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Analyse

Holland erschwert Kälberimporte aus Deutschland

von , am
15.07.2014

Im Winter benötigen Kälber aufgrund der niedrigen Außentemperaturen eine Extraportion Energie, um fit zu bleiben. © Archiv
Seit dem vergangenen Wochenende haben die Niederlande den Handel mit deutschen Kälbern gesperrt. [[mehr]] So hat die holländische Veterinärverwaltung am 11. Juli insgesamt 64 deutsche Kreise als „Risikogebiete“ eingestuft. "Im Prinzip außer Süddeutschland alle Milchviehregionen", erläutert Dr. Theo Göbbel von der LWK Nordrhein-Westfalen. In Nordrhein-Westfalen sind es elf Kreise (Kleve, Viersen, Aachen, Euskirchen, Heinsberg, Rheinisch-Bergischer-Kreis, Borken, Gütersloh, HSK, Olpe, Soest). Aber auch viele Kreise aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hessen und Rheinland-Pfalz.
 
Am letzten Wochenende wurde in zwei holländischen Kälbermastställen an toten Kälbern BVD-2 diagnostiziert. Jedes Jahr importiere Holland etwa 1 Mio. Kälber aus ganz Europa, davon etwa 400.000 Kälber aus Norddeutschland - etwa die Hälfte aus NRW, stellt Göbbel fest.
 
Der Handel aus den Risikogebieten steht unter der Auflage, dass die importierten Kälber in den ersten 20 Tagen untersucht werden und bei einem positiven Fall in den importierten Betrieben bis zu Schlachtung verbleiben müssen. Das wäre in den spezialisierten Mastbetrieben schwierig, weil sie arbeitsteilig im Rein- Raus Verfahren organisiert sind.  "Also wird man aus Vorsichtsgründen, in den ersten Wochen, so wenig wie möglich deutsche Kälber aus den Risikogebieten nach Holland importieren. Das gilt vor allem für die wenigen privaten (kleineren) Mäster", schätzt der Kammerexperte.
 
 

Preisabschläge von 20 Euro

Natürlich hat diese Lage auch drastische Auswirkungen auf den Preis: Zunächst werden kleinen schwachen leichten Kälber gar nicht mehr mit genommen. Alle Händler werden sich auf die besten stärksten und schwersten Kälber konzentrieren, aber auch diese werden nur zu einem deutlich niedrigeren Preis mit genommen. Aktuell seien Preisabschläge von  20 Euro je Tier im Gespräch.
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