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Analyse

Kuhpreise finden keinen Boden, Bullen fester

von , am
06.11.2014

Die Preise für Schlachtkühe haben immer noch keinen Boden gefunden. Vor allem im unteren Qualitätsbereich ging es noch einmal deutlich mit den Preisen nach unten .

© Margot Kessler/pixelio
Die Preise für Schlachtkühe haben immer noch keinen Boden gefunden. Vor allem im unteren Qualitätsbereich ging es noch einmal deutlich mit den Preisen nach unten, während sich die Kuhpreise in den oberen Handelskassen knapp behaupten konnten. Insgesamt liegen die Kuhpreise auf dem tiefsten Stand seit Anfang April 2011. Gleichzeitig nahm die Zahl der geschlachteten Kühe (auch wegen des der regional verkürzten Schlachtwoche) deutlich ab, bleibt aber insgesamt sehr hoch. Trotz des Rückgangs übertrifft die Zahl der geschlachteten Kühe die Anzahl der geschlachteten Bullen um 16 Prozent. Die Bullenpreise konnten letzte Woche (erstmals seit September) wieder ganz leicht zulegen. Die Bullen-Schlachtung ging im Vergleich zur Vorwoche moderat zurück.
 
Bullenpreise etwas erholt
Im Bundesmittel wurde für Jungbullen der Handelsklasse R3 in der Woche bis 02. November ein Preis von 3,53 Euro/t (Hkl. R3) gezahlt und damit 1 Ct mehr als in der Woche zuvor. Für Jungbullen der Handelsklasse O3 wurden 3,15 Euro/kg gezahlt und damit ebenfalls 1 Ct mehr als letzte Woche. Die Preise für U-3-Bullen gingen mit 3,61 Euro/kg um 1 Ct nach oben. Damit haben sich die Auszahlungspreise für Jungbullen erstmals seit September wieder leicht erholt. Gleichzeitig sind die Bullenpreise (R 3) derzeit 17 Ct niedriger als im letzten Jahr (3,70 Euro). Vor einem Jahr (2013) sind die Bullenpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,71 Euro auf 3,70 Euro/kg zurückgegangen, haben dann jedoch bis zum Jahresende wieder zugelegt.
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Schlachtkuhpreise fallen weiter
Die Preise für Schlachtkühe sind in der Woche bis zum 02. November für Tiere aus dem unteren Qualitätsbereich nochmals kräftig gefallen. Für Schlachtkühe der Handelsklasse R3 erhielten die Landwirte letzte Woche 2,85 Euro/kg SG und damit 1 Ct weniger als in der Vorwoche. Sei Mitte Juli haben die Preise für R3-Kühe damit um 35 Ct nachgegeben. Niedrigere Kuhpreise gab es zuletzt Anfang April 2011 - also vor gut drei Jahren. Für Schlachtkühe der Handelsklasse O3 wurde in der Schlachtwoche bis zum 02. November mit 2,49 Euro/kg 5 Ct niedrigere Preise ausgezahlt. Gleichzeitig gaben die Preise für P2-Kühe (Verarbeitungsqualität) um 7 Ct auf 1,79 Euro/kg nach. Im Vergleich zu den Preisen (R3) aus dem Vorjahr (3,07) sind die derzeitigen Kuhpreise 22 Ct niedriger. Im letzten Jahr (2013) haben die Kuhpreise (R3) zum aktuellen Termin von 3,10 Euro/kg SG auf 3,07 Euro/kg nachgegeben und sind bis Dezember weiter gefallen.
 
Weiterhin mehr Kühe als Bullen geschlachtet
Die Zahl der geschlachteten Jungbullen nahm nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der (feiertagsbedingt verkürzten) Abrechnungswoche bis 02. November  um 3,4 % auf 20.123 Tiere ab. Die Zahl der geschlachteten Kühe ging nach den vorläufigen Daten der meldepflichtigen Schlachtbetriebe in der Abrechnungswoche bis 02. November um 11 % auf 23.280 Tiere zurüc, bleibt damit aber immer noch sehr hoch. Damit ist die Kuhschlachtung derzeit 16 Prozent größer als die Bullenschlachtung. Nach den letzten Daten des Statischen Bundesamtes wurden von Januar bis September in Deutschland 3,9 % mehr Bullen geschlachtet als 2013 und 3,5 % mehr Kühe. Im September 2014 übertraf die Bullenschlachtung den Vorjahreswert indessen um 5,9 % und die Kuhschlachtung war sogar 11,7 % größer.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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