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USDA-Vorab: Fläche bei Soja und Mais größer, bei Weizen etwas kleiner

von , am
30.06.2014

Das USDA wird am heutigen Montag Abend (30.06) seine Daten zur Anbauentwicklung (Acreage Report) bei Mais und Soja sowie bei Weizen in den USA aktualisieren

© kk artworks/fotolia
 
Das USDA wird am heutigen Montag Abend (30.06) seine Daten zur Anbauentwicklung (Acreage Report) bei Mais und Soja sowie bei Weizen in den USA aktualisieren. Die letzte Erhebung des USDA zur Anbauentwicklung erfolgte Ende März (Prospective Planting). Die neuen Daten könnten Märkte und Preise insbesondere bei Mais und Soja erheblich durcheinander wirbeln. Großen Einfluss auf die Preisentwicklung haben auch die zeitgleich erhobenen Daten zur Entwicklung der Lagerbestände (1. Juni) in den USA. Diese Daten spiegeln die konkrete Export- und Verbrauchsentwicklung beim größten globalen Mais-, Weizen- und Sojaexporteur und damit auch die aktuellen Versorgungsbilanzen wider. Ende letzter Woche hatten US-Analysten in einer Konsensschätzung eine Anbauprognose abgegeben und die Entwicklung der Lagerbestände zum Stichtag 1. Juni geschätzt.
 
Mais: Analysten erwarten keine Flächenverluste beim Mais
Witterungsbedingt begann die Aussaat von Mais und Soja in den Hauptanbaugebieten im Mittelwesten in diesem Jahr relativ spät ging aber dann relativ rasch voran. Allerdings hat es dann in den nördlichen Staaten des Mittwestens lange und ergiebig geregnet, so dass viele Felder unter Wasser stehen und der Mais geschädigt werden könnte bzw. Mais-Fläche verloren gehen könnte. Davon gehen die wichtigsten US-Analysten vor der Veröffentlichung des neuen USDA-Acreage-Reports jedoch nicht aus. In einer Konsensschätzung wird dei Aussaatfläche von Mais für die Ernte 2014 auf umgerechnet 37,11 Mio. ha (91,7 Mio. Acres) geschätzt. Damit liegen die Analysten sogar geringfügig über der März-Schätzung des USDA von 37,1 Mio. ha (91,69 Mio. Acres). Im Vergleich zum letzten Jahr (2013) als die Farmer auf 38,6 Mio. ha (95,4 Mio. Acres) Mais aussäten, bedeutet die Prognose der Analysten einen Rückgang der Aussaatfläche 1,5 Mio. ha. Dennoch hatte das USDA auf Basis der im März unterstellten Aussaatfläche von 37,10 Mio. ha (91,69 Mio. Acres) und höherer Erträge für 2014 eine ähnlich große Ernte wie 2013 von 355,97 Mio. t (13.935 Mio. Bu) geschätzt
 
Soja: Noch mehr Sojafläche könnte Preisdruck bringen
Bei Soja gehen die Anlysten für 2014 von einer Anbaufläche von 33,27 Mio. ha (82,2 Mio. Acres) aus. Das wäre nicht nur neuer Anbaurekord. Gleichzeitig liegen die Analysten mit ihrer Schätzung zum Sojaanbau noch 0,29 Mio. ha über der März-Prognose des USDA von 32,98 Mio. ha (81,49 Mio. Acres). Schon damit wäre der bisherige Rekordwert von 31,5 Mio. ha (77,9 Mio. Acres) aus dem Jahr 2009 deutlich übertroffen worden. Im Jahr 2013 hatten die US-Farmer auf 31,0 Mio. ha (76,53 Mio. Acres) Soja ausgesät und 89,5 Mio. t geerntet. Das USDA hatte auf Basis der im März unterstellten Aussaatfläche von 32,98,0 Mio. ha (81,49 Mio. Acres) für 2014 bereits eine neue Rekordernte von 98,97 Mio. t (3635 Mio. Bu) geschätzt. Eine Anwachsen der Aussaatfläche bei Soja sowie das damit verbundene Produktionswachstum könnte zu Preisdruck bei Soja und anderen Ölsaaten führen.
 
Weizen: Etwas weniger Sommerweizen, aber mehr als 2013
Die Aussaatfläche bei Weizen (Sommer+ Winter) schätzten die Analysten im Vorfeld des Acreage-Reports auf 22,57 Mio. ha (55,78 Mio. Acres). Das USDA hatte im März mit 22,59 Mio. ha (55,82 Mio. Acres) eine geringfügig größere Anbaufläche beim Weizen unterstellt. Grund für den erwarteten leichten Flächenrückgang der Gesamtweizenfläche ist die witterungsbedingt (Regen) etwas kleinere Aussaatfläche bei Sommerweizen (wie in Kanada). Nach der Prognose der Analysten liegt die Aussaatfläche von Sommerweizen bei 4,83 Mio. ha (11,94 Mio. Acres) und von Durum bei 0,73 Mio. ha (1,8 Mio. Acres). Das USDA hatte die Sommerweizenfläche im März auf 4,86 Mio. ha (12,0 Mio. Acres) und die Durum-Fläche ebenfalls auf 0,73 Mio. ha (1,8 Mio. Acres) geschätzt. Im Jahr 2013 wurde aus witterungsgründen allerdings nur auf 4,69 Mio. ha (11,6 Mio. Acres) Sommerweizen und auf 0,6 Mio. ha (1,447 Mio. Acres) Durum ausgesät.
 
Winterweizen mit Flächenverlust und schwachen Erträgen
Insgesamt hatten die US-Farmer vorigen Jahr (2013) auf 22,72 Mio. ha (56,16 Mio. Acres) Weizen ausgesät und damit auf einer knapp 1 % größeren Fläche als 2014. Die Gesamternte lag im Jahr 2013 allerdings bei 57,96 Mio. t (2.130 Mio. Bu), während das USDA die Ernte 2014 wegen der schwachen Winterweizenproduktion zuletzt nur noch auf 52,84 Mio. t (1942 Mio. Bu) geschätzt hat und damit gut 8 % kleiner als im Vorjahr (2013). Die Aussaatfläche von Winterweizen für die Ernte 2014 lag nach den letzten Daten des USDA bei 17,0 Mio. ha (42,0 Mio. Acres). Die Erntefläche wird vom USDA allerdings nur noch mit 13,1 Mio. h angegeben und damit 22 % bzw. fast 4 Mio. ha kleiner. Die Erträge bei Winterweizen liegen mit jetzt erwarten 2,85 t/ha außerdem rund 10 % unter den schon schwachen Erträgen aus dem Vorjahr 3,18 t/ha.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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