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Analyse

Australische Rinder für China

von , am
21.07.2015

Australien wird aller Voraussicht nach als erstes Land in großem Umfang lebende Schlachtrinder nach China exportieren, nachdem sich beide Seiten auf die Grundlagen eines Veterinärprotokolls geeinigt haben.

Australien könnte bei den Verhandlungen zum Freihandelsabkommen vor allem bei Rindfleisch einen besseren Zugang zur EU aushandeln. © Mühlhausen/landpixel
Australiens Agrarminister Barnaby Joyce unterzeichnete diese Woche das Abkommen über die tiermedizinischen Auflagen für die Ausfuhr lebender Fresser und Schlachtrinder in die Volksrepublik. Wenn auch die chinesische Regierung den Vertrag unterschreibt, wovon in Canberra nach den langjährigen Verhandlungen ausgegangen wird, sollen die ersten Lieferungen in wenigen Monaten verschifft werden. Australien exportiert jährlich rund 1 Million lebende Schlachtrinder, vor allem nach Indonesien und Vietnam. Nach China wurden bisher aber nur Zuchtfärsen exportiert.
 
Für das erste Jahr rechnet die australische Regierung lediglich mit dem Absatz von etwa 40.000 lebenden Schlachtrindern nach China. Der Export soll aber rasch auf ein erhebliches Volumen anwachsen. Das wäre für die australischen Rinderhalter ein willkommener Ausgleich, denn Indonesien hat die Einfuhrlizenzen für Lebendrinder aus Down Under für das dritte Quartal von 250.000 Stück auf 50.000 Stück reduziert.

Markt läuft auf Hochtouren

Kurzfristig macht dies den Rinderfarmern allerdings nicht allzu große Sorgen, denn der Rindfleischmarkt läuft auf Hochtouren. Die Schlachtungen liegen aktuell - wie bereits 2014 - um 20 Prozent über dem Fünfjahresmittel. Der Lebendexport erreichte 2014 mit 1,29 Millionen Tieren ein neues Rekordniveau. Für das laufende Jahr zeichnen sich mit 950.000 Stück die zweithöchsten Lebendausfuhren ab.
 
Zugleich ist die australische Rinderherde auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren angelangt, so die Branchenorganisation Meat and Livestock Australia (MLA). Daher ist für die nächsten Jahre mit einem deutlich geringeren Angebot an Schlachtrindern und Rindfleisch aus Australien zu rechnen. MLA prognostiziert einen Rückgang der Rindfleischausfuhr in Schlachtgewicht bis 2020 um 15 Prozent und an lebenden Rindern um 27 Prozent gegenüber dem Stand von 2014.
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