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Analyse

Bullenpreise steigen kräftig, Kuhpreise behauptet

von , am
20.11.2014

Die Bullenpreise machte letzte Woche einen kräftigen Sprung nach oben. Die Preise für Schlachtkühe scheinen allmählich einen Boden zu finden.

© Margot Kessler/pixelio.de
 
Die Bullenpreise machten letzte Woche einen kräftigen Sprung nach oben. Gleichzeitig nahm die Zahl der geschlachteten Bullen im Vergleich zur Vorwoche deutlich um 12% zu. Diese Entwicklung deutet auf eine kräftige Belebung der Nachfrage seitens der Schlachtindustrie hin und passt zudem zur üblichen saisonalen Marktentwicklung. Die Preise für Schlachtkühe scheinen allmählich einen Boden zu finden. Während die Kurse im oberen Qualitätsbereich (R) nochmals leicht nachgaben, legte die Preise für mittlere Qualitäten (O) sogar zu und die Preise für Verarbeitungskühe (P) blieben unverändert. Gleichzeitig blieb die Zahl der geschlachteten Kühe unverändert hoch. Mittlerweile ist die Zahl der geschlachteten Bullen wieder geringfügig größer als die Anzahl der geschlachteten Kühe.
 
Bullenpreise legen kräftig zu
Im Bundesmittel wurde für Jungbullen der Handelsklasse R3 in der Woche bis 16. November ein Preis von 3,61 Euro/t (Hkl. R3) gezahlt und damit 5 Ct mehr als in der Woche zuvor. Für Jungbullen der Handelsklasse O3 wurden 3,22 Euro/kg gezahlt und damit 5 Ct mehr als letzte Woche. Die Preise für U-3-Bullen gingen mit 3,68 Euro/kg ebenfalls um 2 Ct nach oben. Damit haben sich die Auszahlungspreise für Jungbullen kräftig zugelegt. Gleichzeitig sind die Bullenpreise (R 3) 12 Ct niedriger als im letzten Jahr (3,73 Euro). Vor einem Jahr (2013) sind die Bullenpreise (R3) zum aktuellen Termin zudem von 3,71 Euro auf 3,73 Euro/kg gestiegen.
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Bodenbildung bei den Kuhpreisen
Die Preise für Schlachtkühe haben sich in der Woche bis zum 16. November in den verschiedenen Qualitätsklassen unterschiedlich entwickelt. Für Schlachtkühe der Handelsklasse R3 erhielten die Landwirte letzte Woche 2,81 Euro/kg SG und damit nochmals 2 Ct weniger als in der Vorwoche. Niedrigere Kuhpreise gab es zuletzt im März 2011 - also vor gut drei Jahren. Für Schlachtkühe der Handelsklasse O3 wurde in der Schlachtwoche bis zum 16. November mit 2,48 Euro/kg hingegen 1 Ct höhere Preise ausgezahlt. Gleichzeitig blieben die Preise für die zuvor stark gefallenen P2-Kühe (Verarbeitungsqualität) mit 1,79 Euro/kg (die zweite Woche) unverändert. Im Vergleich zu den Preisen (R3) aus dem Vorjahr (3,01) sind die derzeitigen Kuhpreise 20 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2013) haben die Kuhpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,05 Euro/kg SG auf 3,01 Euro/kg nachgegeben.
 
Bullenschlachtung (Nachfrage) nimmt kräftig zu
Die Zahl der geschlachteten Jungbullen nahm nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Abrechnungswoche bis 16. November um 12 % auf 23.576 Tiere zu, was auf eine kräftige Belebung der Nachfrage schließen lässt. Die Zahl der geschlachteten Kühe blieb nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Abrechnungswoche bis 16. November mit 23.211 Tieren unverändert (hoch). Damit ist die Bullenschlachtung jetzt jedoch erstmals seit langem wieder (etwas) größer als die Kuhschlachtung. Nach den letzten Daten des Statischen Bundeamtes wurden von Januar bis September in Deutschland 3,9 % mehr Bullen geschlachtet als 2013 und 3,5 % mehr Kühe. Im September 2014 übertraf die Bullenschlachtung den Vorjahreswert um 5,9 % und die Kuhschlachtung war sogar 11,7 % größer.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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