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USDA/Vorab: Sehr starkes Bestandswachstum bei Mais und Soja erwartet

von , am
11.07.2014

In den USA reagieren die Märkte oftmals sogar noch heftiger auf die die Entwicklung der Lagerbestände als auf die geschätzten Erntemengen.

© landpixel
Ähnliche Bedeutung für die globalen Versorgungsbilanzen bei Getreide und Ölsaaten  wie die erwarteten Erntemengen haben die Lagerbestände. Hier kommen Veränderungen in der Marktversorgung sehr deutlich zum Ausdruck. In den USA reagieren die Märkte oftmals sogar noch heftiger auf die Entwicklung der Lagerbestände als auf die geschätzten Erntemengen. Das USDA wird am Freitag Abend (11.07) auch die neuen Daten zur Entwicklung der Endbestände bei Mais, Soja und Weizen im zu Ende gegangenen und im neuen Wirtschaftsjahr in den USA veröffentlichen. Diese Daten spiegeln die konkrete Exportdynamik, die Verbrauchsentwicklung und damit auch die Versorgungbilanzen beim größten globalen Mais-, Weizen- und Sojaexporteur wider. Im Vorfeld des Reports haben haben US-Analysten in einer Konsensschätzung die Lagerbestände Ende des aktuellen Wirtschaftsjahres 2013/14 und des neuen Wirtschaftsjahres 2014/15 2015 geschätzt. Größere Abweichungen der heute Abend vom USDA veröffentlichten Daten von der Prognose können zu weiteren kräftigen Preisausschlägen an den Terminmärkten führen.
 
Mais: Neue Maisbestände wachsen um fast 50 %
Bärisch für die Märkte wirkt die erwartete Entwicklung der US-Endbestände bei Mais sowohl für das aktuelle Wirtschaftsjahr 2013/14 insbesondere aber für das neue Wirtschaftsjahr 2014/15. In ihrer Konsensschätzung erwarten die Analysten für das zurückliegende Wirtschaftsjahr 2013/14 einen Endbestand bei Mais von 31,32 Mio. t (1233 Mio. Bu). Im Vergleich zum Juni-Report des USDA mit erwarteten 29,11 Mio. t (1146 Mio. bu) wäre dies ein weiterer Zuwachs der aktuellen Endbestände um gut 2 Mio. t. Ganz besonders drastisch ist jedoch der Zuwachs für das neue Wirtschaftsjahr und am Ende auch der Auslöser für den aktuellen Preisrutsch bei Mais. In ihrer Konsensschätzung erwarten die Analysten für das neue Wirtschaftsjahr ein Anwachsen des Endbestandes bei Mais auf 45,90 Mio. t (1870 Mio. Bu). Im Vergleich zur Analystenschätzung für das aktuellen Wirtschaftsjahr ist dies ein Zuwachs von 47 % bzw. fast 15 Mio. t. Das USDA hatte die Endbestände im Juni für die kommende Saison 2014/15 noch auf 43,6 Mio. t (1.726 Mio. Bu) und damit rund 5 % oder 2,3 Mio. t kleiner als die Analysten.
 
Soja: Sojabestände verdreifachen sich
Ganz besonders drastisch verändern sich die Versorgungslage und die Endbestände jedoch bei Sojabohnen im neuen Wirtschaftsjahr. Das ist auch die Ursache für den starken Preisrutsch bei Sojabohnen. Dabei bleibt die Versorgung bis zur neuen Ernte jedoch relativ angespannt, auch wenn die End-Bestände etwas größer sind als zunächst befürchtet. In ihrer Konsensschätzung gehen die Analysten für das alte Wirtschaftsjahr 2013/14 von einem US-Sojabestand von 3,48 Mio. t (0,128 Mio. Bu) aus. Das USDA hatte die Endbestände für das Wirtschaftsjahr 2013/14 im Juni auf 3,4 Mio. t (0,125 Mio. bu) geschätzt, nach 3,8 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2012/13. Für die kommende Saison 2014/15 erwarteten die Analysten indessen einen Endbestand bei Sojabohnen von 11,35 Mio. t (0,417 Mio. t). Das wäre mehr eine Verdreifachung der Endbestände und zudem der größte US-Bestand seit 2006/07. Das USDA hatte in seiner Juni-Prognose nur ein Anwachsen der der Endbestände auf 8,84 Mio. t (325 Mio. Bu) erwartet.
 
Weizen: Bestände werden wohl nach oben korrigiert
Wegen der etwas größer erwarteten US-Weizenernte (Sommerweizen) haben die Analysten in ihrer Konsensschätzung für die neue Saison auch die erwarteten Endbestände beim Weizen etwas nach oben korrigiert. Mit erwarteten Endbeständen von 16,0 Mio. t zum Ende des neuen Wirtschaftsjahres liegen die Analysten rund 0,4 Mio. t über der USDA-Prognose vom Juni. Die USDA-Experten hatten im Juni die Endbestände für die neue Saison 2014/15 auf 15,6 Mio. t (573 Mio. Bu) veranschlagt. Die Endbestände für das zurückliegende Wirtschaftsjahr 2013/14 hat das USDA zuletzt auf 16,1 Mio. t geschätzt, nach Weizenbeständen von 19,5 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2012/13. Die Entwicklung zeigt , dass die US-Weizenbestände im neuen Wirtschaftsjahr ähnlich groß sein dürften wie in der zurückliegenden Saison und deutlich kleiner als vor zwei Jahren.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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