Login
Analyse

Deutschland: Noch mehr Milchkühe, stabile Bullenbestände

von , am
04.07.2014

Die Zahl der in Deutschland gehaltenen Rinder hat sich von November 2013 bis Mai 2014 nicht verändert. Allerdings hat der Bestand an Milchkühen weiter zugenommen

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Zahl der in Deutschland gehaltenen Rinder hat sich von November 2013 bis Mai 2014 nicht verändert. Allerdings hat der Bestand an Milchkühen das vierte Mal in Folge zugenommen. Außerdem blieb die Anzahl der männlichen Rinder (Jungbullen) gegenüber November 2013 ebenso stabil wie die Anzahl der weiblichen Tiere zwischen ein und zwei Jahren. Das zeigen die Ende Juni veröffentlichten vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes zur letzten Viehzählung im Mai 2014. Danach wurden am 3. Mai 2014 rund 12,7 Mio. Rinder in Deutschland gehalten. Das sind eben so viele wie im November 2013 und sogar 1,0 % mehr wie im Mai 2013. Gleichzeitig ist dies der größte Rinderbstand seit November 2010.
 
Milchkuhbestand wächst weiter
In der Maizählung 2014wurden in Deutschland insgesamt 4,31 Mio. Milchkühe gezählt. Im Vergleich zum November 2013 ist dies ein weiterer Zuwachs von 1,0 % bzw. 44.000 Tieren und gegenüber dem Mai 2013 ist die Anzahl der Milchkühe um 2,1 % oder 88.000 Tiere gewachsen. Damit hat die Zahl der Milchkühe in Deutschland seit drei Jahren (Nov. 2010) kontinuierlich zugenommen. Um 0,8 % auf 1,84 Mio. Tiere gewachsen ist von November 2013 bis Mai 2014 die Anzahl der weiblichen Rinder zwischen ein zwei Jahren, die noch nicht abgekalbt hatten (Färsen). Stabil geblieben ist der Bestand an weiblichen Jungrindern bis zu einem Jahr mit 0,71 Mio. Tieren und bei den weiblichen Zucht und Nutzrindern über 2 Jahren (noch abgekalbt) ging der Bestand um 1,1 % auf 0,72 Mio. Tiere zurück.
 
Bestand an Mastrindern kaum verändert
Nahezu nicht verändert hat sich von November 2013 bis Mai 2014 der Bestand an männlichen Rindern zu Mast zwischen 1 und 2 Jahren (Jungbullen). Die Anzahl dieser Tiere lag im Mai 2014 wie schon im November 2013 und im Mai 2013 stabil bei rund 1,03 Mio. Tieren. Gegenüber der Novemberzählung 2012 ist die Anzahl der männlichen Mastrinder hingegen um fast 5 % bzw. knapp 50.000 Tiere größer. Die Anzahl der männlichen Rinder zwischen 8 Monaten und 1 Jahr war im Mai 2014 mit 0,49 Mio. Tieren lediglich 0,7 % kleiner als im November 2013. Dagegen ging die Anzahl der Kälber und Jungrinder zum Schlachten um 5,9 % auf 0,20 Mio. Tieren zurück. Gleichzitig hat sich die Zahl der Kälber bis zu 8 Monaten mit rund 2,67 Mio. Tieren nicht verändert und ist zudem auch ähnlich groß wie in den letzten drei Jahren.
 
Kuhbestand in Bayern stabil, in Niedersachsen größer
Die Anzahl der Milchkühe hat diesmal in fast allen Bundesländern zugenommen oder blieb zumindest stabil. In Bayern blieb die Milchkuhbestand mit 1,22 Mio. Tieren fast unverändert. Gleichzeitig stehen in Bayern fast 29 % aller in Deutschland gehaltenen Milchkühe. In den letzten beiden Jahren ist die Anzahl der Kühe in Bayern jedoch um rund 1,0 % zurückgegangen. Demgegenüber hat die Anzahl der Milchkühe in Niedersachsen im Mai 2014 um 1,3 % auf 0,85 Mio. Tier zugenommen. Seit November 2011 ist die Anzahl der Kühe in Niedersachsen sogar um 7 % gewachsen. Damit halten die Landwirte in Niedersachen jetzt knapp 20 % aller deutschen Milchkühe.
 
Mehr Milchkühe NRW, Zuwachs in Ostdeutschland
Auch in NRW stockten die Landwirte die Zahl der Milchkühe von November bis Mai 2014 um 1,2 % auf 0,422 Mio. Tiere auf. Während der letzten drei Jahre beträgt der Zuwachs sogar knapp 6 %. Am kräftigsten gewachsen ist der Milchkuhbestand diesmal mit 2,8 % auf 0,35 Mio. Tiere in Baden-Württemberg. Überraschenderweise um 1,2 % auf 0,394 Mio. Tiere zurückgegangen ist nach der aktuellen Zählung der Kuhbestand in Schleswig-Holstein. Seit Mai 2012 nahm der Kuhbestand in SH jedoch um knapp 5 % oder 18.000 Tiere zu. In den ostdeutschen Ländern nahm die Zahl der Milchkühe durchweg zwischen 1,5 % (Brandenburg) und 2,1 % (Thüringen) deutlich zu. Auch in Hessen ist der Kuhbestand um 1,5 % gewachsen.
 
Bullenbestand in NS kleiner, in NRW und Bayern stabil
Bei den männlichen Mastrindern (Jungbullen) zwischen 1 und 2 Jahren wurden im Mai 2014 in Niedersachsen mit insgesamt 0,29 Mio. Tieren rund 2,1 % weniger Bullen gezählt als im November 2013. Damit halten die Landwirte in Niedersachen immer noch knapp 29 % aller Jungbullen in Deutschland. Dagegen blieb die Anzahl der Jungbullen in Bayern im von November bis Mai 2014 stabil bei 0,215 Mio. Tieren und auch aus NRW meldete man einen unveränderten Bullenbestand von 0,192 Mio. Tieren. Der Anteil Bayerns am gesamten Jungbullen Um 2,4 % gewachsen ist der Bullenbestand in Baden-Württemberg. Dagegen ging die zahl der Jungbullen in Schleswig-Holstein um 1,2 % zurück. In den ostdeutschen Ländern nahm die Zahl der Jungbullen lediglich in Thüringen leicht um 0,9 % ab und sonst zwischen 1,0 % ( Sachsen, ST) und 2,4 % (Brandenburg) zu. In Hessen hat der Bullenbestand sogar 5,1 % zugenommen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant