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Weltbank: Agrar- und Energiepreise bleiben niedrig

von , am
23.07.2015

Die Agrar- und die Energiepreise werden 2015 deutlich unter dem Vorjahresniveau bleiben. Das prognostiziert die Weltbank in ihrem jüngsten Rohstoffmarktbericht.

© imago/Schöning
Im zweiten Quartal 2015 sind die von der Weltbank beobachteten Agrarpreise weltweit um 2,6 Prozent zurückgegangen gegenüber dem ersten Vierteljahr. Sie lagen damit um 15 Prozent unter der Vorjahreslinie. Als Ursache nennt die Bank vor allem eine weitere Verbesserung der Versorgungslage trotz ungünstiger Witterungsbedingungen in Nordamerika und dem erwarteten El-Niño-Phänomen auf der Südhalbkugel. Daher sollen die Agrarpreise im Durchschnitt des laufenden Jahres um 11 Prozent niedriger ausfallen als 2014. In ihrer April-Prognose war die Organisation noch von einem negativen Preisabstand von 9 Prozent ausgegangen. Investmentsfonds werden nach Einschätzung der Weltbank ihren Rückzug aus dem Agrarrohstoffmarkt fortsetzen.
 
Den stärksten Preisrückgang beobachtete die Weltbank im zweiten Quartal 2015 im Nahrungsmittelbereich für Weizen. Die Notierungen gaben im globalen Mittel um 10 Prozent nach, so dass die Vorjahreslinie für Getreide insgesamt um 20 Prozent unterschritten wurde. Die weltweite Weizenernte wird der Bank zufolge 2015/16 nur geringfügig kleiner ausfallen als im Rekordjahr 2014/15. Ein niedrigeres Aufkommen in der EU, in Indien und Russland wird weitgehend ausgeglichen durch eine höhere Erzeugung in China und den USA.
 
Düngemittel bleiben voraussichtlich preiswert. Aufgrund eines reichlichen Angebots, das auf eine schwächelnde Nachfrage trifft, soll das Preisniveau gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent zurückgehen. Im Vorjahr war bereits ein Minus von 12 Prozent beobachtet worden.

Gas wird billiger

Ihre Prognose für den durchschnittlichen Rohölpreis für 2015 hob die Weltbank zwar im Vergleich zu ihrem April-Bericht marginal um 4 US-Dollar (3,69 Euro) auf 57 US-Dollar (52,52 Euro) pro Barrel an, weil die Ölpreise im zweiten Quartal um 17 Prozent kletterten. Auf das Kalenderjahr gesehen sollen die Energiepreise aber im Durchschnitt um 39 Prozent unter dem Niveau des vergangenen Jahres bleiben. Für 2016 wird ein weiteres leichtes Plus des Ölpreises auf 61 US-Dollar (56,21 Euro) vorhergesagt.
 
Erdgas dürfte sich im laufenden Jahr auf allen drei Schlüsselmärkten - den USA, Europa und Asien - weiter verbilligen. Die Kohlepreise werden voraussichtlich um 17 Prozent fallen. Hohe Öllagerbestände und eine steigende Förderung der OPEC-Staaten verhindern trotz der steigenden Nachfrage nach Rohöl eine stärkere Preisreaktion. Preisdämpfende Wirkung könnte zudem das Nuklearabkommen mit dem Iran entwickeln, wenn die Sanktionen gelockert und die Restriktionen für Ölexporte aus der islamischen Republik aufgehoben werden.
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