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Analyse

Bullenpreise halten sich, Kuhpreise steigen kräftig

von , am
17.04.2015

Im April können sich die Preise für Jungbullen stabilisieren und behaupten seit etwa drei Wochen ihr bisheriges Niveau.

© Frédéric Prochasson/Fotolia
 
Die Preise für Jungbullen behaupten seit etwa drei Wochen ihr bisheriges Niveau. Gleichzeitig liegen die Bullenpreise damit deutlich über der Vorjahreslinie. Die Preise für Schlachtkühe steigen indessen kräftig weiter und übertreffen das Vorjahresniveau ebenfalls deutlich. Aus marktspezifischen saisonalen Gründen steigen die Kuhpreise in der Regel bis zur Jahresmitte an, um dann dann in der zweiten Jahreshälfte ebenso stetig zurückzugehen. Bei Bullen erreichen die Preise eigentlich erst zu Jahresmitte ihren saisonalen Tiefpunkt, um dann in der zweiten Jahreshälfte wieder zuzulegen. Vor diesem Hintergrund erscheint die aktuelle Preisstabilisierung bei Bullen sehr früh zu erfolgen und es könnte in den nächsten Wochen durchaus noch zu weiteren Preiskorrekturen nach unten kommen.
 
Bullenpreise halten sich die dritte Woche
Im Bundesmittel wurde für Jungbullen der Handelsklasse R3 in der Woche bis 12. April ein Preis von 3,78 Euro kg SG (Hkl. R3) gezahlt und damit eben so viel wie in den drei Woche zuvor (3,78) und zudem 18 Ct mehr als im letzten Jahr (3,60) zu diesem Termin. Für Jungbullen der Handelsklasse O3 bekamen die Landwirte zuletzt im Bundesmittel 3,41 Euro/kg ausgezahlt und damit sogar 1 Ct mehr als letzte Woche (3,40) und 12 Ct mehr als vor einem Jahr (3,29). Die Preise für U3-Bullen blieben in der letzten Woche ebenfalls unverändert bei 3,84 Euro/kg und sind damit  17 Ct höher als vor einem Jahr (3,67). Im vorigen Jahr (2014) sind die Bullenpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,66 Euro auf 3,60 Euro zurückgegangen und gaben dann bis zur Jahresmitte noch um weitere 14 Ct bis auf 3,46 Euro kg SG nach.
 
Kuhpreise weiter deutlich über dem Vorjahr
Die Preise für Schlachtkühe sind in der Woche bis 12. April weiter gestiegen. Für Schlachtkühe der Handelsklasse R3 erhielten die Landwirte 3,26 Euro/kg SG und damit 3 Ct mehr als in der Woche zuvor und 13 Ct mehr als vor einem Jahr (3,13). Für Schlachtkühe der Handelsklasse O3 wurde in der aktuellen Schlachtwoche mit 3,16 Euro/kg sogar 4 Ct höhere Preise ausgezahlt. Für diese Kategorie sind die Preise derzeit 27 Ct höher als vor einem Jahr (2,89). Gleichzeitig sind die Preise für P2-Kühe (Verarbeitungsqualität) um 4 Ct auf 2,40 Euro/kg gestiegen. Damit sind die P2-Preise  18 Ct höher als im Jahr 2014 (2,22). Im letzten Jahr (2014) sind die Kuhpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,15 Euro/kg auf 3,13 Euro zurückgegangen, haben dann jedoch bis zur Jahresmitte bis auf 3,20 Euro zugelegt.
 
Kuh-Schlachtung rückläufig
Die Zahl der geschlachteten Jungbullen nahm nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der um einen Tag verkürzten Schlachtwoche (Ostermontag) bis zum 12. April, gegenüber der ebenfalls um einen Tag verkürzten Vorwoche (Karfreitag), um knapp 1,5 % auf 16.640 Tiere zu. Im Vergleich zur nicht verkürzten Schlachtwoche aus dem vorigen Jahr (21.133) war die Schlachtmenge in dieser Woche jedoch 21 % kleiner. Die Zahl der geschlachteten Kühe ging nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Woche bis zum 12. April gegenüber der Vorwoche um 9,1 % auf 14.594 Tiere zurück. Im Vergleich zum vorigen Jahr (19.565) ist die Schlachtmenge bei Kühen 25 % kleiner. Die offizielle Schlacht-Statistik des BLE weist derzeit für den Januar 2015 einen Rückgang der Kuhschlachtung von 2,0 % und einen Rückgang der Bullenschlachtung von 3,2 % gegenüber dem Vorjahr aus.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
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