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USDA: Riesige Weizenernte, weniger Mais, reichlich Soja

von , am
11.09.2015

Mit einer Seitwärtsbewegung der Weizenpreise, steigenden Maispreisen sowie schwächeren Kursen bei Sojabohnen und Canola reagierte der Terminmarkt in Chicago am Freitag Abend (11. 09) unmittelbar nach der Veröffentlichung auf die Ergebnisse des neuen USDA-Reports.

© tom - Fotolia.com
 
Mit einer Seitwärtsbewegung der Weizenpreise, steigenden Maispreisen sowie schwächeren Kursen bei Sojabohnen und Canola reagierte der Terminmarkt in Chicago am Freitag Abend (11. 09) unmittelbar nach der Veröffentlichung auf die Ergebnisse des neuen USDA-Reports. Am europäischen Terminmarkt gaben die Preise für Weizen leicht und für Raps deutlich nach und die Maispreise lagen leicht im Plus.
 
Allerdings hat das USDA die globale Weizenernte ebenso auf einen neuen Rekordstand nach oben gesetzt wie die weltweiten Bestände. Hier könnten die Preise im weiteren Handelsverlauf aus fundamentalen Gründen durchaus noch unter Druck geraten. Deutlich nach unten korrigiert hat das USDA (wegen der kleineren europäischen und US-Ernte) die globale Maisernte und die globalen Bestände. Bei Sojabohnen wurde die globale Ernte 2015/16 leicht nach unten, die US-Ernte jedoch entgegen der Analystenerwartungen nach oben korrigiert. Die Soja-Bestände wachsen indessen etwas weniger kräftig wie einen Monat zuvor erwartet.
 
Globale Weizenernte nach oben korrigiert
Einige Veränderungen gab es bei de Einschätzung des USDA zum globalen Weizenmarkt. So hat man die erwartete neue Weizenernte 2015/16 von 726,5 Mio.t auf den neuen Rekordwert von 731,6 Mio. t nach oben korrigiert. Der globale Weizenverbrauch steigt nach Einschätzung des USDA von den zuvor erwarteten 714,7 Mio. t (August) auf 716,5 Mio. t, so dass die Bestände zum Ende des neuen Wirtschaftsjahres nicht auf 221,5 Mio. t sondern „auf den neuen Rekordwert von 226,6 Mio. t anwachsen (Vj: 211,3 Mio. t).
 
Die im neuen Wirtschaftsjahr erwarteten Exporte wurden vom USDA von 156,8 Mio. t bei der vorigen Schätzung, auf 158,4 Mio. t nach oben gesetzt. Dabei blieb die Ernteprognose für die USA mit 58,1 Mio. t unverändert. Für Kanada wurde die Ernteprognose hingegen von 26,5 Mio. t auf 25,0 Mio. t nach unten gesetzt und Indiens Ernte reduzierte das USDA von 90,0 Mio. t auf 88,9 Mio. t. Die australischen Ernte beließ das USDA hingegen bei 26,0 Mio. t. Für China liegt die erwartete Ernte unverändert auf einem Rekordniveau von 130 Mio. t (Vj: 126 Mio. t)
 
Mehr Weizen in der Europäischen Union und am Schwarzen Meer
Für Europäische Union hat das USDA die neue Weizenernte im September auf 154,1 Mio. t geschätzt, nach 147,8 Mio. t im August und der Rekordernte von 156,5 Mio. t im vorigen Jahr. Die europäischen Exporte werden im neuen Wirtschaftsjahr bei 32,5 Mio. t erwartet und damit höher als im August (31,0) und damit 2,9 Mio. t kleiner als der Rekordwert aus der zu Ende gehenden Saison von 35,4 Mio. t.
 
Weiter nach oben korrigiert hat das USDA auch seine Ernteschätzung für Russland nämlich von 60,0 Mio. t auf 61,0 Mio. t, nach 59,0 Mio. t im vorigen Jahr. Die russischen Exporte ließ das USDA bei 23,0 Mio. t, nach 22,2 Mio. t in der vorigen Saison. Die Ernteschätzung für die Ukraine wurde von 25,5 Mio. t auf 26,5 Mio. t korrigiert (Vj:24,7 Mio. t). Die ukrainischen Exporte wurden von 13,0 Mio. t auf 13,5 Mio.t korrigiert, nach 11,5 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr.
 
Europäische Maisernte kräftig reduziert
Hauptursache für den Rückgang der globalen Maisproduktion ist die kleinere Ernte in der EU. Die neue Ernte in der EU erwartet das USDA jetzt nur noch bei 58,0 Mio. t und damit 4,2 Mio. t kleiner als im August mit 62,2 Mio. t und deutlich kleiner als die Rekordernte aus dem letzten Jahr mit 75,2 Mio. t. Die Maisernte in der Ukraine wurde unverändert bei 27 Mio. t erwartet und damit etwas kleiner als 2014 mit 28,4 Mio. t. Für Argentinien rechnet man auch für das nächste Jahr (2016) mit 25,0 Mio. t Mais und damit mit einer etwas kleineren Ernte als 2015 (26,5) und für Brasilien geht das USDA für 2016 von 79,0 Mio. t aus nach der Rekordernte von 84,0 Mio. t im Jahr 2015. Die chinesische Maisernte wird mit 225 Mio. t unverändert geschätzt jedoch deutlich größer als im letzten Jahr mit knapp 216 Mio. t.
 
Den Importbedarf der EU sieht das USDA jetzt bei 16,0 Mio. t (Vj 9,0 Mio. t). Bei den globalen Bestände erwartet das USDA 190 Mio. t anstelle der 195 Mio. t im August. Damit wären die Bestände 7 Mio. t kleiner wie im Vorjahr mit 197 Mio. t. Die für die neue Saison erwarteten US-Bestände nehmen trotz der kleineren Ernte nur leicht von 44,0 Mio. t auf 40,5 Mio. t a. Die globale Maisernte erwarte das USDA jetzt 978 Mio. t und damit 8 Mio. t kleiner als im August (986 Mio. t) und 29 Mio. t kleiner als die Rekordernte 2004/15 mit 1007 Mio. t. Die neue US-Maisernte wurde von 347,6 Mio. t auf 345 Mio. t nach unten geschätzt, nach der Rekordernte von 361 Mio. t im Vorjahr.
 
Sojaernte in den USA nach oben geschätzt
Die globale Sojaernte 2015/16 wurde USDA ganz leicht von 320,0 Mio. t auf 319,6 nach unten korrigiert. Die neue US-Ernte 2015 setzte das USDA hingegen (wider Erwarten) von knapp 106,6 Mio. t auf 107,1 Mio. t nach oben und sorgte damit für Preisdruck und bleibt damit nur noch knapp unter dem Rekord des Vorjahres von 108 Mio. t. Die US-Bestände wachsen von 5,7 Mio. t (2014/15) auf 12,3 Mio. t und die US-Exporte werden mit 47,0 Mio. t knapp 3 Mio. kleiner erwartet als im letzten Jahr mit 49,9 Mio. t.
 
Die neue Ernte (2016) für Brasilien wurde vom USDA unverändert auf den neuen Rekordwert von 97,0 Mio. t veranschlagt, nach einer Rekordernte von 94,5 Mio. t letzten Wirtschaftsjahr. Für Argentinien liegt Ernte-Prognose (2016) bei 57 Mio. t, nach dem für das letzte Wirtschaftsjahr ermittelten Rekordwert von 60,8 Mio. t (Mai: 58,5 Mio. t). Die Importerwartungen Chinas blieben unverändert bei 79,0 Mio. t nach 77,0 Mio. t im letzten Jahr. Die für 2015/16 erwarteten Exportmengen Argentiniens und Brasiliens liegen bei Sojabohnen bei 9,7 Mio. t (Vj: 9,6) und 54,5 Mio. t (Vj. 50,0) . Die Schrotexporte der Südamerikaner wurden auf 30,2 Mio. t und 15,2 Mio. t veranschlagt und damit ebenfalls höher als in der letzten Saison mit 28,5 Mio. t und 14,7 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke
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