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USDA-Report: Preisrutsch bei Weizen und Mais, Aufschläge bei Soja

von , am
12.05.2014

Mit überraschend deutlich nachgebenden Preisen für Weizen und Mais und kräftig steigenden Kursen für Sojabohnen reagierten die Terminmärkte am Freitag (09.05) auf die Ergebnisse des neuen USDA-Reports

© kk artworks/fotolia
Mit überraschend deutlich nachgebenden Preisen für Weizen und Mais und kräftig steigenden Kursen für Sojabohnen reagierten die Terminmärkte am Freitag (09.05) auf die Ergebnisse des neuen USDA-Reports. Haupt-Ursache für die recht heftigen Marktreaktionen beim Mais, war die über den Analystenerwartungen liegende Ernteprognose für die USA, die eine neue Rekordernte im kommenden Herbst unterstellt und damit eine noch bessere globale Versorgung als zunächst erwartet. Auch die Endbestände in den USA und vor allem weltweit, nehmen stärker zu als von Analysten erwartet. Alles in allem wirken die neuen Daten und Prognosen zum Maismarkt ausgesprochen bärisch. Vor diesem Hintergrund ging der Mais in Chicago am Freitag mit einem Abschlag von 1,7 % aus dem Handel. Der Maikontrakt kostete noch 144 Euro (505 Ct/Bu), der Julitermin 145 Euro/t (507,4 Ct/bu) und die neue Ernte (Dezember) wurde mit knapp 143 Euro/t (498,6 Ct/bu) gehandelt. Am Montag Vormittag lagen die Maispreise im elektronischen vorbörslichen Handel in Chicago erneut knapp 1 % im Minus.
 
Kräftiger Preisrutsch bei Weizen
Eine Reihe von Überraschungen lieferte das USDA am Freitag auch zum Weizenmarkt. Zum einen nehmen die globalen Weizen-Bestände in der nächsten Saison 2014/15 trotz einer etwas kleineren globalen Ernte sogar moderat zu. Die Analysten hatten eine relativ deutliche Abnahme erwartet. Grund für den Anstieg ist der (neben der bislang zweitgrößten Ernte) ebenfalls etwas schrumpfende Verbrauch, der durch die erwartete Erntemenge gedeckt wird. Hier hatte die US-Analysten wie auch der IGC eine Deckungslücke gesehen. Zwar hat das USDA die nächste US-Ernte sogar etwas kleiner eingeschätzt als Analysten erwartet haben, jedoch überwogen insgesamt die bärischen Faktoren für die Entwicklung der Weizenpreise. Außerdem könnte die EU die USA im nächsten Jahr als weltweit größten Weizenexporteur überholen (obwohl die EU-Ausfuhren etwas zurückgehen). Vor diesem Hintergrund ging der Weizen in Chicago am Freitag ebenfalls mit einem Abschlag von 1,7 % aus dem Handel. Der Maikontrakt kostete noch 190,50 Euro (714 Ct/Bu), der Julitermin 193 Euro/t (722,4 Ct/bu) und die neue Ernte (Dezember) wurde mit knapp 199 Euro/t (745,2 Ct/bu) gehandelt. Am Montag Vormittag gaben die Weizenpreise im elektronischen vorbörslichen Handel in Chicago erneut sehr deutlich um mehr als 2 % nach.
 
Sojapreise steigen (kurzfristig) trotz Rekordernte
Am Sojamarkt lieferte vor allem die knappe Versorgung (in den USA) bis zur neuen Ernte im nächsten Herbst den Bullen Futter. Zwar übertraf die vom USDA für den kommenden Herbst erwartete neue Sojaernte sogar noch die Rekord-Schätzung der Analysten und auch die globalen Endbestände wachsen auf im nächsten Jahr auf den höchsten jemals erreichten Stand. Jedoch ist die aktuelle Versorgung in den USA noch knapper als bislang gedacht (einige Analysten rechnen sogar mit Importen bis zur neuen Ernte). Um so mehr dürften die Preise jedoch im nächste Herbst unter Druck geraten, denn auch in Brasilen wird eine Rekordernte erwartet und die argentinische Ernte reicht nahe an den bisherigen Rekord. Dagegen wachsen Chinas Importe deutlich moderater als in diesem Jahr, auch wenn damit erneut ein Einfuhrrekord erreicht wird. Die Märkte verarbeiteten die neuen USDA-Zahlen am Freitag jedenfalls mit einem kräftigen Anstieg der Sojapreise. So legten die Sojabohnen in Chicago am Freitag vor allem für die vorderen Termin um 1,2 % bis 1,7 % zu, während sich die Preise für die neue Ernte kaum veränderten. Der Maikontrakt kostete am Ende des Handelstages 400 Euro (1501 Ct/Bu), der Julitermin 397 Euro/t (1487 Ct/bu) und die neue Ernte (November) wurde mit knapp 327 Euro/t (1226 Ct/bu) gehandelt. Am Montag Vormittag lagen die Sojapreise im elektronischen vorbörslichen Handel in Chicago für die vorderen Termine ereut ganz leicht im Plus und für die hinteren Termine im Minus.
 
Ausführliche Informationen und Marktdaten zur neuen Ernte 2014/15 finden sie im Laufe des Vormittags im marktkompass unter den Rubriken Weizen, Mais, Soja, Raps und Gerste.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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