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Wintergetreide in der Ukraine mit Problemen

von , am
27.02.2015

In der Ukraine befanden sich Ende Februar lediglich 82 Prozent Prozent des Wintergetreides für die Ernte 2015 in gutem Zustand.Allerdings ist die ursprüngliche Aussaatfläche bei den Winterkulturen in diesem Jahr erheblich größer als vor 12 Monaten.

© Robert Marggraff/aboutpixel.de
 
In der Ukraine befanden sich Ende Februar nur 82 Prozent Prozent des Wintergetreides für die Ernte 2015 in gutem Zustand. Allerdings ist die ursprüngliche Aussaatfläche bei den Winterkulturen (speziell bei Winterweizen) in diesem Jahr  größer als vor 12 Monaten. Das berichtete das ukrainische Landwirtschaftsministerium in seinem letzten Crop-Monitoring-Bericht. Im letzten Jahr war die Verfassung der Wintersaaten erheblich günstiger. Damals befanden sich zu diesem Zeitpunkt etwa 93 % des Wintergetreides in guter oder sehr guter Verfassung.
 
Umbruch von mehr als 10 % der Wintergetreide-Fläche?
Im Februar berichtete das ukrainische Landwirtschaftsministerium, dass im Herbst 2014 auf 8,97 Mio. ha Winterkulturen für die Ernte 2015 gepflanzt wurden, davon auf rund 8,0 Mio. ha Getreide und Ölsaaten. Im vorigen Jahr hatten die Landwirte auf 8,8 Mio. ha Winterkulturen ausgesät, davon auf 7,79 Mio. ha Wintergetreide und Ölsaaten. Von dem für die Ernte 2015 insgesamt gepflanzten Wintergetreide (8,0 Mio. ha) sind die Pflanzen auf 7,76 Mio. ha bzw. 97 % auch aufgelaufen. Davon befanden sich beim Crop-Monitoring des Ministeriums im Februar etwa 6,3 Mio. ha (82 Prozent) in gutem oder zufriedenstellendem Zustand und immerhin 18 % (1,4 Mio. ha) wurden als schwach entwickelt eingestuft. Ukrainische Analysten erwarten deshalb einen Flächenverlust (Umbruch und Neuaussaat) bei Wintergetreide von 8 Prozent bis 15 % aus.
 
Deutlich mehr Winterweizen ausgesät
Die Aussaatfläche von Wintergetreide für die Ernte 2015 war in der Ukraine größer als im Jahr zuvor. Während die ukrainischen Landwirte im Herbst 2014 (für die Ernte 2015) auf rund 8,0 Mio. ha Wintergetreide aussäten, wurden im Herbst 2013 (für die Ernte 2014) nur auf 7,76 Mio. ha Wintergetreide gesät. Von der insgesamt mit Wintergetreide bestellten Fläche, wurde nach den Angaben des ukrainischen Landwirtschaftsministeriums auf 6,8 Mio. ha oder rund 85 % der Fläche Winterweizen gesät. Ein Jahr zuvor, im Herbst 2013, hatten die ukrainischen Landwirte lediglich auf knapp 6,1 Mio. ha Winterweizen gesät. Damit war die ursprüngliche Aussaatfläche für die Ernte 2015 beim Winterweizen um 0,7 Mio. ha oder 12 % größer als im Jahr zuvor.
 
Wintergerste und Raps leicht rückläufig
Die Aussaatfläche von Wintergerste für die Ernte 2015 wurde vom Ministerium mit 1,1 Mio. ha angegeben. Das sind etwa 30.000 ha weniger als im letzten Jahr als man etwa 1,13 Mio. ha Wintergerste aussäte. Die Aussaatfläche von Winterroggen für die Ernte 2015 wurde mit 149.600 ha angegeben und war damit 25 % kleiner als im Jahr zuvor (187.000 ha). Winterraps pflanzten die ukrainischen Landwirte auf 891.600 ha und damit auf einer etwa 5 % kleineren Fläche als im letzten Jahr (936.180 ha).
 
Ausgleich durch Sommergerste, Mais und Ölsaaten
In der Ukraine steuert der Sommerweizen (anders als in Russland) nur einen sehr geringen Teil zur Weizenernte bei und wächst im Schnitt der Jahre auf etwa 0,2 Mio. ha und damit auf 2 % bis 3 % der gesamten ukrainischen Weizenfläche. Bei Gerste entfallen  etwa 50 % der gesamten ukrainischen Gerstenfläche auf Sommergerste, so dass mögliche Ausfälle bei Wintergerste hier schnell kompensiert werden könnten. Im letzten Jahr lag die Aussaatfläche bei Sommergerste etwa bei 1,1 Mio. ha und bei Wintergerste ebenfalls bei 1,1 Mio. ha. Die Maisfläche lag im letzten Jahr (2014) bei etwa 4,6 Mio. ha und war damit rund 0,2 Mio. ha ha kleiner als im Jahr zuvor (4,8 Mio. ha). Die ukrainische Aussaatfläche von Sojabohnen lag im letzten Jahr (2014) bei 1,80 Mio. ha und war damit 0,45 Mio. ha bzw. fast 33 % größer im Jahr zuvor (1,35 Mio. ha) Die Aussaatfläche von Sonnenblumen (der wichtigsten Ölfrucht) lag 2014 bei 5,3 Mio. ha und war stabil zum Vorjahr und 0,2 Mio. ha kleiner als vor zwei Jahren (5,5 Mio. ha)
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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