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USDA-Report: Markt antwortet mit roten Zahlen

von , am
11.09.2014

Heftige Preisabschläge für Weizen, Soja, Mais und Raps waren die unmittelbare Reaktion des Marktes auf die Daten aus dem neuen USDA-Report.

© imageteam/fotolia.de
Heftige Preisabschläge für Weizen, Soja, Mais und Raps waren die unmittelbare Reaktion des Marktes auf die Daten aus dem neuen USDA-Report. Kurz nach der Veröffentlichung der neuen Daten gaben die Preise für Weizen in Chicago am Dienstag Abend (18:30 MEZ) rund 3 % nach. Die Sojapreise rutschten um 2 % nach unten und der Mais verlor knapp 2,5%. Auch der Raps am kanadischen Terminmarkt lag zu diesem Zeitpunkt 1,1 % im Minus. Wie so oft können sich die Einschätzungen des Marktes zu den neuen Eckdaten im Verlauf des Abends und vor allem in den nächsten Tagen noch deutlich ändern und sogar den Preisen eine andere Richtung geben. Danach sieht es derzeit allerdings nicht aus. Sowohl bei Weizen als auch beim Mais und Soja (bei Raps in der EU) geht das USDA weiterhin von neuen globalen Rekordernten aus.
 
Auslöser für die kräftigen Preisabschläge beim Weizen war die auf ein neues Rekordniveau nach oben gesetzte globale Weizenernte. Dahinter standen weitere Aufwärtskorrekturen der Erntemengen in der Europäischen Union sowie in der Ukraine. Die erwartete Ernte in Russland ließ das USDA im September hingegen ebenso unverändert wie die Weizenproduktion in den USA, in Kanada, in Indien und in China. Leicht nach unten korrigiert wurde die Ernteprognose für Australien. Die Endbestände bei Weizen wurden sowohl in den USA als auch weltweit weiter nach oben gesetzt. Damit wirken die neuen Daten und Prognosen zum globalen Weizenmarkt ausgesprochen bärisch auf die Preise. Die Preise für den vorderen Dezemberkontrakt liegen in Chicago nur noch knapp über der technisch und psychologisch wichtige marke von 500 Ct/bu (umgerechnet 142 Euro/t!!!).
 
Beim Mais hatte das USDA die für den Herbst erwartete neue US-Rekordernte nochmals sehr kräftig um rund 10 Mio. t nach oben gesetzt und übertrifft damit auch den Wert der von Analysten zuvor erwartet wurde. Auch die globalen Endbestände wachsen weiter, jedoch etwas weniger als zuvor von den Analysten geschätzt wurde. Ursache sind Abwärtskorrekturen der Erntemengen China, in der Ukraine, in Argentinien und in Russland. Die erwartete Ernte der EU hat das USDA im September hingegen nach oben gesetzt ebenso wie Maisproduktion Brasilien. Die Importmenge der EU wurde wegen der größeren Ernte nach unten korrigiert. Die Bestände in den USA wachsen mit de größeren Ernte stark an, jedoch etwas schwächer als die Analysten erwartet hatten. Die Preise für den vorderen Dezemberkontrakt liegen jetzt unter der technisch wichtigen marke von 340 Ct/bu (umgerechnet 104 Euro/t!!!)
 
Bei Sojabohnen übertrifft das USDA mit seiner Produktionsschätzung für die riesige neue US-Rekordernte sogar die sehr hohen Erwartungen der Analysten. Nach oben ging es zudem mit den Ernteprognosen für Brasilien und Argentinien. Die Endbestände in den USA wachsen etwas stärker als zuvor von den Analysten erwartet wurde. Das gleiche gilt für die globalen End-Bestände. Damit wirken die Sojadaten ebenfalls sehr bärisch und sorgen für weiteren Preisdruck am Ölsaatenmarkt. Für alle Termine der neuen Ernte liegen die Preise zudem durchweg deutlich unter der technisch und psychologisch wichtigen Grenze von 1000 Ct/bu (umgerechnet 284 Euro/t.
 
Ausführliche Informationen, Länderdaten und Preise zu den einzelnen Märkten finden Sie am Freitag im marktkompass unter den Rubriken Weizen, Mais, Soja, Raps und Gerste.
 
Dr. Olaf Zinke // Readaktionsleiter marktkompass
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