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USDA-Vorab: Neue Daten aus Südamerika, Preise bröckeln

von , am
10.03.2014

Heute Abend (18:00 MEZ) wird der neue USDA-Report neue Daten zu den Märkten für Getreide und Ölsaaten liefern.

© agrar-press
 
Heute Abend (18:00 MEZ) wird der neue USDA-Report neue Daten zu den Märkten für Getreide und Ölsaaten liefern. Angesichts der jüngsten Preis-Rallye bei Getreide und Ölsaaten könnte es durchaus zu größeren Preisausschlägen kommen, wenn sich die Erwartungen der Märkte an die neuen Zahlen nicht bestätigen. Im Vorfeld des Reports haben sich die wichtigsten US-Analysten insbesondere mit den erwarteten Daten und Korrekturen zur laufenden südamerikanischen Soja – und Maisernte befasst. Am Weizenmarkt wird die Bestandsentwicklung in den USA und am Weltmarkt die Märkte beschäftigen. Zuletzt hat zudem die den möglichen Auswirkungen der Krimkrise auf den Export die Märkte beunruhigt. Im Vorfeld des USDA Report am Monat Nachmittag MEZ (15:30) lagen die Preise für Weizen, Mais und Soja an den US-Terminmärkten zwischen 0,5 % und 1,0 % im Minus.
 
Brasilien hat die Hälfte des Sojas geerntet
Am Freitag meldeten die brasilianischen Analysten von Safras & Mercado, dass die brasilianische Sojaernte bis 7. März zu 52 % eingebracht war. Im Vorjahr waren zu diesem Termin 48 % der Sojabohnen geerntet und damit etwas weniger. Im wichtigsten Anbaustaat Mato Grosso (30 % der Produktion) war die Sojaernte am 7 März zu 73 % komplett (Vj. 74 %). Hier verzögerten schwere Regefälle die Ernte und bedrohen zudem die Qualität und den Ertrag.
 
Korrigierte brasilianische Soja-Ernte bleibt Rekord
Im Vorfeld des heutigen USDA-Reports beschäftigten sich Analysten mit den neuen Daten zur laufenden südamerikanischen Sojaernte. Im Rahmen einer Konsensschätzung erwarteten die wichtigsten US-Analysten, dass das USDA die brasilianische die Sojaernte witterungsbedingt von 90,0 Mio. t auf 88,0 Mio. t nach unten korrigieren wird. Der bisherige Produktionsrekord aus dem letzten Jahr von 82 Mio. t wird trotz der Korrektur noch immer deutlich übertroffen. Vor zwei Jahren ernten die Brasilianer nach einer Trockenheit in Südbrasilien nur 66 Mio. t Soja.
 
Argentiniens Getreidebörse schätzt gegen den Trend
Für Argentinien gehen die US-Analysten in ihrer Prognose ebenfalls von einer moderaten Korrektur der Ernte durch das USDA von zuvor 54,0 Mio. t auf 53,5 Mio. t nach unten aus. Im vorigen Jahr hatten die argentinischen Farmer 49,3 Mio. t Sojabohnen geerntet. Die bisherige argentinische Rekordernte mit 54,4 Mio. t wurde im Jahr 2009/10 eingebracht. Die argentinische Getreidebörse in Buenos Aires schätzte die neue Ernte Ende der letzten Woche allerdings überraschenderweise nach oben. Mit 54,5 Mio. t erwarten die argentinischen Analysten 1,5 Mio. t mehr Soja als bei ihrer letzten Prognose.
 
Starke Sojaexporte lassen US-Bestände schrumpfen
Gleichzeitig erwartet die Analysten, dass die US-Bestände zum vorigen Report deutlich um etwa 6 % auf 3,8 Mio. t schrumpfen und die globalen Bestände von 73,0 Mio. t auf 71,5 Mio. t abnehmen. Außerdem dürfe das USDA die US-Exportzahlen für das laufende Wirtschaftsjahr nach oben anpassen. Bislang summieren sich die US-Ausfuhren auf 44,2 Mio. t gegenüber 34,8 Mio. t im letzten Jahr. Damit wird die noch im Februar vom USDA erwarteten US-Sojaausfuhren für das laufende Wirtschaftsjahr von knapp 41 Mio. t bereits sehr deutlich um 3,2 Mio. t (!!!) übertroffen.
 
Wenig veränderte Maisernte in Brasilien
Auch beim Mais erwarten die US-Analysten vom USDA Korrekturen an den südamerikanischen Produktionszahlen. Für Brasilien soll die Ernte ganz moderat von 70,0 Mio. t auf 69,6 Mio. t nach unten korrigiert wird. Im letzten Jahr holten die Brasilianer mit 81 Mio.t Mais ihren bisherigen Ernterekord von den Feldern. Allerdings sind nur 40 % der brasilianischen Produktion Sommermais der jetzt geerntet wird. Die übrigen 60 % sind Wintermais (Safrina), der als Zweitfrucht unmittelbar nach Sojaernte gepflanzt und erst von Juli bis August geerntet wird.
 
Etwas weniger Mais in Argentinien
Für Argentinien gehen die Analysten ebenfalls von einer leichten Korrektur der Ernte durch das USDA von zuvor 24,0 Mio.t auf 23,5 Mio. t nach unten aus. Im vorigen Jahr hatten die Argentinier 26,5 Mio. t Mais geerntet. Wie in Brasilien war das ein Rekordergebnis. Für die USA erwarten die Analysten in ihrer Schätzung, dass die US-Maisbestände gegenüber dem Februar-Report durch das USDA nicht wesentlich verändert werden. Dagegen sollen globalen Bestände von 157,3 Mio. t auf 156,5 Mio. t  zurückgehen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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