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USDA Vorab: Preiskorrekturen vor USDA-Report gehen weiter

von , am
11.07.2014

Die Märkte haben auf die erwarten Veränderungen im Vorfeld des Reports bereits mit weiteren heftigen Preisabschlägen reagiert

© imageteam/fotolia.de
 
Derzeit scheinen die Preise für Getreide und Ölsaaten nur eine Richtung zu kennen: Abwärts. Auslöser für die teilweise doch sehr heftigen Preiskorrekturen waren die beiden USDA-Reports zur Anbauentwicklung und zu den Lagerbeständen bei Mais, Soja und Weizen in den USA zum Monatswechsel. Diese Daten haben die Märkte und Versorgungbilanzen offenbar heftig durcheinandergewirbelt und für teilweise starke Preisreaktionen bei Mais, Soja, Weizen und Raps gesorgt. Am kommenden Freitag Abend (11.07) gibt es nun einen neuen USDA-Report, der die zuvor gemachten Veränderungen eigentlich einbeziehen müsste. Auch die aktualisierten Ernteschätzungen von der Nordhalbkugel werden einfließen.
 
Preisabschläge für Mais, Soja und Weizen
Die Märkte haben auf die erwarteten Veränderungen im Vorfeld des Reports bereits mit weiteren heftigen Preisabschlägen reagiert. Der Mais verlor seit dem Monatswechsel in den USA 8 %, Soja rauschte sogar um 11 % nach unten und der Weizen büßte knapp 6 % ein. Auch am Donnertag Abend (10.07) geben die Preise in den USA weiter nach udn zihen auch die Notierungen in Europa mit nach unten. Im Vorfeld des neuen Reports haben die wichtigsten US-Analysten wie immer eine Prognose bzw. eine Konsensschätzung zu den erwarteten Veränderungen abgegeben. Im Vordergrund stehen dieses Mal Daten zur Mais- und Sojaproduktion in den USA und natürlich auch die bereits auf vollen Touren laufende US-Winterweizenernte.
 
Sehr hohe Maiserträge und große Produktion
Beim Mais geht die aktuelle Konsensschätzung der Analysten für den Juli von einer Ernte von 353,8 Mio. t (13.931 Mio. Bu) aus. Das USDA hatte die Produktion im Juni auf 353,98 Mio. t (13.935 Mio. Bu) geschätzt und im letzten Herbst (2013) ernteten die US-Farmer ebenfalls 353 ,7 Mio. t. Die Spanne der Analysten-Schätzungen lag mit 351,6 Mio. t bis 363,6 Mio. t  relativ weit auseinander und zeigt eine gewisse Unsicherheit in der Ertragsprognose, denn die Anbaufläche ist nach dem letzten Anbaureport des USDA etwas kleiner als 2013. Die Erträge werden jedoch von allen Beteiligten höher als 2013 eingeschätzt. Das USDA hat den Maisertrag im Juni immerhin auf 10,38 t/ha (165,3 bu/acres) geschätzt, nach 9,97 t/ha (158,8 bu) im letzten Jahr (2013). Die Konsensschätzung der Analysten liegt nun sogar bei 10,42  t/ha und damit etwas höher als das USDA im Juni. Die Spanne der Erwartungen bewegt sich zwischen 10,36 t/ha und 10,67 t/ha.
 
Riesensojaernte über 100 Mio. t erwartet
Bei Soja geht die aktuelle Konsensschätzung der Analysten für den Julireport von einer Produktion von 103,10 Mio. t (3.787 Mio. Bu) aus und damit  erstmals von einer Sojaernte über der 100-Mio.-t-Marke. Das USDA hatte die Produktion bereits im Juni auf 98,965 Mio. t (3.635 Mio. bu) geschätzt und im letzten Herbst (2013) ernteten die US-Farmer 89,5 Mio. t. Nun hat das UADA aber die Anbaufläche deutlich nach oben korrigiert und dürfte die Produktion deshalb ebenfalls nach oben anpassen. Die Spanne der Schätzungen lag mit 98,42 Mio. t bis 109,69 Mio. t jedoch relativ weit auseinander und zeigt ebenfalls die Unsicherheit hinsichtlich der  Flächenverluste wegen der starken Regenfälle und  der damit verbundenen Überflutungen im Norden des Mais- und Sojagürtels. Die Erträge werden ebenfalls höher als im letzten Jahr erwartet Das USDA hat den Sojaertrag im Juni auf 3,04/ha geschätzt, nach 2,92 t/ha im letzten Jahr. Die Konsensschätzung der Analysten liegt bei 3,04 t/ha und damit unverändert zum USDA. Die Spanne der Ertragserwartungen liegt bei 2,98 t/ha bis 3,12 t/ha.
 
Etwas mehr (Sommer)Weizen
Beim Weizen erwarteten die Analysten im Vorfeld des USDA-Reports eine Aufwärtskorrektur der Produktion, wegen der größeren Anbaufläche und Produktion von Sommerweizen. Das war jedenfalls das Ergebnis des USDA-Anbaureports vom Monatswechsel. Für die Gesamt-Weizenernte liegt die aktuelle Konsensschätzung der Analysten für den Juli bei 53,46 Mio. t (1.964 Mio. Bu). Die Spanne der Schätzungen klafft mit 51,66 Mio. t bis 55,2 Mio. t jedoch relativ weit auseinander. Das USDA hatte die Gesamt-Produktion im Juni auf 52,86 Mio. t geschätzt und im letzten Herbst ernteten die US-Farmer 57,96 Mio. t. Die Winterweizenproduktion wird von den Analysten mit 37,50 Mio. t ähnlich groß geschätzt wie vom USDA im Juni-Report (37,58 Mio. t). Aus der Differenz zur Gesamtweizenernte ergibt sich  damit eine Produktion von Sommerweizen von 15,98 Mio. t (Analysten), nach zunächst 12,28 Mio. t im Juni-Report des USDA.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkomapss
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