizenmarkt zunächst einmal ausgesprochen bärisch. Vor diesem Hintergrund wurde der Weizen in Chicago am Mittwoch kurz nach der Veröffentlichung der neuen Daten mit mit einem Abschlag von 1,7 % gehandelt. Gleichzeitig fielen die Preise für den Julikontrakt in Chicago unter die technisch wichtige Marke von 600 Ct/bu (162 Euro) bis auf 590 Ct/bu (159 Euro). Gleichzeitig rutschen die Weizenpreise am Mittwoch am Terminmarkt in Europa für den November unter die wichtige Marke von 190 Euro/t auf 189 Euro/t
 
Ernteprogose setzt Maispreise unter Druck
Auch am Maismarkt standen die Kurse am Mittwoch Abend unter Druck. Zum einen hat das USDA die globale Rekordernte noch weiter über die Marke von 980 Mio. t nach oben geschraubt und die Endbestände werden ebenfalls größer. Größere Ernten als noch im Mai-Report erwartet das USDA im Juni für die Ukraine, für Russland und für die EU. Nicht verändert hat man die Ernteprognose für China (und auch für Südamerika). Für die USA wurde die Ernteprognose ebenfalls nicht verändert und auch die US-Endbestände für die aktuelle und die nächste Saison blieben stabil. Die Handelsmenge wurde ebenfalls nach oben gesetzt und liegt nur noch knapp wenig niedriger als in der laufenden Saison.
 
Der Importrekord der EU aus der laufenden Saison von 14 Mio. t, wird im nächsten Jahr (trotz der größeren EU-Ernte) mit 13 Mio. t fast wieder erreicht. Vor diesem Hintergrund rutschten die Maispreise in Chicago am Mittwoch Abend zunächst um 1,2 % nach unten. Der Julikontrakt kostete noch 128 Euro/t (440 Ct/Bu), und die neue Ernte (Dezember) wurde ebenfalls mit 128 Euro/t (439,6 Ct/bu) gehandelt. In Europa gaben die Maispreise am Mittwoch Abend am Terminmarkt um knapp 1,0 Euro auf 177 Euro/t nach.
 
Sojapreise wegen Rekordernte und Rekordbeständen schwächer
Am Sojamarkt änderte sich an den Produktionsprognosen für die kommende Saison nur wenig. Das USDA setzte die globale Rekordernte und die Bestände im Vergleich zum Mai nochmals ganz leicht nach oben. Dabei sind Endbestände fast 16 Mio. t oder 23 % größer als in der aktuellen Saison und in den USA würden sich die Endbestände sogar fast verdreifachen. Allerdings hat das USDA die US-Bestände im Vergleich zur Maiprognose sowohl für die aktuelle als auch für die nächste Saison leicht nach unten korrigiert. Andererseits wachsen die globalen Endbestände im nächsten Jahr auf den höchsten jemals erreichten Stand.
 
Nicht nur für die USA sondern auch für Brasilien und Argentinien erwarte das USDA im nächsten Jahr (2014/15) Rekordernten und Rekordexporte. Chinas Importe wachsen (wie schon im Mai erwartet) im Vergleich zur noch laufenden Saison weiter und erreichen einen neuen Rekordwert. Die Märkte verarbeiteten die neuen USDA-Zahlen am Mittwoch zunächst mit einem Preisrückgang. So gaben die Sojabohnen in Chicago am Mittwoch Abend (MEZ) für die vorderen und die hinteren Termine um rund 1 % nach. Der Julikontrakt kostete gegen 20:00 Uhr MEZ  umgerechnet 391 Euro (1448 Ct/Bu), der Augusttermin 374 Euro/t (1384 Ct/bu) und die neue Ernte (November) wurde mit knapp 332 Euro/t (1229 Ct/bu) gehandelt.
 
Ausführliche Informationen, Marktdaten und Preise zur den einzelnen Märkten finden Sie am Donnerstag und am Freitag im marktkompass unter den Rubriken Weizen, Mais, Soja, Raps und Gerste.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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