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Analyse

Kräftiger Preissprung bei Bullen, höhere Kuhpreise

von , am
16.01.2015

Die Bullenpreise sind von Dezember bis Mitte Januar kräftig gestiegen. Auch für Schlachtkühe haben die Preise bis Mitte Januar überraschend deutlich zugelegt.

© Frédéric Prochasson/Fotolia
 
Die Bullenpreise sind von Mitte Dezember bis Mitte Januar kräftig gestiegen. Auch für Schlachtkühe haben die Preise bis Mitte Januar überraschend deutlich zugelegt. Dabei bewegen sich die Schlachtzahlen in der ersten vollen Schlachtwoche des Jahres 2015 auf hohem Niveau. Üblicherweise geben die Bullenpreise im weiteren Verlauf des Monats wieder etwas nach und bewegen bis zum Frühjahr weiter nach unten. Danach sieht es in diesem Jahr erst einmal auch aus, denn das Angebot an Schlachtrindern (Bullen und Kühen) ist auch 2015 keineswegs klein. Nach den Daten der Viehzählung vom November 2014, ging die Zahl der männlichen Rinder (Jungbullen) im Verlauf des Jahres 2015 nur leicht zurück. Gleichzeitig blieb der Bestand an Milchkühen (trotz der fallenden Milchpreise) sogar stabil. Anders als bei Bullen, zeigt der saisonale Trend der Kuhpreise bis zum Frühjahr allerdings eher nach oben.
 
Bullenpreise sehr kräftig gestiegen
Im Bundesmittel wurde für Jungbullen der Handelsklasse R3 in der Woche bis 11. Januar ein Preis von 3,83 Euro kg SG (Hkl. R3) gezahlt und damit 14 Ct mehr als vor vier Wochen (3,69) Mitte Dezember. Für Jungbullen der Handelsklasse O3 wurden 3,41 Euro/kg gezahlt und damit 13 Ct mehr als Mitte Dezember (3,28). Die Preise für U-3-Bullen haben in der gleichen Zeit um 14 Ct auf 3,92 Euro/kg zugelegt. Damit haben die Auszahlungspreise für Jungbullen in den letzten vier Wochen einen kräftigen Sprung nach oben gemacht. Gleichzeitig sind die Bullenpreise (R 3) in der aktuellen Woche 4 Ct höher als im letzten Jahr (3,79 Euro). Vor einem Jahr (2014) sind die Bullenpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,80 Euro/kg auf 3,79 Euro zurückgegangen
 
Kuhpreise erholt, aber deutlich unter Vorjahr
Die Preise für Schlachtkühe haben zum Jahreswechsel bis Mitte Januar ebenfalls zugelegt. Für Schlachtkühe der Handelsklasse R3 erhielten die Landwirte letzte Woche 2,86 Euro/kg SG und damit 6 Ct mehr als Mitte Dezember. Für Schlachtkühe der Handelsklasse O3 wurde in der Schlachtwoche bis zum 11. Januar mit 2,56 Euro/kg 8 Ct höhere Preise als vor vier Wochen ausgezahlt. Gleichzeitig haben die Preise für P2-Kühe (Verarbeitungsqualität) auf 1,84 Euro/kg und damit um 4 Ct zugelegt. Im Vergleich zu den Preisen (R3) aus dem Vorjahr (3,03) sind die derzeitigen Kuhpreise jedoch (trotz des Anstiegs) 17 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2013) waren die Kuhpreise (R3) zum aktuellen Termin 3,03 Euro unverändert geblieben.
 
Rinderschlachtung beginnt auf hohen Niveau
Die Zahl der geschlachteten Jungbullen nahm nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der ersten vollen Schlachtwoche des Jahres (11. Januar) gegenüber der Vorwoche um 58 % auf 21.610 Tiere zu. Das BLE hatte für die ersten neun Monate des Kalenderjahres 2014 (Januar und September) einen Zuwachs der Bullen-Schlachtung von 3,0 % ermittelt. Die Zahl der geschlachteten Kühe hat nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe hat in der ersten vollen Schlachtwoche des Jahres (11. Januar) mit 23.684 Tieren um fast um das dreifache zugenommen und ist zudem größer als die Bullenschlachtung. Das BLE hat für die ersten neun Monate des Kalenderjahres 2014 (Januar und September) eine Zunahme Kuhschlachtung von 4,2 % ausgewiesen. Sei  dem Juni 2014 liegt die Kuhschlachtung zudem deutlich über dem Vorjahr.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt // agrarmanager
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