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USDA/Bestände: Preisrallye bei Mais und Soja, Korrektur bei Weizen

von , am
01.04.2014

Mit sehr kräftigen Preisaufschlägen für Mais und für Soja sowie einem moderaten Preisanstieg für Weizen reagierte die Märkte am Montag Abend auf die aktuellen Daten des USDA zur Anbauentwicklung und zu den Beständen in den USA.

© Mühlhausen/landpixel
 
Mit sehr kräftigen Preisaufschlägen für Mais und für Soja sowie einem moderaten Preisanstieg für Weizen reagierten die Märkte am Montag Abend auf die aktuellen Daten des USDA zur Anbauentwicklung und zu den Beständen in den USA. Dabei schossen vor allem die Maispreise am US-Terminmarkt um über 2 % auf den höchsten Stand seit seit 7 Monaten nach oben und durchbrachen zudem erstmals seit September 2013 wieder die Marke von 500 Ct/Buschel (143 Euro/t). Ursache für die Rallye war nicht nur die kleiner als erwartete Anbaufläche sondern auch die stärker geschrumpften Lagerbestände. Die aktuellen Daten des USDA zur Bestandsentwicklung geben Landwirten, Händlern und Analysten einen konkreten Eindruck von der Exportdynamik und der Verbrauchsentwicklung bei den landwirtschaftlichen Hauptkulturen.
 
Weizenpreise drehen ins Minus, Soja und Mais weiter im Plus
Etwas überraschend kletterten die Sojapreise nach der Veröffentlichung der neuen Anbau- und Bestandsdaten um 1,9 %, obwohl die Anbaufläche stärker gewachsen war als zuvor gedacht und Bestände ebenfalls etwas größer waren. Allerdings ist die Versorgungslage bis zur neuen Ernte bei Soja sehr eng. Beim Weizen war zwar die Aussaatfläche etwas kleiner als zuvor erwartet, die vorhandenen Lagerbestände jedoch deutlich größer. Darauf reagierten die Märkte am Montag Abend noch neutral, während die Weizenpreise dann am Dienstag Vormittag im elektronischen vorbörslichen Handel zunehmend unter Druck gerieten. Dagegen lagen die Preise im vorbörslichen Handel bei Soja erneut deutlich im Plus und auch bei Mais bewegen sich die Preise erneut im grünen Bereich.
 
Mais: Lagerbestände schrumpfen stärker
Insbesondere beim Mais haben die Bestandsdaten zum Stichtag 1 März die Märkte überrascht und den kräftigen Preisanstieg am Montag Abend ausgelöst. Zunächst hatten Analysten die Situation im Vorfeld des Reports bärisch für die Märkte beurteilt. In einer Konsensschätzung erwarteten die Analysten für den Stichtag 1. März einen US-Maisbestand von 180,6 Mio. t (7.110 Mio. Bu). Das USDA hatte die am 1ten März vorhandenen Maisbestände dann aber nur noch mit 177,99 Mio. t (7.006 Mio. Bu) angegeben und blieb damit recht deutlich unter der Analystenschätzung.
 
Es wird mehr Mais verfüttert
Gründe für den Bestandsabbau sind neben dem anhaltend starken Maisexport offenbar der höher als erwartete Futterverbrauch. Im Vergleich zum März 2013, mit Beständen von 137,2 Mio. t (5.400 Mio. Bu), waren die aktuellen US-Maisbestände am 1. März 2014 jedoch immer noch 30 % oder 40,8 Mio. t größer als 2013 und markieren den zweithöchsten Maisbestand zu diesem Termin in den letzten 27 Jahren (1987). Die Endbestände für das noch laufende Wirtschaftsjahr 2013/14 hat das USDA zuletzt auf 37,6 Mio. t geschätzt, nach 20,8 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2012/13. Für die kommende Saison 2014/15 hatte das USDA in seiner Februarprognose rekordhohe Endbestände von 53,6 Mio. t (2.111 Mio. bu) geschätzt.
 
Soja: Bestände treffen Erwartungen, Versorgung trotzdem eng
Die Sojabestände hat das USDA zum Stichtag 1. März mit 27 Mio. t (992 Mio. Bu) angegeben und traf damit in etwa die Analystenschätzung. Diese hatten die Sojabestände in ihrer Konsensschätzung für den Stichtag 1. März auf 26,9 Mio. t (989 Mio. Bu) geschätzt. Im Vergleich zum März 2013 mit Beständen von 27,1 Mio. t (998 Mio. Bu) wären die aktuellen US-Sojabestände damit rund 1 % oder 0,2 Mio. t kleiner. Die Endbestände für das noch laufende Wirtschaftsjahr 2013/14 hat das USDA zuletzt auf 3,95 Mio. t geschätzt nach 3,8 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2012/13. Für die kommende Saison 2014/15 erwartete das USDA seiner Februarprognose Endbestände von 7,75 Mio. t (285 Mio. Bu).
 
Weizen: Hohe Preise drosseln Verbrauch und Export
Die Weizenbestände hat das USDA zum Stichtag 1. März mit 28,7 Mio. t (1055 Mio. Bu) angegeben und damit um mehr als 2 % oder 0,6 Mio. t größer als Analysten erwartet hatten. Möglichweise bremsen die zuletzt stark gestiegenen Preise sowohl den Export als auch den Futterverbrauch. Die Analysten hatten die Weizenbestände in den USA in ihrer Konsensschätzung für den Stichtag 1. März 2014 auf nur 28,1 Mio. t (1034 Mio. Bu) geschätzt. Im Vergleich zum März 2013 mit 33,6 Mio. t (1.235 Mio. Bu) sind die aktuellen US-Weizenbestände jedoch trotzdem 15 % oder 4,9 Mio. t kleiner. Die Endbestände für das noch laufende Wirtschaftsjahr 2013/14 hat das USDA im März auf 15,19 Mio. t geschätzt, nach 19,5 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2012/13. Für die kommende Saison 2014/15 erwartete das USDA seiner Februarprognose Endbestände von 15,98 Mio. t (587 Mio. Bu). Die Märkte verarbeiteten die aktuellen Bestandsdaten am Dienstag Vormittag im elektronischen vorbörslichen Handel mit deutlichen Preisabschlägen.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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