Login
Analyse

Kuhpreise abwärts, Bullen stabil, Färsen teurer

von , am
23.09.2015

Die Preise für Schlachtkühe geben im mittleren und unteren Qualitätsbereich weiter kräftig nach.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Schlachtkühe geben im mittleren und unteren Qualitätsbereich weiter kräftig nach. Eine Bodenbildung bei den Preisen oder eine Abschwächung des Preisrückgangs ist nicht zu erkennen. Das Angebot an Kühen bleibt unverändert groß und die Preise folgen dem saisonal üblichen Trend nach unten. Im vorigen Jahr haben sich die Kuhpreise erst im November stabilisiert.
 
Bei Bullen sind die Preise nur noch für mittlere Qualitäten leicht gestiegen. Im oberen und unteren Qualitätsbereich blieb das Preisniveau hingegen unverändert. Im vorigen Jahr sind die Bullenpreise bis zum Ende des Jahres sehr kräftig gestiegen. Gründe für den aktuellen Preistopp dürfte dass relativ große Angebot an Jungbullen sein und der sehr kräftige Preisrückgang bei Schlachtkühen. Allerdings steigen die Preise für Schlachtfärsen aus dem oberen Qualitätsbereich weiter, sind jedoch trotzdem etwas niedriger als im vorigen Jahr.
 
Anstieg der Bullenpreise kommt zum Stillstand
Im Bundesmittel wurde für Jungbullen der Handelsklasse R3 in der Woche bis 20. September ein Preis von 3,75 Euro kg SG (Hkl. R3) gezahlt und damit 1 Cent mehr als in der Woche zuvor (3,74) und 20 Cent mehr als im letzten Jahr (3,55) zu diesem Termin. Für Jungbullen der Handelsklasse O3 bekamen die Landwirte letzte Woche im Bundesmittel 3,45 Euro/kg ausgezahlt und damit eben so viel wie in der vorigen Woche (3,45) und 21 Cent mehr als vor einem Jahr (3,24).
 
Die Preise für U3-Bullen haben sich mit 3,82 Euro/kg ebenfalls nicht verändert und sind damit 21 Cent höher als vor einem Jahr (3,63). Im vorigen Jahr (2014) sind die Bullenpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,53 Euro auf 3,55 Euro gestiegen.
{BILD:643880:png} 
Kuhpreise fallen weiter
Die Preise für Schlachtkühe haben in der Woche bis zum 20. September im mittleren und unteren Qualitätssegment kräftig nachgegeben. Für Schlachtkühe der Handelsklasse R3 erhielten die Landwirte noch 3,08 Euro/kg SG und damit 1 Cent weniger als eine Woche zuvor (3,09) und noch 7 Cent mehr als im vorigen Jahr (3,01). Für Schlachtkühe der Handelsklasse O3 bekamen die Landwirte in der letzten Schlachtwoche 2,77 Euro/kg und damit 4 Cent weniger als in der vorigen Woche (2,81) ausgezahlt. Für Kühe dieser Kategorie sind die Preise nur noch 2 Cent höher als vor einem Jahr (2,75).
 
Außerdem sind die Preise für P2-Kühe (Verarbeitungsqualität) um 4 Cent auf 2,08 Euro/kg zurückgegangen. Damit sind die P2-Preise jetzt sogar 2 Cent niedriger als im Jahr 2014 (2,10). Im vorigen Jahr (2014) sind die Kuhpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,02 auf 3,01 Euro zurückgegangen und bis November weiter gefallen.
 
Färsenpreise für bessere Qualitäten steigen
Die Preise für Schlachtfärsen sind in der Woche bis zum 20. September gestiegen, sind jedoch noch etwas niedriger als im vorigen Jahr. Für Schlachtfärsen der Handelsklasse R3 erhielten die Landwirte 3,64 Euro/kg SG und damit 3 Cent mehr als eine Woche zuvor (3,61) und 2 Cent weniger als im vorigen Jahr (3,66). Für Schlachtfärsen der Handelsklasse O3 bekamen die Landwirte in der letzten Schlachtwoche 2,81 Euro/kg und damit 5 Cent weniger als in der vorigen Woche (2,86) ausgezahlt. Für Färsen dieser Kategorie sind die Preise nur noch 1 Cent niedriger als vor einem Jahr (2,82).
 
Gleichzeitig sind die Preise für Färsen des oberen Qualitätssegments (U3) um 3 Cent auf 3,68 Euro/kg gestiegen. Damit sind die U3-Preise jetzt noch 3 Cent niedriger als im Jahr 2014 (3,71). Im vorigen Jahr (2014) sind die Färsenpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,72 auf 3,71 Euro zurückgegangen.
{BILD:643881:png} 
Hohe Schlachtzahlen bei Bullen, Kühen und Färsen
Die Zahl der geschlachteten Jungbullen hat nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Woche bis zum 20. September um 3,1 % auf 21.266 Tieren abgenommen (Vw: 21.951), bleibt damit jedoch weithin relativ hoch. Gegenüber der vergleichbaren Woche aus dem vorigen Jahr (23.481) war die Schlachtmenge in dieser Woche jedoch fast 10 % kleiner.
 
Die Zahl der geschlachteten Kühe blieb nach den Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Woche bis zum 20. September auf hohem Niveau stabil bei 22.285 Tieren (Vw: 22.259) und übertrifft weiterhin die Bullenschlachtung. Gegenüber der vergleichbaren Woche aus dem vorigen Jahr (21.361) war die Schlachtmenge bei Kühen 4,3 % größer.
 
Die Zahl der geschlachteten Färsen hat nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Woche bis zum 20. September um 1,0 % auf 7151 Tiere abgenommen (Vw: 7.221) und liegt damit deutlich um 13 % höher als im vorigen Jahr (6.307).
 
Dr. Olaf Zinke
Auch interessant