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USDA-Report: Heftige Preisabschläge bei Soja, Mais und Weizen

von , am
01.07.2014

Mit sehr heftigen Preisabschlägen für Soja, Mais und Weizen reagierten die Märkte am Montag Abend auf die neuen Daten des USDA zu Anbau und Beständen.

© imageteam/fotolia.de
 
Mit sehr heftigen Preisabschlägen für Soja, Mais und Weizen reagierten die Märkte am Montag Abend (MEZ)  auf die aktuellen Daten des USDA zur Entwicklung der Aussaatflächen und der Lager-Bestände in den USA. Am stärksten brachen die Sojapreise am US-Terminmarkt in Chicago nach der Veröffentlichung der Daten ein. Je nach Termin betrug der Abschlag gegen 18:30 Uhr (MEZ) zwischen 3,5 % (Juli)  bis zu 5,4 % (September und spätere Termine). Gleichzeitig rutschten die Maispreise zu diesem Zeitpunkt  drastisch um 3,8 % bis 4,7 % nach unten. Auch der Weizen blieb von der dramatischen Abwärtskorrektur der Preise nicht verschont. Hier ging es für die alte Ernte um 3,2 % nach unten und für die neue Ernte immerhin noch um 2,7 %. Der Raps der neuen Ernte verlor in Kanada 2,4 %, blieb für die alte Ernte jedoch fast stabil. Die Gründe für den Einbruch der Preise  waren die deutlich größer als erwarteten Lagerbestände vor allem bei Mais (aber auch bei Soja) im Juni. Bei Soja und bei Sommerweizen war zudem die Aussaatfläche erheblich (Soja!!) größer als die Analysten zuvor geschätzt hatten.
 
Mais: Riesenmaisbestände ziehen Markt nach unten, Anbau neutral
Beim Mais haben die Bestandsdaten zum Stichtag 1ter Juni die Märkte offensichtlich überrascht und für einen sehr kräftigen Rückgang der Preise am Montag Abend gesorgt. Dabei hatten die wichtigsten US-Analystenhäuser die Situation bereits im Vorfeld des Reports als bärisch für die Märkte eingeschätzt und einen deutlichen Anstieg der Bestände im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert. In ihrer Konsensschätzung erwarteten die Analysten für den 1ten Juni einen US-Maisbestand von 94,57 Mio. t (3.723 Mio. Bu). Das USDA hat die am 1ten Juni noch vorhandenen Maisbestände aus der Rekordernte 2013 nun sogar mit 97,90 Mio. t (3723 Mio. Bu) angegeben und blieb damit rund 3,5 % oder 3,3 Mio. t über der Prognose. Im letzten Jahr lag der Bestand zu diesem Termin (Juni 2013) bei 70,27 Mio. t (2.766 Mio. Bu.), so dass die aktuellen Maisbestände rund 39 % größer sind als 2013. Die Aussaatfläche von Mais für die Ernte 2014 hatten die Analysten in ihrer Konsensschätzung auf umgerechnet 37,11 Mio. ha (91,7 Mio. Acres) geschätzt. Das USDA geht aktuelle mit 37,10 Mio. ha (91,64 Mio. Acres) von einer geringfügig kleineren Aussaatfläche aus und bleibt damit in etwa bei seiner bisherigen Prognose.
 
Soja: Paukenschlag bei der Anbaufläche, Bestände größer als erwartet
Die Sojabestände hat das USDA zum Stichtag 1ter Juni mit 11,0 Mio. t (405 Mio. Bu) angegeben und lag damit rund 7 % über der Analystenschätzung. Diese hatten die Sojabestände in ihrer Konsensschätzung für den Stichtag 1ter Juni auf 10,4 Mio. t (382 Mio. Bu) geschätzt. Im Vergleich zum Juni 2013 mit Beständen von 11,8 Mio. t (435 Mio. Bu) sind die aktuellen US-Sojabestände jedoch rund 7 % oder 0,8 Mio. t kleiner. Ein Paukenschlag für die Märke war allerdings die vom USDA ermittellte Aussaatfläche von Soja für die Ernte 2014. Hier waren die Analysten in ihrer Konsensschätzung bereits von einem Rekordanbau von 33,27 Mio. ha (82,2 Mio. Acres) ausgegangen. Das USDA hat die Aussaatfläche nun mit 34,3 Mio. ha (84,8 Mio. Acres)  angegeben und damit  noch 3 % oder rund 1 Mio. ha über der Analystenschätzung. Die letzte USDA-Prognose vom März (32,9 Mio. ha) wird sogar um 4,3 % und die Anbaufläche aus dem Vorjahr (30,9 Mio. ha) um 11 % oder 3,4 Mio. ha übertroffen.
 
Weizen: Deutlich mehr Sommerweizen, Bestände realtiv neutral
Die Weizenbestände hat das USDA zum Stichtag 1ter Juni mit 16,0 Mio. t (590 Mio. Bu) angegeben und damit geringfügig kleiner als Analysten zuvor mit 16,24 Mio. t (597 Mio. Bu) erwartet hatten. Im Vergleich zum Bestand vom Juni 2013 mit 19,54 Mio. t (718 Mio. Bu) sind die aktuellen US-Weizenbestände sogar 18 % oder 3,54 Mio. t kleiner. Die Aussaatfläche von Weizen für die Ernte 2014 hatten die US-Analysten in ihrer Konsensschätzung auf umgerechnet 22,58 Mio. ha (55,77 Mio. Acres) geschätzt. Das USDA geht hingegen mit 22,86 Mio. ha (56,47 Mio. Acres) von einer gut 1,2 % größeren Aussaatfläche aus. Grund ist die deutlich über den Analystenschätzungen liegende Einschätzung des USDA zur Aussatfläche von Sommerweizen. Nach der Prognose der Analysten lag die Aussaatfläche von Sommerweizen 2014  bei 4,83 Mio. ha (11,94 Mio. Acres) und von Durum bei 0,73 Mio. ha (1,8 Mio. Acres). Das USDA hat die Sommerweizenfläche jetzt  auf 5,15 Mio. ha (12,71 Mio. Acres) geschätzt und damit knapp 7 % größer als die Analysten zuvor erwartet hatten. (Auch das USDA selbst war noch im März von nur 4,86 Mio. ha  ausgegangen). Die größere Anbaufläche bedeutet auch eine größere Weizenproduktion in den USA als bislang gedacht. Die Durum-Fläche wurde vom USDA hingegen mit 0,59 Mio. ha (1,47 Mio. Acres) deutlich nach unten korrigiert. Im vorigen Jahr (2013) wurde aus Witterungsgründen nur auf 4,69 Mio. ha (11,6 Mio. Acres) Sommerweizen und auf etwa 0,6 Mio. ha (1,45 Mio. Acres) Durum ausgesät.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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