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USDA Vorab: Bestandsdaten bärisch für Mais, Soja und Weizen

von , am
12.08.2014

In den USA reagieren die Märkte oftmals noch heftiger auf Veränderungen der Lagerbestände als auf die geschätzten Erntemengen.

© Mühlhausen/landpixel
Große Bedeutung für die globalen Versorgungsbilanzen bei Getreide und Ölsaaten sowie für die Entwicklung der Preise haben die Veränderungen bei den Lagerbeständen. In den USA reagieren die Märkte oftmals noch heftiger auf Veränderungen der Lagerbestände als auf die geschätzten Erntemengen. Das USDA wird am Dienstag Abend (12.08) auch die Daten zur Entwicklung der Endbestände bei Mais, Soja und Weizen im zu Ende gegangenen und im neuen Wirtschaftsjahr in den USA aktualisieren. Diese Daten spiegeln die konkrete Exportdynamik, die Verbrauchsentwicklung und damit auch die Versorgungsbilanzen beim größten globalen Mais-, Weizen- und Sojaexporteur wider. Im Vorfeld des Reports haben haben US-Analysten in einer Konsensschätzung die Lagerbestände Ende des aktuellen Wirtschaftsjahres 2013/14 und des neuen Wirtschaftsjahres 2014/15 2015 geschätzt. Größere Abweichungen der heute Abend vom USDA veröffentlichten Daten von der Prognose dürften zu kräftigen Preisausschlägen an den Terminmärkten führen.
 
Mais: Bärische Prognose bei den Maisbeständen
Ausgesprochen bärisch für die Märkte wirkt die erwartete Entwicklung der US-Endbestände beim Mais für das neue Wirtschaftsjahr 2014/15. In ihrer Konsensschätzung erwarten die Analysten für das neue Wirtschaftsjahr ein Anwachsen des US-Endbestandes bei Mais auf 51,66 Mio. t (2034 Mio. Bu). Im Vergleich zur Analystenschätzung für das zurückliegende Wirtschaftsjahr wäre dies ein Bestandszuwachs von 64 % bzw. rund 20 Mio. t (!!). Das USDA hatte die Endbestände im Juli-Report für die kommende Saison 2014/15 nur  auf 45,75 Mio. t (1.801 Mio. Bu) geschätzt und damit rund 13 % oder 5,9 Mio. t kleiner als die Analysten. In ihrer Konsensschätzung erwarten die Analysten für das zurückliegende Wirtschaftsjahr 2013/14 einen Endbestand bei Mais von 31,57 Mio. t (1.243 Mio. Bu). Im Vergleich zum Juli-Report des USDA mit erwarteten 31,65 Mio. t (1246 Mio. bu) wäre dies eine marginale Korrektur der aktuellen Endbestände nach unten. Die Bestände im Wirtschaftsjahr 2012/13 lagen nur bei 20,9 Mio. t.
 
Soja: Sojabestände wachsen so kräftig wie erwartet
Ganz besonders drastisch verändern sich die Versorgungslage und die Endbestände bei Sojabohnen im neuen Wirtschaftsjahr. Das ist auch der Auslöser für den starken Preisrutsch bei Sojabohnen im Juli. Dennoch bleibt die Versorgung bis zur neuen US-Ernte im Herbst relativ angespannt. Für die kommende Saison 2014/15 erwarteten die Analysten einen US-Endbestand bei Sojabohnen von 11,05 Mio. t (406 Mio. bu). Das wäre eine Verdreifachung der derzeitigen Endbestände und zudem der größte US-Bestand seit 2006/07. Das USDA hatte in seiner Juli-Prognose allerdings ein noch etwas stärkeres Anwachsen der der Endbestände auf 11,3 Mio. t (415 Mio. Bu) erwartet. Für das alte Wirtschaftsjahr 2013/14 gehen die Analysten in ihrer Konsensschätzung von einem US-Sojabestand von 3,7 Mio. t 137 Mio. Bu) aus. Das USDA hatte die Endbestände für das Wirtschaftsjahr 2013/14 im Juli auf 3,8 Mio. t (140 Mio. bu) und damit ebenfalls etwas größer eingeschätzt.
 
Weizen: Bestände werden nach oben korrigiert
Wegen der etwas größer erwarteten US-Weizenernte (Sommerweizen) haben die Analysten in ihrer Konsensschätzung für die neue Saison die erwarteten Endbestände beim Weizen ebenfalls etwas nach oben korrigiert. Mit erwarteten Endbeständen von 18,2 Mio. t (666 Mio. bu) im neuen Wirtschaftsjahr liegen die Analysten rund 0,25 Mio. t über der USDA-Prognose vom Juli. Die USDA-Experten hatten im Juli die Endbestände für die neue Saison 2014/15 auf 17,96 Mio. t (660 Mio. bu) veranschlagt. Die Endbestände für das zurückliegende Wirtschaftsjahr 2013/14 hat das USDA zuletzt mit 16,05 Mio. t angegeben, nach Weizenbeständen von 19,54 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2012/13. Die Prognose zeigt, dass die US-Weizenbestände im neuen Wirtschaftsjahr größer sein dürften als in der zurückliegenden Saison und deutlich kleiner als vor zwei Jahren.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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