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USDA-Report wirkt bärisch für Weizen und Mais

von , am
11.06.2015

Mit deutlich nachgebenden Preisen bei Weizen und Mais sowie etwas schwächeren Kursen bei Sojabohnen und Canola reagierte der Terminmarkt in Chicago am Mittwoch Abend (10.06) unmittelbar nach Veröffentlichung auf die Ergebnisse des neuen USDA-Reports.

© imageteam/fotolia.de
 
Mit deutlich nachgebenden Preisen bei Weizen und Mais sowie etwas schwächeren Kursen bei Sojabohnen und Canola reagierte der Terminmarkt in Chicago am Mittwoch Abend (10.06) unmittelbar nach Veröffentlichung auf die Ergebnisse des neuen USDA-Reports. Am europäischen Terminmarkt gaben die Preise für Weizen und Mais deutlich nach und auch die Rapspreise rutschten ins Minus. Eine Ursache für den kräftigen Rückgang der Weizenpreise war die weitere Aufwärtskorrektur der globalen Weizenernte und trotz der Regenfälle der letzten Wochen auch der neuen Weizenernte in den USA. Unverändert ließ dass die globale Maisernte, die globalen Bestände gingen allerdings deutlich nach oben und sorgten für den Preisdruck. Bei Sojabohnen wurde die aktuelle Ernte 2014/15 nochmals nach oben korrigiert und die nächste Ernte blieb auf dem sehr hohen Niveau. Die Bestände wachsen allerdings etwas weniger stark als im Mai erwarte wurde was die Preise stützte.
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Globale Weizenernte nach oben korrigiert
Nicht ohne Überraschungen blieb die aktuelle Einschätzung des USDA zum globalen Weizenmarkt. So hat man die erwartete neue Weizenernte 2015/16 von 718,9 Mio.t auf 721,5 Mio. t nach oben korrigiert. Dabei überrascht vor allem die trotz der extremen Witterungsverhältnisse von 56,8 Mio. t auf 57,7 Mio. t nach oben gesetzte neue US-Ernte. Für Kanada blieb die Ernteprognose hingegen mit 29,0 Mio. t ebenso unverändert wie für Australien mitv 26,0 Mio. t und für Indien mit 90,0 Mio. t. Für China liegt die erwartete Ernte unverändert auf Rekordniveau von 130 Mio. t (Vj: 126 Mio. t) Der globale Weizenverbrauch steigt nach Einschätzung des USDA jedoch von den im Mai erwarteten 716,6 Mio. t auf 719,5 Mio. t, so dass die Bestände zum Ende des neuen Wirtschaftjahres nicht auf 203,3 Mio. sondern „nur“ auf 202,4 Mio. t wachsen (Vj: 200,4). Die im neuen Wirtschaftsjahr erwarteten Exporte wurden vom USDA von 156,7 Mio. t bei der vorigen Schätzung, auf 158,2 Mio. t deutlich nach oben gesetzt.
 
Mehr Weizen in Russland, Europäer weiter Exportweltmeister
Für Europäische Union hat das USDA die neue Weizenernte im Juni auf 150,7 Mio. t geschätzt, nach 150,3 Mio. t im Mai und der Rekordernte von 156,5 Mio. t im vorigen Jahr. Die europäischen Exporte werden im neuen Wirtschaftsjahr wie schon im Mai bei 32,5 Mio. t erwartet und damit nur wenig kleiner als der Rekordwert aus der zu Ende gehenden Saison von 34,5 Mio. t. Deutlich nach oben korrigiert hat das USDA seine Ernteschätzung für Russland nämlich von 53,5 Mio. t auf 55,0 Mio. t, nach 59,0 Mio. t im vorigen Jahr. Die russischen Exporte wurden vom USDA von 20,0 Mio. t auf 21,0 Mio. t nach oben korrigiert, nach 22,2 Mio. t in der zu Ende gehenden Saison. Die Ernteschätzung für die Ukraine wurde von 22,0 Mio. t auf 23,0 Mio. t korrigiert, bleibt damit jedoch ebenfalls etwas unter dem Vorjahr (24,7 Mio. t). Die ukrainischen Exporte wurden von 10,5 Mio. t auf 11,5 Mio.t korrigiert, nach ebenfalls 11,5 Mio. t im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr.
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Globale Maisbestände größer als erwartet
Eine Ursache für den Preisrückgang am Maimarkt dürfte die kräftige Aufwärtskorrektur der globalen Bestände von 191,9 Mio. t auf jetzt 195,1 Mio. t gewesen sein. Damit wären die Bestände fast so groß wie im Vorjahr mit 197 Mio. t. Verantwortlich ist vor allem der kräftige Bestandszuwachs in Brasilien von 12 Mio. t auf jetzt 15 Mio. t. Die für die neue Saison erwarteten US-Bestände nehmen nur leicht von 44,3 Mio. t auf mit 44,9 Mio. t zu und sind damit etwas kleiner als in der zu Ende gehenden Saison mit 47,7 Mio. t. Die globale Maisernte erwarte das USDA wie schon im Mai bei 989,3 Mio. t und damit nur 10 Mio. t kleiner als im letzten Jahr (996 Mio. t).
 
Die neue US-Maisernte wird ebenfalls unverändert auf rund 346 Mio. t geschätzt, nach der Rekordernte von 361 Mio. t im Vorjahr. Die neue Ernte in der EU erwartet das USDA bei 68,1 Mio. t und damit ähnlich groß wie im Mai mit 68,3 Mio. t und deutlich kleiner als die Rekordernte aus dem letzten Jahr mit knapp 74 Mio. t. Die Maisernte in der Ukraine wurde wie schon im Mai bei 26 Mio. t erwartet und damit etwas kleiner als 2014 mit 28,4 Mio. t. Für Argentinien rechnet man auch für das nächste Jahr (2016) mit 25,0 Mio. t Mais und damit mit einer eben so großen Ernte wie 2015 und für Brasilien geht das USDA für 2016 von 75,0 Mio. t aus nach mit 75,0 Mio. t im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr. Die chinesische Maisernte wird mit 228 Mio. t unverändert zum Mai geschätzt jedoch deutlich größer als im letzten Jahr mit knapp 216 Mio. t. Den Importbedarf der EU sieht das USDA bei 12,0 Mio. t (Vj 8,0 Mio. t), der Importbedarf Chinas bleibt stabil bei 3,0 Mio. t .
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Sojabestände wachsen nicht ganz so stark, Riesenernte
Die Ursache für die etwas weniger nachgebenden Preise beim Soja ist dass nicht ganz so starke Anwachsen der globalen Bestände auf 93,2 Mio. t (Mai: 93,3 Mio. t) in der neuen Saison, von 83,7 Mio. t im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr. Die aktuelle(alte) Ernte 2014/15 wurde allerdings nochmals auf 318,3 Mio. t nach oben korrigiert und die nächste Ernte 2015/16 blieb mit 317,6 Mio. t auf dem sehr hohen Niveau unverändert. Die neue US-Ernte 2015 ließ das USDA mit knapp 105 Mio. t unverändert und zudem nur geringfügig unter dem Rekord des Vorjahres von 108 Mio. t. Die US-Bestände wachsen ähnlich kräftig wie im Mai erwartet von 9,5 Mio. t (2014/15) auf 13,9 Mio. t und die US-Exporte bleiben mit 48 Mio. t etwa so hoch wie im aktuellen Jahr mit 49 Mio. t.
 
Die neue Ernte (2016) für Brasilien wurde vom USDA unverändert auf den neuen Rekordwert von 97,0 Mio. t veranschlagt nach einer Rekordernte von 94,5 Mio. t im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr. Für Argentinien liegt Ernte-Prognose (2016) bei 57 Mio. t nach dem für das aktuelle Wirtschaftsjahr erwarteten Rekordwert von 59,5 Mio. t (Mai: 58,5 Mio. t). Die Importerwartungen China blieben unverändert bei 77,5 Mio. t nach 73,5 Mio. t im zu Ende gehenden Jahr. Die für 2015/16 erwarteten Exportmengen Argentiniens und Brasiliens liegen bei Sojabohnen bei 8,5 Mio. t (Vj: 8,0) und 49,8 Mio. t (Vj. 45,6) . Die Schrotexporte der Südamerikaner wurden auf 31,0 Mio. t und 14,8 Mio. t veranschlagt und damit ebenfalls höher als in der laufenden Saison mit 28,5 Mio. t und 14,2 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke
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