Login
Analyse

Kein Ende des Preisanstiegs bei Schlachtrindern

von , am
06.03.2015

Überaus kräftig steigende Preise für Schlachtkühe und einen weiterer Anstieg der Bullenpreise kennzeichnen Anfang März die Situation am deutschen Markt für Schlachtrinder.

© Mühlhausen/landpixel
 
Überaus kräftig steigende Preise für Schlachtkühe und einen weiterer Anstieg der Bullenpreise kennzeichnen Anfang März die Situation am deutschen Markt für Schlachtrinder. Trotz der kräftig gestiegenen und weiter steigenden Preise haben die Schlachtzahlen sowohl bei Bullen als auch bei Kühen noch einmal sehr kräftig zugenommen, was ziemlich eindeutig auf einen nachfragegetriebenen Preisanstieg hindeutet. Dabei dürfte die Vorbereitung der Schlachter auf bevorstehende Osterfest Ende März ein wesentlicher Grund für die weiter anziehende Nachfrage sein. Dabei befinden sich die Bullenpreise mittlerweile auf dem höchsten Stand seit Anfang April 2013. Die Kuhpreise machten nochmals einen sehr kräftigen Preissprung und übertreffen jetzt das Vorjahresniveau.
 
Anstieg der Bullenpreise verlangsamt sich
Im Bundesmittel wurde für Jungbullen der Handelsklasse R3 in der Woche bis 01. März ein Preis von 3,94 Euro kg SG (Hkl. R3) gezahlt und damit 1 Ct mehr als vorige Woche (3,93) und sogar 20 Ct (!!) mehr als im letzten Jahr (3,74). Höhere Preise wurden für Jungbullen zuletzt Anfang April 2013 gezahlt also vor rund 2 Jahren. Für Jungbullen der Handelsklasse O3 bekamen die Landwirte zuletzt im Bundesmittel 3,62 Euro/kg ausgezahlt und damit nochmals 5 Ct mehr als letzte Woche (3,57) und 9 Ct mehr als vor einem Jahr (3,48). Die Preise für U-3-Bullen haben in der letzten Woche um 1 Ct auf 4,00 Euro/kg zugelegt und sind damit 17 Ct höher als vor einem Jahr (3,83). Im vorigen Jahr (2014) sind die Bullenpreise (R3) zum aktuellen Termin bei 3,76 Euro auf 3,74 Euro zurückgegangen und gaben von Ende März bis zur Jahresmitte weiter deutlich nach.
 
Kuhpreise überspringen Vorjahreslinie
Die Preise für Schlachtkühe haben in der Woche bis 01. März einen weiteren sehr kräftigen Sprung noch oben gemacht. Für Schlachtkühe der Handelsklasse R3 erhielten die Landwirte letzte Woche 3,13 Euro/kg SG und damit 10 Ct mehr als in der Woche zuvor und 5 Ct mehr als vor einem Jahr (3,08). Für Schlachtkühe der Handelsklasse O3 wurde in der Schlachtwoche mit 3,02 Euro/kg 9 Ct höhere Preise ausgezahlt. Für diese Kategorie sind die Preise jetzt sogar 18 Ct höher als vor einem Jahr (2,84). Gleichzeitig sind die Preise für P2-Kühe (Verarbeitungsqualität) nochmals um 10 Ct auf 2,28 Euro/kg gestiegen. Damit sind die P2-Preise noch 12 Ct höher als Jahr 2014 (2,16). Im letzten Jahr (2014) waren die Kuhpreise (R3) zum aktuellen Termin mit 3,06 Euro/kg auf 3,08 gestiegen und haben bis zur Jahresmitte weiter zugelegt.
 
Rinderschlachtung jetzt deutlich über Vorjahr
Die Zahl der geschlachteten Jungbullen nahm nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Woche bis zum 01. März gegenüber der Vorwoche deutlich um 13 % auf 23.831 Tiere zu. Im Vergleich zum vorigen Jahr (19.930) ist die Schlachtmenge derzeit sogar 20 % größer. Die Zahl der geschlachteten Kühe hat nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Woche bis zum 01 März gegenüber der Vorwoche ebenfalls um 16 % auf 20.474 Tiere zugenommen. Im Vergleich zum vorigen Jahr (18.951) ist die Schlachtmenge damit fast 8 % größer. Allerdings dürften die im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Schlachtzahlen auch mit dem zeitlich früheren Osterfest 2015 zu tun haben.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
{BILD:630299:png} 
 
{BILD:630300:png} 
 
Auch interessant